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Zeitungsverleger DuMont Schauberg schließt erneut Lokalredaktionen

Zum 1. Juni werden die Lokalredaktionen Rhein-Erft, Rhein-Berg, Rhein-Sieg und Euskirchen/Eifel des „Kölner Stadtanzeigers“ aufgelöst. Das geschieht ebenfalls mit den Redaktionen der „Kölnischen Rundschau“ des Heinen-Verlags, der konkurrierend in die DuMont Schauberg Gruppe eingebunden ist. Die beiden Verlage versprechen sich durch die Kürzungen und Einsparungen von insgesamt 30 Redakteursstellen eine Ersparnis von vier Millionen Euro jährlich.

M. DuMont Schauberg GmbH & Co. KG

Nachdem der DuMont Verlag 2013 mit einem intern verkündeten Gewinn von 14 Mio. Euro in die Gewinnzone zurückgekehrt ist, wird weiter versucht den Verlag, der durch die Pleite der Frankfurter Rundschau tief in die roten Zahlen gerutscht war (2012 112 Mio. Euro Verlust ), aus der Finanzmisere zu ziehen. Im Zuge dessen lösen der Kölner Stadtanzeiger, wie auch die Kölnische Rundschau des Heinen-Verlags ihre Lokalredaktionen Rhein-Erft, Rhein-Berg, Rhein-Sieg und Euskirchen/Eifel auf. Durch diesen Schritt verlieren insgesamt 30 Redakteure ihren Arbeitsplatz. Beide Verlage versprechen sich dadurch eine jährliche Kostenreduktion von vier Millionen Euro.

In Zukunft sollen 67 journalistische Mitarbeiter, die ihre Jobs behalten dürfen in die künftige Rheinische Redaktionsgemeinschaft GmbH eintreten, die je zur Hälfte dem Zeitungshaus DuMont Schauberg und dem Heinen-Verlag gehören wird. Allerdings werden den davon betroffenen journalistischen Mitarbeitern künftig keine Tarifverträge mehr angeboten. Dies hat den „Deutschen Journalisten Verband“ (DJV) auf den Plan gerufen, der die Herangehensweise der Verlage rügt. Der DJV kritisiert die Neuerungen als „Tarifflucht“ und als „einen Schlag ins Gesicht der tariftreuen Verlage“.

Frank Überall, Journalismus-Professor der HMKW Köln (Hochschule für Medien, Kommunuikation und Wirtschaft) und Mitglied im DJV-Bundesvorstand, sowie stv. Vorsitzender des DJVs in Köln, bringt es auf den Punkt. „Die Zusammenlegung von Lokalredaktionen von Stadt-Anzeiger und Rundschau im Kölner Umland macht mich fasslungslos und traurig. Journalistische Vielfalt wird da zu Gunsten eines redaktionellen Einheitsbreis aufgegeben. Dass in den neuen Redaktionsfirmen keine Tarifverträge mehr gelten sollen, kann ich nicht nachvollziehen. Damit stellen sich herausragende Persönlichkeiten der Verlagsszene in Deutschland ins Abseits: Ausgerechnet der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen (Rundschau) und dessen Ehrenpräsident Alfred Neven DuMont (Stadt-Anzeiger) flüchten aus dem bundesweiten Tarifvetrag – das kann man nicht gerade als sozial bezeichnen.“ Er fügt aus aktuellem Anlass hinzu, dass „angesichts der Tatsache, dass wir gerade in bundesweiten Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger sind und gezwungen sind, immer wieder zu Warnstreiks aufzurufen, ist der Zeitpunkt der Redaktions-Zusammenlegung besonders heikel.“

Die neue Rheinische Redaktionsgemeinschaft GmbH soll weiterhin zwei voneinander getrennte Lokalausgaben für die tendenziell CDU-nahe Kölnische Rundschau und den SPD-nahen Kölner Stadtanzeiger erstellen. Damit sollen dem Leser die Kürzungen der Redaktionen nach Möglichkeit nicht auffallen und weiterhin qualitativ hochwertiger Lokaljournalismus angeboten werden. „Durch die erfolgreiche Kooperation des Heinen-Verlags und des Verlags M. DuMont Schauberg konnten wir in der Vergangenheit einen vielfältigen lokalen Qualitätsjournalismus in der Region erhalten. Das ist für beide Verlage ein sehr hohes Gut. Mit der Rheinischen Redaktionsgemeinschaft können wir es auch in Zukunft bewahren. Wir sagen: lieber eine starke Lokalredaktionen als zwei schwache“, erklärt Helmut Heinen, Herausgeber der Kölnischen Rundschau. Diese Aussage dürfte für die bislang voneinander getrennten Lokalredaktionenbeider Verlage einen weiteren Schlag ins Gesicht darstellen.

Die weiteren Lokalredaktionen in Köln, Bonn und Leverkusen sind von den Schließungen und Zusammenlegungen der vier Lokalredaktionen nicht betroffen, wie der DuMont-Verlag mitteilte. „Die lokale und regionale Berichterstattung ist und bleibt eine zentrale Aufgabe der deutschen Tageszeitungen. Kein Rundfunk und kein Fernsehen kann dies ersetzen. In dem Zusammenhang haben sich die beiden Herausgeber der Zeitungen ‚Kölner Stadt-Anzeiger‘ und ‚Kölnische Rundschau‘ zusammengetan, um die Redaktionen in den Verbreitungsgebieten zusammenzuführen. Damit sehen wir die bisherige Qualität nicht nur gewährleistet, sondern nachhaltig gesteigert. Der einzelne Leser wird auch in Zukunft in jeder einzelnen Ausgabe die vertrauten Stimmen aus den alten Ausgaben wiederfinden.“, sagt Alfred Neven DuMont, Verlagspatriarch des Zeitungshaus DuMont Schauberg. Es bleibt aber abzuwarten, ob durch die Kürzungen und den erheblichen Mehraufwand der neuen „Rheinischen Redaktionsgemeinschaft“ auch weiterhin die Qualität geboten werden kann, die es vorher gegeben hat.

 

Christian Esser

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