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Recht & Steuern

Geldanlage in italienische Aktien – Zusatzsteuer für deutsche Aktionäre

Italien hat als Bestandteil des Stabilitätsgesetzes 2013 eine Finanztransaktionssteuer beschlossen und folgt damit dem Beispiel von Frankreich, das die neue Abgabe bereits zum 1.8.2012 eingeführt hatte. Wer ab dem 1.3.2013 Börsengeschäfte mit italienischen Aktien tätigt, muss tiefer als zuvor in die Tasche greifen.

Italien hat als Bestandteil des Stabilitätsgesetzes 2013 eine Finanztransaktionssteuer beschlossen und folgt damit dem Beispiel von Frankreich, das die neue Abgabe bereits zum 1.8.2012 eingeführt hatte. Wer ab dem 1.3.2013 Börsengeschäfte mit italienischen Aktien tätigt, muss tiefer als zuvor in die Tasche greifen.

Denn neben den üblichen Bankgebühren und Maklerspesen wird dann eine zusätzliche Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0,2% des abgerechneten Kurswerts fällig. Besteuert wird unabhängig vom Ort der Transaktion oder der Börse der Erwerb von Wertpapieren von börsennotierten Unternehmen, die ihren Hauptsitz in Italien haben und die über eine Marktkapitalisierung von mehr als einer halben Milliarde Euro verfügen.

Da die Besteuerung unabhängig vom Börsenort erfolgt, sind damit auch der Erwerb italienischer Wertpapiere an deutschen und anderen ausländischen Börsenplätzen betroffen. Das macht den Erwerb von Fiat, ENEL, ENI, UniCredit Bank & Co. teurer. Wer beispielsweise 10.000 € in Werte aus Italien investiert, muss bei der Börsenorder extra 20 € zahlen. Der Aktionär muss also – netto nach Steuern – in dieser Höhe mehr Gewinne oder Dividenden als mit Titeln aus anderen Ländern erzielen, um zum gleichen Ergebnis zu kommen.

Die Steuer betrifft den Umsatz von Aktien, Derivaten und Zertifikaten, die Aktien repräsentieren. Sie tritt grundsätzlich zum 1.3.2013 in Kraft und für Derivate sowie Zertifikate am 1.7.2013. Wie die französische Finanztransaktionssteuer (TTF) ist auch die italienische (ISTF) unabhängig davon zu erheben, wo der Ort der Transaktion liegt oder wo die Anleger ansässig sind. Besteuert wird die Eigentumsübertragung an Aktien sowie an Partizipationspapieren, die von einer in Italien ansässigen Gesellschaft ausgegeben worden sind. Ausgenommen sind Geschäfte mit Aktien von Gesellschaften, die ein Jahr vor der betreffenden Transaktion weniger als 500 Mio. € Kapital aufweisen. Nicht steuerbar sind Erbfolge und Schenkung.

Der Steuersatz von 0,2% vermindert sich um die Hälfte für Transaktionen in regulierten Märkten und auf einen Steuersatz von 0,02% für Hochfrequenzgeschäfte. Neuemissionen, Tilgungsgeschäfte sowie Wertpapierpensionsund Leihgeschäfte sind steuerfrei.

Erwerben Sparer ab März zu besteuernde italienische Wertpapiere, führt das Kreditinstitut die Steuer automatisch ab. Immerhin beteiligt sich der heimische Fiskus an der neuen Belastung, denn Transaktionskosten wie Bankgebühren und Maklerspesen oder Ausgabeaufschläge bei Fonds wirken sich bei der Berechnung – anders als Werbungskosten – entlastend bei der Bemessung der Abgeltungsteuer aus. Realisierte Gewinne werden kleiner und Verluste größer.

Eine zusätzliche Finanztransaktionssteuer ist auch in Spanien geplant, die ähnlich wie in Frankreich ausgestaltet werden soll. Andere Länder werden im kommenden Jahr dem Beispiel sicherlich folgen. So hatten sich elf EULänder auf der EU-Finanzminister-Konferenz am 9.10.2012 in Luxemburg gemeinsam darauf geeinigt, eine EU-Finanztransaktionssteuer (FTT) im Rahmen der verstärkten Zusammenarbeit einzuführen. Neben Deutschland und Frankreich hatten auch Belgien, Österreich, Portugal, Slowenien, Griechenland, Italien, Spanien, Slowakei und Estland zugesagt. Die Abgabe auf Finanzgeschäfte soll die Bankenbranche vor allem an den Kosten wegen der Schuldenkrise beteiligen.

 

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