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Buchtipp

In der Verschiedenheit liegt die Chance

„Wir suchen kreative Köpfe für unser junges Team“ – In unzähligen Stellenausschreibungen ist dieser Satz zu lesen. Die Frage ist: Wie hoch ist die Trefferquote, wenn jeder zweite Arbeitgeber Kreative sucht? Coach und Autor Hermann Scherer räumt auf mit Plattitüden.

Hermann Scherer

 Selbst wenn es ein Leichtes wäre, diese kleinen Genies zu finden: Wer hat gesagt, dass ein einzelner durchgeknallter, ideenreicher, kreativer Typ – oder eben eine ganze Mannschaft von Kreativen – ein Unternehmen tatsächlich kreativ macht?

Wie wird Kreativität generiert?

Wer Innovationen erzeugen will, versucht in der Regel, die Kreativität der einzelnen Mitarbeiter zu fördern. Ganze Buchregale erklären, wie man neue Ideen aus Menschen herauskitzeln kann. Da lässt man die Angestellten wochenlang im stillen Kämmerlein an ihren Projekten tüfteln, trommelt sie nach der Lektüre eines inspirierenden Ratgebers zu einem „Kreativ-Meeting“ zusammen, leitet das Event mit diversen Techniken und Spielchen ein, um in den letzten zehn Minuten – wenn die Ergebnisse ausbleiben – dann doch auf Knopfdruck zu verlangen: Sei kreativ! So als würde man sagen: Sei spontan! Aber bitte jetzt. 

Klingt absurd? Ist es auch. Denn Kreativität lässt sich nicht erzeugen. Erzeugen lassen sich lediglich Rahmenbedingungen, in denen Kreativitätsmuster emergieren können. Wenn wir also über Kreativität reden, reden wir nicht über direkte Variablen, sondern über indirekte Faktoren.

Die Frage ist: Welche Faktoren sind förderlich für Kreativität?

Kreativität in einem Team, einer Abteilung oder ein System ist im Grunde nichts weiter, als die Fähigkeit, gewisse Muster, wie ein Prozess durchgeführt wird, zu ändern. Meist ist die Rede von einem Prozessmusterwechsel.

Man könnte auch sagen: Altes auf neue Weise denken. Intelligente Systeme, die den Prozessmusterwechsel beherrschen, sind Systeme, die mit internen Spannungsverhältnissen arbeiten, weil diese instabilen Phasen, ein klein wenig Chaos erzeugen.

Und Systeme mit instabilen Phasen erzeugen die Möglichkeit zum Übergang zum neuen Muster – also zu dem, was wir Kreativität nennen.

Wer also kreative Systeme schaffen will, braucht keine hundert Kreativen um sich zu scharen. Hundert ausgefallen gekleidete Menschen in einem Raum zusammengepfercht wirken auch nicht mehr ausgefallen, sondern gleich. Auch in der Natur entstehen Ordnungsmuster nicht aus Harmonie, sondern aus Widerspruch. Wer kreative Teams schaffen will, muss also die Unterschiedlichkeit im System gewährleisten. Er muss Netzwerke bauen, in denen die Spannung hoch ist, in denen Störer und Querulanten nicht nur zugelassen, sondern willkommen sind. So entstehen Rückkopplungsmechanismen, die immer wieder dafür sorgen, dass sich stabil gewordene Zustände wieder auflösen.

 

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