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Finanzen

Gute Vorbereitung ist alles: Auf Unternehmer kommen 2018 einige Änderungen zu

Alle Jahre wieder: Auch 2018 erwarten die Unternehmer einige Neuerungen in der Gesetzgebung. Sie sollten sich im Idealfall noch in diesem Jahr mit den Änderungen vertraut machen und so gut wie möglich vorbereiten, denn böse Überraschungen können im nächsten Jahr in einigen Fällen teuer enden.

LKC-Gruppe / LKC-Gruppe

Die Kassennachschau kommt

Zum 1. Januar 2018 tritt die Kassen-Nachschau als nächste Stufe des sogenannten „Kassengesetzes“ in Kraft, eine weitere Regelung des Gesetzes zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen. „Die Kassen-Nachschau dient zur Prüfung der Aufzeichnungen und Buchungen von Kasseneinnahmen und -ausgaben auf deren Richtigkeit“, erklärt Malte Thalemann, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Partner der LKC-Gruppe, die ihren Sitz in Grünwald bei München hat. Das neue Gesetz erlaubt es den Finanzämtern, während der üblichen Geschäfts- und Arbeitszeiten eine unangemeldete Kassennachschau in den Betrieben durchzuführen. Dabei kann beispielsweise geprüft werden, ob der Bargeldbestand mit den Aufzeichnungen im Kassenbuch übereinstimmt oder ob alle Einnahmen und Ausgaben zeitnah im Kassenbuch erfasst werden. Werden dabei Mängel festgestellt, kann ohne vorherige Prüfungsanordnung zu einer Außenprüfung übergegangen werden.

Betroffen von der Kassennachschau sind alle Betriebe – nicht nur diejenigen, in denen elektronische Registrierkassen zum Einsatz kommen, sondern auch solche mit offenen Ladenkassen. „Mit der Einführung der Kassennachschau will der Gesetzgeber den Druck auf steuerunehrliche Unternehmen erhöhen“, erklärt Thalemann. So werden bei Verstößen auch Bußgelder von bis zu 25.000 Euro verhängt. Unternehmer sollten also prüfen, ob sie auf eine eventuelle Kassennachschau bereits zum Jahresbeginn vorbereitet sind, damit sie von unangekündigtem Besuch nicht negativ überrascht werden.

Die Datenschutzanforderungen werden verschärft

Ab dem 25. Mai 2018 gelten die gesetzlichen Regelungen der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in jedem EU-Mitgliedstaat. Dadurch soll der Datenschutz in Europa vereinheitlicht werden. „Es gibt viele Bereiche, wo es für die Unternehmen kaum Veränderungen gibt. Aber wo sich etwas ändert, gibt es viel zu tun“, betont Thalemann.

Damit es im Frühling bei den Betroffenen kein böses Erwachen gibt, müssen sich Geschäftsführer und IT-Abteilungen rechtzeitig auf die Gesetzesänderung einstellen. Die DSGVO bezieht sich auf personenbezogene Daten, wie Namen, Adressen, Bankverbindung sowie Daten über den Gesundheitszustand oder die persönlichen Einstellungen und gilt grundsätzlich für öffentliche und nicht-öffentliche Stellen. Die neue Regelung mit ihren vielen Änderungen bedeutet für die Firmen nun eine stärkere Kontrolle. Denn der Umgang mit sensiblen Personendaten erfordert ein gewisses Maß an Sicherheitsvorkehrungen, wie der Pseudonymisierung und Verschlüsselung personenbezogener Daten. Sollten diese verletzt werden, sieht die DSGVO erhebliche Bußgelder vor.

Wenn die Unternehmen ihre Prozesse nicht bereits an die Grundverordnung angepasst haben, empfiehlt Thalemann dringend, alles auf den Prüfstand zu stellen und gegebenenfalls auf den neuesten Stand zu bringen. Für die Umsetzung und Einhaltung der Richtlinien nimmt er vor allem die Datenschutzbeauftragten (DSB) in die Pflicht. Der DSB kann entweder ein Mitarbeiter aus dem eigenen Haus sein, der die Aufgaben neben anderen Pflichten erfüllt, oder es kann ein Externer sein, der sich darauf spezialisiert hat, Unternehmen zu beraten.

Ein Fokus der Datenschutz-Grundverordnung liegt auf dem Grundsatz der Datenportabilität. Er gibt künftig jedem das Recht, alle eigenen Daten bei einem Unternehmen zu erfragen und diese auch ausgehändigt zu bekommen. Hier sieht Thalemann noch großen Nachholbedarf seitens der Unternehmen und der Verwaltung: „Die Daten müssen nun so gespeichert und auch übermittelt werden, dass die Anforderungen aus der DSGVO erfüllt sind. Es betrifft alle Daten, die im Geschäftsverkehr eine Rolle spielen“, erklärt er. Wie bisher wird auch künftig die Datenverarbeitung im privaten Kundenverkehr auf der Grundlage der Einwilligung der betroffenen Personen möglich sein; Voraussetzung ist, dass diese freiwillig erfolgt und die Betroffenen informiert werden.

