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THINK BIG: Wasserstoff für die Energiewirtschaft

Die 195 teilnehmenden Länder des Pariser Klimagipfels haben sich auf ein Abkommen geeinigt, das die Erderwärmung eindämmen soll. Wasserstoff als Energiespeicher und -träger ist ein wesentlicher Baustein der hierfür nötigen weltweiten Energiewende. Das Motto des ersten Rhein-Ruhr-Wasserstoff-Workshops „THINK BIG: Wasserstoff für die Energiewirtschaft“ spiegelt somit den Zeitgeist wider. Am 20.1.2016 treffen sich Vertreter der Energiewirtschaft, Politik, Wissenschaft und Unternehmen im TecTower Duisburg. Gemeinsam wollen sie neue Geschäftsfelder ausloten, die auf der Wandlung von volatilen Energien durch Elektrolyse zu Wasserstoff basieren.

h2-netzwerk-ruhr

Politische Unterstützung in NRW

Sven Plöger, Meteorologe und Moderator, führt mit einem Blick auf die aktuellen Klimafakten in die Thematik des Workshops ein. Danach wird Johannes Remmel, Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (MKULNV), den Auftakt des Förderprogramms HydrogenHyWay.NRW verkünden, das nahtlos an das erfolgreiche bisherige Leitprojekt NRW Hydrogen HyWay anschließt.

Zwei Wasserstoff-Initiativen als Veranstalter

Die Initiativen h2-netzwerk-ruhr e.V. und HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland e.V. sind die Veranstalter des Wasserstoff-Workshops, der die Themenfelder Großspeicher und Pipelines, deren technische Voraussetzungen sowie Genehmigungsfragen beleuchten wird.

Volker Lindner, Vorsitzender h2-netzwerk-ruhr, betont die Rolle des Wasserstoffs für die Energiewende: „Im Grundsatz geht es darum, dass Wasserstoff ein Medium ist, in dem sich überschüssige regenerative Energie in großen Mengen mit einer hohen Energiedichte speichern lässt. Dieser Wasserstoff kann dann in der Brennstoffzellen-Mobilität eingesetzt werden und ist auch eine Energiereserve für Zeiten, in denen regenerative Energie nicht zur Verfügung steht.“ Die beiden Netzwerke sind bereits vor zwei Jahren eine Kooperation eingegangen, um die Vorteile des Energieträgers Wasserstoff der Wirtschaft, der Politik und der interessierten Öffentlichkeit näherzubringen. „Gemeinsam mit HyCologne wollen wir mit der Veranstaltung deutlich machen, dass Wasserstoff für die Energiewende als Speichermedium der regenerativen Energien eine große Rolle spielt. Wir wollen aber auch darstellen, welche Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen“, erläutert Lindner die Zielsetzung dieser Veranstaltung.

Der Vorsitzende von HyCologne – Wasserstoff Region Rheinland Dr. Albrecht Möllmann fasst die Inhalte der Veranstaltung zusammen: „Die technischen und genehmigungstechnischen Herausforderungen zur Speicherung von Wasserstoff in Großspeichern sowie der Transport in Pipelines und Netzen werden skizziert und Lösungen vorgestellt. Die Betrachtungen sollen dazu beitragen, Vorbehalte gegen die stufenweise Etablierung der Wasserstofftechnologie abzubauen und konkrete Handlungsoptionen für die Energiewirtschaft zu liefern.“

In thematischen Blöcken werden Referenten und Referentinnen aus Forschung und Wirtschaft Kernthemen vorstellen und die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum Gedankenaustausch auffordern.

Wasserstoff-Großspeicher und H2-Netze

Die Westnetz GmbH ist ein unabhängiger Verteilnetzbetreiber für Strom und Gas im Westen Deutschlands und eine 100-prozentige Tochter der RWE Deutschland AG. Sie stellt die Gas- und Stromnetze allen Marktteilnehmern offen zur Verfügung.

Dr. Burkhard Katzenbach-Lanz von Westnetz wird die Voraussetzungen für die Umnutzung ehemaliger Gasleitungen für Wasserstoff in seinem Beitrag aufzeigen. „Bei Stahlleitungen stellt sich die Situation weitgehend entspannt dar, lediglich bei einigen hochlegierten Stählen ist eine Einzelfallprüfung erforderlich. In jedem Fall müssen die Bauteile – z.B. Schieber – separat betrachtet werden.“ Er verweist auf die Erfahrungen aus der Stadtgaszeit: „Dieses Gas hatte H2-Anteile bis zu 50 %! Bei modernen PE-Netzen, wie sie im Niederdruckbereich heute üblich sind, stehen detaillierte Untersuchungen und Feldversuche noch aus.“

Katzenbach-Lanz geht davon aus, dass Wasserstoff im Netz – sowohl im Erdgas- als auch im reinen H2-Netz –einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende darstellen kann. „Bis heute sind das Gasnetz sowie die großen Untertagespeicher die einzigen bekannten und praktikablen Möglichkeiten, Strom im großen Umfang saisonal speichern zu können. Eine andere Technologie steht nicht zur Verfügung. Daher sieht sich die Westnetz als großer Strom- und Gasnetzbetreiber in der Verantwortung, die Technik weiter voranzutreiben und die Potenziale aufzuzeigen. Darüber hinaus besitzt die Brennstoffzellentechnologie in der H2-Mobilität ein hohes Zukunftspotenzial. Allerdings sind die Investitionskosten noch sehr hoch, ebenso fehlt die notwendige Infrastruktur zur Betankung.“

Wasserstoff-Pipelines und -Infrastruktur

Die Industrieunternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und TOTAL fokussieren mit dem gemeinsamen Unternehmen H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG den stufenweisen Ausbau der bundesweiten Wasserstoff-Tankstelleninfrastruktur auf insgesamt rund 400 Stationen bis 2023. Die Pläne für die erste Phase der gemeinsamen Aktion wurden im Oktober 2015 präsentiert.

Frank Sreball, Geschäftsführer H2 MOBILITY Deutschland, geht in seinem Beitrag während des Workshops am 20. Januar in Duisburg gezielt auf den Tankstellenaufbau und den Wasserstoffbedarf ein. „H2 MOBILITY will die C02-freie Mobilität mit Wasserstoff ermöglichen. Schon in der ersten Phase bis 2018 werden wir das Tankstellennetz in Deutschland auf 100 Wasserstoff-Stationen erweitern – und dies unabhängig von einem Hochlauf von Fahrzeugzahlen.“

Unterstützer

Die EnergieAgentur.NRW, das Netzwerk Brennstoffzelle und Wasserstoff NRW, der DVGW – Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches und die Wirtschaftsförderung GFW Duisburg unterstützen den Workshop. Die Emschergenossenschaft und die Gelsenwasser AG fördern den Nachwuchs mit vergünstigten Studententickets.

Der Workshop am 20.1.2016 wird um 9:00 Uhr von Sven Plöger eröffnet und klingt gegen 19 Uhr aus. Parallel präsentieren Unternehmen aus den Bereichen Elektrolyse-, Wasserstoff- und Betankungstechnik ihre Lösungen und Dienstleistungen.

Programmflyer unter www.wasserstoff-workshop.de
Veranstaltungsort: TecTower, Bismarckstr. 142, 47057 Duisburg-Neudorf
Teilnehmerbeitrag: 180 Euro inkl. 19% MwSt., Studenten in limitierter Zahl: 30 Euro
Anmeldung zum Workshop bitte per E-Mail bis 14.01.2016 bei Frau Eva Thelen unter [email protected]

 

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