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Wenn das Vergessen zum Alltag gehört

Der Freitod von Gunter Sachs hat die Nation aufgerüttelt und wirft wieder die Frage nach dem Phänomen Alzheimer-Demenz auf. Vor allem die Frage, ob diese Krankheit heilbar ist, beschäftigt nicht nur ältere Menschen. Medizinaspekte.de beantwortet hierzu die wichtigsten Fragen:

Gerd Altmann / pixelio.de

Was unterscheidet eine Demenz vom normalen Altwerden?

Eine Demenz definiert sich dadurch, dass Gedächtnisstörungen über einen Zeitraum von mindestens 6 Monaten ohne Unterbrechung anhalten und dass zusätzlich Einschränkungen im Urteils- und Denkvermögen vorliegen. Wichtig hierbei ist, dass die beschriebenen Veränderungen für die Betroffenen zu nachhaltigen Behinderungen im Alltag führen und in diesem Zeitraum keine Bewusstseinsstörungen vorliegen dürfen. In einem verlangsamten, umständlichen, zähen Gedankenfluss und damit auch Spracheinschränkungen, wie zum Beispiel Wortfindung- und Orientierungsstörungen, die zuerst Zeit, später auch Ort, Autobiografie und Situation betreffen, lässt sich ein Indiz für die Krankheit finden.

Eigenbild – Fremdbild: Welche sind erste Anzeichen für eine Demenz?

Zu unterscheiden sei hier die Selbsteinschätzung der Betroffenen von den ersten Eindrücken der Angehörigen. Erstere beklagen zu Anfang meist eine mangelnde Konzentrations- und Merkfähigkeit, die zunächst das Neugedächtnis, dann das Altgedächtnis und schließlich die gesamte Ordnung des Zeitgitters betreffen,die Angehörigen hingegen bemerken zumeist eine verringerte Auffassungsgabe und häufig eine depressive Verstimmung oder ein verändertes Sozialverhalten, wie beispielsweise aggressive Durchbrüche.

Wie entsteht Alzheimer?

Alzheimer entsteht dadurch, dass die Nervenzellen und damit das gesamte Gehirn schrumpfen. Außerdem kommt es durch Genmutationen zu einer Ablagerung sogenannter Alzheimerfibrillen in und sogenannter Amyloidplaques außerhalb der Nervenzellen. Ein verändertes Gleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn liegt auch vor. Es gibt aber auch externe Faktoren, die Einfluss auf die Entstehung der Erkrankung nehmen. Es ist ein komplexes Zusammenspiel genetischer und externer Faktoren, die  zu Veränderungen im Gehirn und somit zum Ausbruch der Erkrankung führen.

Was begünstigt Alzheimer?

Das größte Risiko ist aller Wahrscheinlichkeit nach steigendes Lebensalter. Aber auch ein geringer Grad an körperlicher Fitness, niedriges Bildungsniveau, Konsum großer Mengen Alkohol und Nikotin, ein durchlebtes Schädelhirntrauma, langjähriger Boxsport, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und die Artherosklerose werden aber auch mit Alzheimer in Verbindung gebracht. Studien zufolge kann man sich bis zu einem gewissen Maße schützen: Die Einnahme antientzündlicher Substanzen, wie zum Beispiel NSAIDs oder die Hormontherapie in der Postmenopause sollen vorbeugend wirken.

Ist Alzheimer vererblich?

Es wird ein spontan auftretender Alzheimer von einer familiären Form unterschieden, deren Vererbungsmuster aber bis heute noch nicht bekannt ist. Weitestgehend gesichert ist jedoch, dass das Erkrankungsrisiko für Verwandte 1. Grades zwei bis drei Mal erhöht ist. Die familiäre Form unterscheidet sich hinsichtlich des Krankheitsverlaufes nicht von der sporadischen.

Wie findet man heraus ob es Alzheimer ist?

Da die Alzheimersche Erkrankung eine Ausschlussdiagnose darstellt, müssen zunächst andere Ursachen für den Gedächtnisverlust auf internistischer, neurologischer und psychiatrischer Ebene abgeklärt werden. Erst dann begibt man sich an die eigentliche Demenzdiagnostik. Dazu dienen apparative Untersuchungen wie das CT ( Computertomogramm ), das MRT (Magnetresonanztomographie ) und das PET (Positronenemissionstomographie ), um strukturelle Veränderungen im Gehirn erkennen zu können. Weiterhin können sich die Betroffenen neuropsychologisch testen lassen, um die kognitiven Fähigkeiten beurteilen zu können. Da bei dieser Form der Erkrankung Störungen komplexer Funktionen vorliegen, ist die Einschätzung des Untersuchers von großer Bedeutung.

Ist Alzheimer heilbar?

Nein, nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ist die Alzheimersche Erkrankung nicht heilbar, aber je eher die Diagnose gestellt werden kann, haben Betroffene und Angehörigen Möglichkeiten, die das Fortschreiten hinauszögern und zu einer erhöhten Lebensqualität führen können. Reines Gedächtnistraining und sei es noch so intensiv, kann die kognitiven Leistungen nicht aufbessern, führt aber sehr wohl zu einer erhöhten Zufriedenheit der Patienten.

Was kann ich als Angehöriger tun und wer kann mir weiterhelfen?

Wichtig ist, dass Patienten in einem frühen Krankheitsstadium und ihre Angehörigen gleichermaßen über die Krankheit aufgeklärt werden, damit umgehen lernen und auf den Verlauf der Erkrankung vorbereitet werden. Wichtig ist auch, dass Angehörige von Demenzpatienten häufiger an bestimmten Erkrankungen, wie zum Beispiel an Depressionen leiden, was wiederum unter Umständen einen negativen Einfluss auf den Verlauf der Demenzerkrankung hat, da die Patienten sehr empfindlich auf Veränderungen in ihrer Umwelt reagieren. (MEDIZIN ASPEKTE 08/2005)

Weitere Informationen gibt es unter medizin-aspekte.de oder bei der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft.

 

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