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Startups können die Welt verändern, nicht die Politik!

Die Themen Nachhaltigkeit und Innovationsbedarf sowie die dazu notwendigen Veränderungen in unserer Weltwirtschaft stehen derzeit auf der Tagesordnung. Die öffentliche Debatte und zahlreiche Kundgebungen, an denen sich vor allem junge Menschen beteiligen, unterstreichen dies. Aber wie ehrgeizig ist die Generation der jungen deutschen Erwachsenen, wenn es darum geht, tatsächlich Eigeninitiative zu zeigen?

obs/Entrepreneur First/EF / Will Reynolds

72 Prozent der 18- bis 30-Jährigen in Deutschland glauben, dass Politik und NGOs die Welt nicht zum Besseren verändern können. Sie glauben hingegen an die Macht der Wirtschaft und 43 Prozent sind überzeugt, dass das größte Potenzial für Veränderungen bei Startups liegt. Allerdings glaubt nur jeder Dritte (35 Prozent), dass er oder sie einmal selbst ein eigenes Unternehmen gründen wird. Das sind die Ergebnisse einer internationalen Umfrage [1] im Auftrag des globalen Talent Investors Entrepreneur First (EF) zu den Ambitionen junger Erwachsener – und was sie daran hindert, ihren Ambitionen zu folgen und selbst Unternehmen zu gründen.

Die 18- bis 30-Jährigen haben viel Ehrgeiz, fühlen sich zu wenig wertgeschätzt und sind mit dem Potenzial ihrer aktuellen Position unzufrieden

Der deutsche Nachwuchs ist nicht minder motiviert als frühere Generationen, die international florierende Unternehmen gegründet und die Erfolgsgeschichte von „Made in Germany“ geschrieben haben. Tatsächlich glaubt mehr als jeder Zweite (66 Prozent) der 18-30-jährigen Deutschen, dass sie genauso oder sogar ehrgeiziger sind als die Generation ihrer Eltern. Fast die Hälfte von ihnen sieht in der Gründung eines eigenen Unternehmens den besten Weg, ihren eigenen beruflichen Ambitionen gerecht zu werden. Für 20 Prozent steht dieser Anspruch in direktem Zusammenhang mit dem Wunsch, die Welt zum Besseren zu verändern. 18 Prozent geht es vor allem um Anerkennung: Sie wollen etwas schaffen, das die Menschen wertschätzen. 56 Prozent der Befragten haben sogar klare Vorbilder vor Augen, wenn sie an erfolgreiche Unternehmen denken: Elon Musk führt hier die Reihe der Idole an.

Dazu kommt, dass die junge Generation nicht so sehr an ihren Job gebunden ist, wie es den Arbeitgebern vermutlich lieb wäre: Nur 20 Prozent fühlt sich im jetzigen Job wertgeschätzt. Nur jeder Vierte ist mit seiner aktuellen Rolle zufrieden. Nur 21 Prozent der jungen Deutschen fühlen sich von ihrer derzeitigen Aufgabe intellektuell gefordert und 27 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihr volles Potenzial in ihrer jetzigen Position nicht entfalten können. Was hindert diese jungen Menschen also daran, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen?

Angst vor finanziellen Sorgen und dem Scheitern sind die größten Hindernisse auf dem Weg ins Unternehmertum

Die Befragten nennen finanzielle Sorgen und die Angst zu scheitern als Haupthindernis für die Gründung eines eigenen Unternehmens. 30 Prozent befürchten, dass es ihnen durch den Sprung ins Unternehmertum finanziell schlechter gehen könnte. 31 Prozent fehlt schlichtweg der Zugang zum notwendigen Kapital. Neben der Frage der Finanzierung sind mangelnde Unterstützung und fehlendes Know-how Schlüsselfaktoren, die potenzielle Unternehmer zurückhalten. 29 Prozent befürchten, dass die Gründung eines eigenen Unternehmens zu schwierig oder unmöglich sei. 25 Prozent sind sich nicht sicher, wie sie es umsetzen könnten. 32 Prozent haben Angst davor zu scheitern und 27 Prozent befürchten einen Mangel an Stabilität, sobald sie den Schritt wagten. Die Sorge der allgemeinen wirtschaftlichen und unternehmerischen Unsicherheit ist ein großes Thema.

Wir müssen in Talente investieren – nicht nur in Geschäftsideen

„In Deutschland beruht die Diskrepanz zwischen dem Wunsch, ein Unternehmen zu gründen und damit wirklich Dinge zu bewegen, und der tatsächlichen Bereitschaft dazu, überwiegend auf finanziellen Ängsten und Unsicherheit. Bei einer so starken Wirtschaft ist das alarmierend. Es ist fatal, zu glauben, dass man bereits einen ausgereiften Businessplan braucht, um die notwendigen Mittel zu erhalten und „es zu schaffen“. Das schreckt zu viele Talente davor ab, ihren Ambitionen zu folgen“, sagt Matt Clifford, Mitbegründer von Entrepreneur First.

„Um die nächste Generation von Unternehmern zu fördern, müssen wir in Talente investieren – noch bevor sie eine ausgereifte Geschäftsidee vorweisen können“, sagt Alice Bentinck, zweite Mitbegründerin von Entrepreneur First. „Diese Investitionen müssen auf zwei Säulen stehen: Wir müssen jungen Unternehmern die finanzielle Sicherheit und Stabilität geben, die sie brauchen, um ihre Ideen weiterzuentwickeln. Und wir müssen den Austausch mit Gleichgesinnten fördern, um zukünftigen Gründern den nötigen Rückhalt zu geben. Bei Entrepreneur First ist es unser Ziel, genau diese Art von Umfeld zu schaffen.“

Reid Hoffman, Board Member bei EF: „Ich habe immer geglaubt, dass Unternehmertum in der Technologie-Branche eine der besten Möglichkeiten ist, einen großen Einfluss auf das Leben und die Gemeinschaften zu haben. Es ist schön zu sehen, dass dieser Glaube zunehmend von ambitionierten Menschen auf der ganzen Welt geteilt wird. Talent gibt es überall, Chancen aber nicht – deshalb freue ich mich, die rasante Expansion von Entrepreneur First auf der ganzen Welt zu sehen und zu unterstützen.“

Nico Gramenz, CEO von Factory Berlin: „Factory Berlin unterstützt seine ambitionierte Technologie und Kreative mit einer dynamischen Experten-Community im Herzen des deutschen Startup-Ökosystems. Wir kuratieren potenzielle Start-ups und Jungunternehmer, wecken ihre Neugierde und stärken sie. Es geht darum, First-Mover zu aktivieren, damit Innovationen und wirkungsvolle Lösungen zum Leben erwachen.“ Factory Berlin ist eine internationale Gemeinschaft von Innovatoren und Gestaltern, die sich gegenseitig befähigen, teilen und disruptieren. Seit 2018 unterstützen sich EF und Factory gegenseitig bei ihrem gemeinsamen Ziel, außergewöhnliche Persönlichkeiten zusammenzubringen.

[1] In Deutschland wurden 1.500 Erwachsene im Alter von 18 bis 30 Jahren befragt.

 

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