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Kolumne

100 000 Neu-Kölner in 20 Jahren

Im Gegensatz zu den meisten deutschen Städten wächst Köln auch in den kommenden Jahren. Oberbürgermeister Jürgen Roters freute sich beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsclubs Köln: „In den nächsten 20 Jahren haben wir 100 000 Bürger mehr.“

Im Gegensatz zu den meisten deutschen Städten wächst Köln auch in den kommenden Jahren. Oberbürgermeister Jürgen Roters freute sich beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsclubs Köln: „In den nächsten 20 Jahren haben wir 100 000 Bürger mehr.“

Aber dieses erfreuliche Zuwachs bedeutet für die Stadtverwaltung auch eine „Herkulesaufgabe“. Die Infrastruktur muss ständig angepasst werden. Roters. „Wir müssen 10 neue Schulen bauen und 50 neue Kitas. Aber Köln ist trotz der hohen Verschuldung eine wohlhabende Stadt – allerdings mit Finanzproblemen. Die Stadt besitzt mit ihren Beteiligungen an den städtischen Gesellschaften hohe Vermögenswerte.“

Brennpunkt China und Indien

Der erste Bürger der Stadt will im kommenden Jahr die Wirtschaftsförderung mit ostasiatischen Staaten in den Mittelpunkt der Aktivitäten stellen. Nach der Feier der 25jährigen Städtepartnerschaft mit der chinesischen Hauptstadt Peking bei einer stimmungsvollen Gala auf einem Rheinschiff hat die Stadt noch viele Pläne für die enge Zusammenarbeit mit dem Reich der Mitte. Es soll eine “ART COLOGNE-CHINA“ veranstaltet werden, bei der sich wichtige chinesische Künstler und ihre Galerien präsentieren. Verstärkt werden soll der Trend, Chinesisch als Fremdsprache an Kölner Schulen zu lehren. „Wir sind in harter Konkurrenz zu anderen Städten,“ gab Roters zu Bedenken. Aber er ist überzeugt, dass Köln im fernen Osten einen hervorragenden Klang hat. Rund 200 chinesische Unternehmen sitzen bereits in der Domstadt. Und an den Hochschulen der Stadt studieren viele Chinesen.

Aber die städtischen Wirtschaftsförderrer mit der neuen Dezernentin Ute Berg und Michael Josipovic an der Spitze bemühen sich auch um gute Geschäfte mir anderen Staaten in Ost-Asien. Neben China steht vor allem Indien auf ihrem Wunschzettel.

Spektakuläre Innovationen

In den nächsten Jahren wird Köln seine Bürger wie die Besucher durch eine ganze Reihe spektakulärer Innovationen überraschen. Jürgen Roters verweist auf den Weiterbau der Archäologischen Zone. „Nach deren Fertigstellung kann man die komplette Grundstruktur einer römische Stadt besichtigen. Das ist einmalig nördlich der Alpen“, betont der OB: Die Neuordnung des Opernquartiers und des Gebiets östlich des Doms bis zur Philharmonie verspricht die deutliche Optimierung dieses prominenten Viertels der City.

2015 soll das „modernste“ Historische Archiv in dem Neubau am Eifelwall eröffnet werden. Rund 1000 neue Arbeitsplätze werden nach dem Umzug des Lanxess-Konzerns in die ehemalige Lufthansa-Zentrale an der Deutzer Brücke geschaffen. „Und aus dem früher stereotypen Bürokomplex des Gerling-Quartiers wird ein lebendiges urbanes Veedel mit einer gelungenen Mischung aus Wohnen und Arbeiten.“ Noch in diesem Jahr wird die U-Bahn-Haltestelle Rathaus eröffnet, ein Jahr später hält die U-Bahn dann auch am Heumarkt.

Aber OB Roters konnte den Gästen des Wirtschaftsclubs im Dom-Hotel noch mehr bieten: er erwähnte den Neubau der Fachhochschule in Deutz und den Abriss einiger Gebäude der alten FH. „Und obwohl wir uns an das Blaue Zelt hinter dem Bahnhof schon fast gewohnt haben freuen wir uns auf die neue Heimat für Musicals im Staatenhaus auf dem Messegelände und das Verschwinden des Provisoriums am Breslauer Platz.“

Leuchtturmprojekte realsieren

Marc E. Kurtenbach, Präsident des Wirtschaftsclubs Köln, dankte dem Oberbürgermeister. Der Bankier, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der Privatbank Merck Finck & Co, erinnerte daran, dass neben der Kooperation mit China und Indien auch die Zusammenarbeit mit der Türkei weiter ausgebaut werden müsse. Er fordert „Leuchtturmprojekte“ in der Stadt zu realisieren.

Das Thema „Schuldenkrise – was bedeutet das für uns im Neuen Jahr?“ behandelte der Chef-Volkswirt des Bankhauses Merck Finck & Co in seinem hoch interessanten Vortrag. Mit der Erkenntnis „Wir leben über unsere Verhältnisse. Der Staat gibt Geld aus, das er nicht hat“ bot er genügend Anregungen für die anschließenden heißen Gespräche und Diskussionen bei Finger Food und kühlen Getränken.

 

Ulrich Gross

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