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150.000 Euro Strafe gegen Lindlarer Hausarzt

Weil er psychisch kranken Patienten hilft, überschreitet der Allgemeinmediziner Dr. Jörg Blettenberg sein vorgeschriebenes Budget. Der von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein gegen ihn verhängte Regress beläuft sich über 150. 000 Euro, die in monatlichen Raten über 4.000 Euro zurückgezahlt werden sollen. Um den drohenden Ruin abzuwenden, reicht der Hausarzt – unterstützt von seinen Patienten und Kollegen- Klage ein.

Weil er psychisch kranken Patienten hilft, überschreitet der Allgemeinmediziner Dr. Jörg Blettenberg sein vorgeschriebenes Budget. Der von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein gegen ihn verhängte Regress beläuft sich über 150. 000 Euro, die in monatlichen Raten über 4.000 Euro zurückgezahlt werden sollen. Um den drohenden Ruin abzuwenden, reicht der Hausarzt – unterstützt von seinen Patienten und Kollegen- Klage ein.

Noch vergangenes Jahr meldeten die Krankenkassen Gewinne in Milliardenhöhe. Damit der Saldoberg trotz ausbleibender Praxisgebühr nicht schrumpft, wird anderweitig stark eingespart. So werden immer mehr Maßnahmen kritisch hinterfragt, Hilfsmittel abgelehnt und Leistungen zurückgefordert. Im Fall des Allgemeinmediziners Dr. Jörg Blettenberg aus dem Oberbergischen Lindlar nimmt der Kampf mit den Krankenkassen existenziell bedrohende Ausmaße an.

Weil er zu viele Medikamente und Therapien verordnet hat, soll Dr. Blettenberg nun 150.000 Euro zurückzahlen. Die Prüfstelle der Ärzte und Krankenkassen hat einen Regress gegen ihn verhängt, der sich für das Jahr 2009 auf 86.000 Euro und für das Jahr 2010 auf über 66.000 Euro beläuft. Seit einem Jahr wird die Forderung mit monatlich 4.000 Euro abgestottert – nicht nur privat ist die finanzielle Belastung für den vierfachen Familienvater nur schwer zu ertragen, auch der Praxis mit den 13 Angestellten droht die Schließung.

Dabei ging Dr. Blettenberg pflichtbewusst seiner Arbeit nach. Weil sich kein zuständiger Arzt für das Pflegeheim Haus Tannenberg in Gummersbach fand, übernahm der Allgemeinmediziner Mitte 2008 die rund 150 psychisch kranken Patienten. Für die Schwerstkranken ist eine umfassende medizinische Versorgung in den Bereichen Neurologie, Innere Medizin und Psychiatrie notwendig. Letzteres wird vom Kreiskrankenhaus Gummersbach übernommen, Dr. Blettenberg kümmerte sich um alle weiteren Anforderungen, verschrieb neben Medikamenten auch Ergotherapie, Logopädie oder Krankengymnastik. Dass die Arbeit im Haus Tannenberg zusammen mit seiner Betreuung von Krebspatienten sein festgesetztes Heilmittel-Budget als gemeiner Hausarzt überschreitet, war dem Arzt bewusst – und er meldete dies frühzeitig den Krankenkassen, die versicherten, den Mehraufwand im Rahmen der Prüfungen zu berücksichtigen.

Dies, so Dr. Blettenberg, sei nicht passiert. Ebenso habe es keine der ansonsten üblichen Beratungen gegeben, wenn ein Arzt sein Budget erstmals überschreitet. Stattdessen sei direkt ein Regress verhängt worden.
Dr. Blettenberg tritt die Flucht nach vorne an, wendet sich an die Öffentlichkeit und reicht Klage am Sozialgericht Düsseldorf ein. Unterstützung bekommt der Allgemeinmediziner von seinen Patienten, die in sozialen Onlinenetzwerken ihren Unmut über die ihrer Meinung nach ungerechte Behandlung publik machen. Eine Petition für eine sofortige Aussetzung der Regresse wurde bislang von über tausend Personen unterschrieben. Und auch Kollegen zeigen sich entsetzt über den „Fall Blettenberg“. Es sei kein Wunder, dass sich immer weniger Nachwuchs für hausärztliche Tätigkeiten fände. Schon jetzt herrscht in ländlichen Gebieten, wie dem Oberbergischen Kreis Ärztemangel. Sollte das Gericht zu Gunsten der Kassen entschieden und die Praxis Dr. Blettenberg in Folge dessen schließen, müssen die Lindlarer Bürger zukünftig lange Wege zur medizinischen Betreuung auf sich nehmen.

Zum aktuellen Verfahren strahlte Das Erste am Dienstag, 27. August, um 21.45 Uhr ein Fernsehinterview mit Dr. Blettenberg aus.

Weitere Informationen zum Lindlarer Praxisteam sowie zum Regressfall unter www.praxis-blettenberg.de

Zur Petition geht es über folgenden Link: http://www.change.org/de/Petitionen/sozialministerium-des-landes-nrw-sofortiges-aussetzen-der-regresse-gg%C3%BC-hr-dr-j%C3%B6rg-blettenberg-lindlar

 

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