Das Transparenzregister wird strenger überprüft

Bereits seit dem 1. Oktober dieses Jahres gilt das elektronische Transparenzregister. Juristische Personen des Privatrechts (zum Beispiel GmbH, UG haftungsbeschränkt, SE), rechtsfähige Personengesellschaften (OHG, KG, GmbH & Co. KG), Stiftungen, Genossenschaften, Vereine und Partnerschaftsgesellschaften sowie Trustees und Treuhänder müssen ihre wirtschaftlich Berechtigten darin eintragen. „Ein Verstoß gegen diese neue Regelung kann sehr teuer werden“, warnt Thalemann und weiß: „Viele Unternehmen sind ihrer Meldepflicht bislang noch nicht nachgekommen.“ Im kommenden Jahr werden die Registrierungen im Transparenzregister wohl strenger geprüft als bisher – bei einer freundlichen Ermahnung, die in der Übergangszeit aus Kulanzgründen bisher oftmals erfolgte, bleibt es dann nicht mehr.

„Unternehmen, die sich noch nicht gemeldet haben, müssen nun schnellstens reagieren und ihre wirtschaftlich Berechtigten dem Transparenzregister melden. Dies betrifft nicht nur gewerbliche Unternehmen, sondern ebenfalls wegen Gemeinnützigkeit steuerbegünstigte Organisationen“, erklärt er. Als wirtschaftlich Berechtigter zählt jeder, der zu mehr als 25 Prozent an einem Unternehmen oder einer Organisation beteiligt ist oder Stimmrechte in mindestens dieser Höhe hat. Aufatmen können Unternehmer wie Friseure, Bäcker oder Landwirte, die ihr Unternehmen als Einzelunternehmen betreiben. Sie bleiben – wie auch die Gesellschaft bürgerlichen Rechts – von der Meldepflicht verschont.

Wer sich beim Transparenzregister melden muss, ist verpflichtet, seinen Vor- und Nachnamen, das Geburtsdatum, den Wohnort sowie Art und Umfang des wirtschaftlichen Interesses anzugeben. „Wenn sich die Angaben aber schon anderweitig elektronisch abrufen lassen, etwa über das Unternehmensregister, ist eine Meldung nicht mehr notwendig“, sagt Thalemann. Trotzdem sollte jeder Betroffene prüfen, ob er noch Daten melden muss. Es sei jedes Mal eine Einzelfallentscheidung, die davon anhänge, ob die Daten im Unternehmensregister vollständig und aktuell sind.

Die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter steigt

Eine finanzielle Erleichterung, die sich ab 2018 für Unternehmer eröffnet, ist die Anhebung der Grenze für sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG). Diese steigt von 410 Euro auf 800 Euro (§ 6 Abs. 2 Satz 1 EStG) und gilt für Investitionen, die nach dem 31.12.2017 getätigt werden. „Wer also Anschaffungen plant, die über 410 Euro liegen, sollte überlegen, ob sich diese noch bis zum nächsten Jahr verschieben lassen“, empfiehlt Thalemann. Unter die Definition der GWG fallen abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die zu einer selbstständigen Nutzung fähig sind, beispielsweise Telefone oder Kleinmöbel.
Änderungen gibt es auch bei den Grenzen für Sofortabschreibungen und sogenannte Poolabschreibungen: So beträgt die neue Grenze für eine Sofortabschreibung (§ 6 Abs. 2 S.4 EStG) nun 250 Euro. Wirtschaftsgüter bis zu diesem Betrag können sofort gewinnmindernd als Betriebsausgabe erfasst werden und unterliegen keinen weiteren Aufzeichnungspflichten. Bei der sogenannten Poolabschreibung können alle Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens eines Jahres im Gesamtwert von bis zu 1.000 Euro zusammengefasst und über einen Zeitraum von fünf Jahren abgeschrieben werden“, erläutert Thalemann. Auch hierfür wird ab 2018 die untere Grenze für alle Anschaffungen aus dem „Pool“ von 150 Euro auf 250 Euro angehoben (§ 6 Abs. 2a EStG). Bei den Geldgrenzen handelt es sich immer um die Nettoanschaffungskosten.

LKC-Gruppe
Die LKC-Gruppe ist Mitglied von HLB Deutschland und berät an mehr als 21 Standorten in Bayern, unter anderem in München und Nürnberg, aber auch in Berlin und Stuttgart in allen Fragen der Wirtschaftsprüfung sowie der Steuer- und Rechtsberatung. Sie beschäftigt mehr als 440 Mitarbeiter, davon rund 100 Berufsträger, und bietet Full-Service für Unternehmer, Unternehmen, Freiberufler, aber auch für Stiftungen, Vereine und Kommunen an. Die LKC-Gruppe hat 2016 einen Umsatz von 35 Millionen Euro erzielt und gehört damit bundesweit zu den 15 führenden Gesellschaften der Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüferbranche. Weitere Informationen unter www.lkc.de.

HLB Deutschland GmbH
HLB Deutschland ist ein 1972 gegründetes Netzwerk von 20 selbstständigen und unabhängigen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften an 35 Standorten. Aktuell sind 207 Partner und 1.432 Berufsträger und Mitarbeiter unter dem Dach der HLB Deutschland für die meist mittelständischen Mandanten in Wirtschafts- und Steuerfragen tätig. HLB Deutschland gehört mit einem Gesamtumsatz der einzelnen Mitglieder von 189 Millionen Euro im Jahr 2016 zu den Top 3 der in Deutschland tätigen Netzwerke. HLB Deutschland ist unabhängiges Mitglied von HLB International. Weitere Informationen unter www.hlb-deutschland.de.

 

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