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KVB-Vorstand Walter Reinarz steht wegen der Kölner U-Bahn-Affäre offenbar vor der Ablösung

(ddp-nrw). Über ein Jahr lang hat Walter Reinarz dem öffentlichen Druck standgehalten. Nun, so scheint es, hat den Technik-Vorstand der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) die Affäre um den Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn endgültig eingeholt.

(ddp-nrw). Über ein Jahr lang hat Walter Reinarz dem öffentlichen Druck standgehalten. Nun, so scheint es, hat den Technik-Vorstand der Kölner Verkehrsbetriebe (KVB) die Affäre um den Pfusch beim Bau der Kölner U-Bahn endgültig eingeholt.

Mit Walter Reinarz soll über die Auflösung seines noch drei Jahre laufenden Vertrages verhandelt werden, heißt es aus dem Umfeld des Unternehmens. Bei einer Einigung könnte der Aufsichtsrat schon am Montag den Abschied des 53-jährigen Managers beschließen.

In den vergangenen Wochen waren immer neue Berichte über Mängel und Manipulationen beim Kölner U-Bahnbau bekannt geworden. Probleme an der U-Bahnbaustelle Waidmarkt gelten auch als wahrscheinlichste Ursache für den Einsturz des Stadtarchivs und zweier benachbarter Wohnhäuser, bei dem am 3. März 2009 zwei Männer getötet und unzählige wertvolle Kulturgüter verschüttet wurden.

Für Empörung in der Öffentlichkeit sorgte unter anderem der Umstand, dass sich die KVB als Bauherrin des Großprojekts quasi selbst beaufsichtigte. Zuständig dafür war Walter Reinarz.

Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) hatte am Mittwoch auf der Gedenkfeier zum Einsturz des Stadtarchivs den Druck auf Reinarz noch einmal erhöht. Neben der juristischen Schuldzuweisung gebe es noch eine politisch-moralische Verantwortung, erinnerte Roters und verwies darauf, dass es bereits wenige Wochen vor dem Einsturz des Archivs, in der nahe gelegenen U-Bahnbaugrube, zu einem erheblichen Wassereinbruch kam. «Die Bauleitung der KVB hatte die Gefahr erkannt und die Bauunternehmen eindringlich zur Abhilfe aufgefordert.» Diese hätten aber nichts unternommen.

Als zuständiger KVB-Vorstand hätte Reinarz alles tun müssen, um die mögliche Gefahr zu bannen. «Wer in dieser Situation zur Tagesordnung übergeht, hat mein Vertrauen verloren», sagte Roters weiter. Es waren offenbar die Worte des Oberbürgermeisters, die den KVB-Aufsichtsrat zu einer kurzfristig anberaumten Sitzung zusammen kommen ließ, bei der es um die Personalie Reinarz ging.

Walter Reinarz wurde 1957 in Leudersdorf/Eifel geboren. Der verheiratete Vater einer Tochter begann seine Berufslaufbahn bei der Bundesbahn als Fahrdienstleiter am Kölner Hauptbahnhof. Später qualifizierte sich Reinarz durch ein Studium an der Fachhochschule des Bundes, Fachbereich Eisenbahnwesen, zum Diplom-Verwaltungsbetriebswirt.

Von 2000 bis 2003 war er Geschäftsführer der Verkehrsverbund Rhein-Sieg GmbH (VRS), ehe er in den Vorstand der Kölner Verkehrsbetriebe berufen wurde. Kritiker werfen Reinarz vor, den gut dotierten und einflussreichen Posten vor allem wegen seines CDU-Parteibuchs bekommen zu haben.

Seit dem Archiveinsturz ist Reinarz vor allem als Krisenmanager gefordert. Auf Pressekonferenzen referierte er ebenso akribisch wie ermüdend über Details der U-Bahnbaustellen – und musste dabei erleben, wie er von immer neuen Enthüllungen überholt wurde.

Schon rund einen Monat nach dem Kölner Archiveinsturz hatte Reinarz die Abberufung gedroht. Damals sprachen ihm noch 14 der 19 KVB-Aufsichtsratmitglieder das Vertrauen aus, lediglich die Repräsentanten von SPD und Grünen stimmten gegen ihn. Auch jetzt scheint eine formale Abberufung kein Thema zu sein, dies könnte als Schuldzuweisung missverstanden werden, hieß es aus Aufsichtsratskreisen.

Neben seinem Beruf engagierte sich Reinarz bei der Kölner CDU, die nach einer Spendenaffäre tief in der Krise steckte. Als Vorsitzender ersetzte er das Delegierten-Prinzip durch die direkte Mitglieder-Beteiligung und zerschlug so weitgehend die jahrelang etablierten Partei-Seilschaften. Im Frühjahr 2008 erklärte Reinarz nach viereinhalb Jahren seinen Rückzug vom Parteiamt. Hintergrund war die öffentliche Debatte um seine üppigen Pensionsbezüge bei den KVB.

Das Geld wird wohl auch die entscheidende Rolle beim Auflösungsvertrag spielen. Im Falle seines Ausscheidens hat Reinarz Medienberichten zufolge Ansprüche auf ein Ruhegehalt, das der Hälfte seiner Vorstands-Jahresbezüge von geschätzten 200 000 Euro entspricht. Davon abgesehen kann er dann neue Aufgaben in der Privatwirtschaft annehmen.

Von ddp-Korrespondent Markus Peters

 

ddp

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