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Markenanwälte erwarten massenhaft Rechtsverletzungen

Die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) hat 1.930 neue Domainendungen wie .web oder .shop bekannt gegeben. Außerdem wurden die Namen aller Bewerber zu den jeweils gewünschten Endungen veröffentlicht.

RAW Marc Quandel

Neben den bereits bestehenden rund 200 Endungen für Länder wie .de für Deutschland und denen für Firmen oder Organisationen wie .com,.org und .net sollen jetzt 1.930 neue Domain-Endungen dazukommen, u. a. viele Städte-, Marken- und Branchennamen, wie .bayern, .berlin, .bmw, oder .app. Die neuen Endungen konnten von Organisationen und Unternehmen beantragt werden. Jeder Bewerber musste mindestens 185.000 Dollar investieren – ohne Rückzahlung bei Nichtberücksichtigung des Top-Level-Domain-Wunsches.

Ansturm trotz unklarer Bedingungen

Damit beginnt schon jetzt ein Run auf die begehrten neuen Endungen, die erst ab 2013 im Web erreichbar sein werden. Der Registrierungsanbieter United Domains hat beispielsweise nach eigenen Angaben bereits 450.000 Vorbestellungen für Domainwünsche mit zahlreichen der neuen Endungen erhalten, obwohl die Registrierungsbedingungen sowie die Gebühren noch völlig unklar sind. Die Ursache dieses Runs liegt darin, dass es bereits seit Jahren für gewerbliche wie auch private Websitebetreiber eine große Herausforderung ist, den Wunschnamen einer Website zu registrieren – denn jeden Namen kann es nur einmal mit einer der gewünschten Endungen geben. Da Unternehmen in der Regel alle interessanten Endungen für sich und ihre Marken von der nationalen .de über die .com und .info bis zu allen relevanten nationalen Endungen registrieren, ist die Luft für die Namensfindung schon lange dünn.

Zahlreiche Interessenkonflikte sind zu erwarten

Bei der nun zu erwartenden Registrierungsflut ist damit zu rechnen, dass es zu zahlreichen Interessenkonflikten kommen wird, die teure juristische Folgen haben können. Probleme gibt es schon jetzt – so konkurrieren die Netzriesen google und amazon bei insgesamt 21 Endungen. Alleine für die begehrte Endung .app gibt es 13 Bewerber. In solchen Fällen erwartet die ICANN, dass sich die Bewerber untereinander einigen. Wenn das nicht gelingt, sollen die Endungen versteigert werden. Mit einer großen Anzahl an Streitigkeiten ist aber zu rechnen, wenn Endungsinhaber TLDs wie zum Beispiel .shop vermarkten werden – insbesondere wenn ungeprüft registriert wird und damit Rechte anderer verletzt werden.

Unternehmen sollten vorsichtig sein

„Mit vielen Markenrechtsverletzungen ist zu rechnen“, warnt Marken- und Domain-Anwalt Marc Quandel aus Düsseldorf: „Inhaber von Namens- und Markenrechten müssen einiges beachten. Sofern sie selbst eine neue Wunschendung nicht angemeldet haben, sollten sie überprüfen lassen, ob jemand anders bereits ihre Marke für eine der neuen Domains angemeldet hat. Diese kann im Internet natürlich nur einmal existieren, und die ICANN schafft nun Fakten, die dann nur mit teuren Schlichtungsverfahren zu beseitigen sind. Unternehmen müssen stets auf der Hut sein, um Wettbewerbsnachteile durch Markenverletzungen zu vermeiden. Markeninhaber sollten die neuen Domains prüfen lassen und Missbrauchsfälle ausfindig machen. Innerhalb bestimmter Fristen besteht die Möglichkeit, auf Rechtsverstöße hinzuweisen oder – wenn sich Markeninhaber in ihren Rechten verletzt sehen – ein Verfahren anzustrengen.“

 

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