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Steuertipps

Weniger Lohnsteuer bei Nutzung eines Firmenwagens

Bei einem vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellten Firmenwagen wird für die Privatnutzung 1 Prozent des Listenpreises pro Monat angesetzt. Hinzu kommen pauschal 0,03 Prozent für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Bei einem vom Arbeitgeber kostenlos zur Verfügung gestellten Firmenwagen wird für die Privatnutzung 1 Prozent des Listenpreises pro Monat angesetzt. Hinzu kommen pauschal 0,03 Prozent für jeden Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte.

Wird der Betriebs-Pkw tatsächlich aber nur selten für die Pendelstrecke benutzt, weil der Arbeitnehmer zum Beispiel oftmals auf Dienstreisen oder Außendienstterminen weilt, kann er eine günstigere Rechnung verwenden. Denn die 0,03-Prozent-Regel geht von der Annahme aus, dass der Pkw an 180 Tagen jährlich oder durchschnittlich an 15 Tagen monatlich genutzt wird. Sofern der Wagen seltener hierzu verwendet wird, kann der geldwerte Vorteil durch eine Einzelbewertung ermittelt werden. Dabei ist für die einzelne Fahrt jeder Entfernungskilometer mit 0,002 Prozent des Listenpreises zu bewerten.

Bislang hatte die Finanzverwaltung sich gesträubt, diese für Arbeitnehmer günstige Rechenmethode anzuwenden. Denn zwei BFH-Urteile vom 4.4.2008 (Az. VI R 85/04 und VI R 68/05) hatte das BMF mit einem Nichtanwendungserlass vom 23.10.2008 (Az. IV C 5 – S 2334/08/10010) belegt. Nachdem der BFH nun mit Urteil vom 22.9.2010 (Az. VI R 54/09) erneut seine Auffassung bekräftigt hat, schwenkt auch die Verwaltung um. Mit einem Anwendungserlass vom 1.4.2011 (Az. IV C 5 – S 2334/08/10010) lässt sie die Einzelbewertung jetzt zu, wenn der Arbeitnehmer in allen offenen Einkommensteuerfällen bis 2010 eine entsprechende Berechnung beantragt. Für das laufende Jahr 2011 gelingt das entweder sofort über den Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber oder anschließend über die Steuererklärung für 2011.

(TIPP) Grundlegend verbessert hat sich dadurch die steuerliche Situation für Arbeitnehmer, die mit dem vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Betriebs-Pkw durchschnittlich an weniger als 15 Tagen im Monat von der Wohnung zur Arbeit pendeln. Sie dürfen jetzt den Zuschlag durch Einzelbewertung ermitteln, indem die Tagesanzahl mit 0,002 Prozent des Listenpreises je Entfernungskilometer multipliziert wird. Beim Lohnsteuerabzug ist der Arbeitgeber jedoch nicht zu dieser Einzelbewertung verpflichtet. Er muss in Abstimmung mit dem Arbeitnehmer die Anwendung für jedes Jahr einheitlich festlegen und darf unterjährig nicht wechseln. Bei der Veranlagung zur Einkommensteuer ist der Arbeitnehmer nicht an die für die Erhebung der Lohnsteuer gewählte Methode gebunden und kann die Methode einheitlich für das gesamte Kalenderjahr wechseln.

(!) Trotz Anwendung der günstigen BFH-Rechtsprechung ist zu beachten, dass die Ermittlung des Zuschlags grundsätzlich weiter mit 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer und Monat vorzunehmen ist, betont das BMF. Denn die Einzelbewertung ist nur bei Einhaltung der folgenden Voraussetzungen zulässig:

  • Der Arbeitnehmer erklärt gegenüber dem Arbeitgeber monatlich schriftlich, an welchen konkreten Tagen (mit Datumsangabe) er den Firmenwagen tatsächlich für Fahrten Wohnung-Arbeitsstätte genutzt hat.
  • Stehen dem Arbeitnehmer gleichzeitig mehrere Firmenwagen zur Verfügung, ist der Zuschlag entsprechend seinen gemachten Angaben fahrzeugbezogen zu ermitteln.
  • Wird im Lohnsteuerabzugsverfahren eine Einzelbewertung vorgenommen, ist dies jahresbezogen auf insgesamt 180 Fahrten beschränkt.

Um im Veranlagungsverfahren zur Einzelbewertung wechseln zu können, muss der Arbeitnehmer gegenüber dem Finanzamt darlegen, an welchen konkreten Tagen er das betriebliche Kfz tatsächlich für die Fahrt zur Arbeitsstätte genutzt hat. Zudem hat er durch Belege glaubhaft zu machen, dass und in welcher Höhe der Arbeitgeber den Zuschlag mit 0,03 Prozent des Listenpreises ermittelt und versteuert hat. Das gelingt zum Beispiel durch die Gehaltsabrechnungen oder eine gesonderte Bescheinigung des Arbeitgebers, welche die Besteuerung des Zuschlags erkennen lässt.

 

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