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Berlin ist „geil“, München ein großes Dorf und Hamburg steif

Viele junge Menschen, die heute „irgendwas mit Medien“ unternehmen möchten oder einen Job in der „Kreativbranche“ suchen, zieht es nach Berlin. Medienberichte über eine angebliche Zunahme prekärer Arbeitsverhältnisse und Dauerpraktikanten scheinen sie nicht abzuschrecken – ganz im Gegenteil.

Dr. Stephan Barth / pixelio.de / pixelio.de

Berlin punktet mit seinem „sexy“ Image, während Hamburg manchen zu kühl und zu steif, Stuttgart zu brav und bieder und München wie ein überdimensioniertes Dorf mit Bier, Weißwurst und Brezeln vorkommt. Sicher, alles Klischees, doch oft findet die Entscheidung für eine Stadt nicht im Kopf statt, sondern ist eine rein emotionale Angelegenheit.

Es lebe das Klischee!

Die Chemnitzer Band „Kraftklub“ hat den Berlin-Hype unlängst in dem Song „Ich will nicht nach Berlin“ satirisch auf die Schippe genommen. Dort heißt es: „Doch auch wenn andere Städte scheiße sind/Ich will nicht nach Berlin“. Insbesondere die jungen Kreativen bekommen von den Jungs aus „Karl-Marx-Stadt“ eine volle Breitseite ab. Kraftklub singt: „Ich habe da gerade so’n Projekt – super! Noch nicht konkretes, aber sehr geil/ Businessmäßig hab ich mich da noch nicht festgelegt/Irgendwas im ‚creative’ Bereich – Auf jeden Fall!/Bloß kein Nine To Five Job/Find ich ja mega ätzend!/Genau, ich mach einfach einen Fashion Blog – geil!/Und laufe dann mit meiner Spiegelreflex durch Friedrichshain und mache Fotos von ‚Streetern’ und interessanten Leuten/Hauptsache hier in Berlin!“

Personalexperte: Es spricht nichts gegen den Berlin-Hype

Doch was spricht eigentlich gegen den Berlin-Hype, zum Beispiel aus der Sicht eines Personal- und Arbeitsmarktexperten. „Ich finde, nichts spricht dagegen – Berlin ist geil! Man muss nur sehen für wen und was. Alles was Kreation, Brand-Building, Marketing, Headquarter, Repräsentation, Consulting, Sales-Office ist – dafür ist Berlin der Knaller“, sagt centomo-Geschäftsführer, Michael Zondler. Zumal mit den internationalen Kontakten in Berlin auch der Deutsche ein Metropolen-Gefühl entwickele, so der Personalexperte aus Sindelfingen: „ Wenn ich von Stuttgart nach Berlin komme denke ich immer: juhuu, endlich in der Stadt! Berlin steht sicher noch nicht für nachhaltige Forschung und Entwicklung und Produktion. Berlin wird auf lange Sicht auch wirtschaftlich erfolgreich. Es zieht an. Momentan gibt es auf Monster nahezu gleich viele Jobs in München wie in Berlin… es ist eine andere Ausprägung.“

Laut Zondler sehen die Chancen in der so genannten Kreativbranche (Medien, Journalismus, Agenturen) zurzeit sehr gut aus. centomo denke sogar über eine eigene Tochterfirma in diesem Bereich nach: „Wir stehen mit einigen Agenturen in Verbindung. In diesem Segment entwickelt sich enorm viel. Tablet Computer (allen voran das iPad) beschleunigen die multimediale Entwicklung rasant. Selbst konservative Unternehmen wie Bosch lassen Apps basteln, um Ihre Produkte erlebbarer zu machen – das heißt Print, Online, App, Pad-App, Twitter Kanal und Facebook-Fanpage mit programmierten und gesteuerten Kampagnen machen den Mix. Dazu jede Menge Gewinnspiele, Events und sonstige Interaktionen mit den Zielgruppen. In der Branche geht die Post ab.“

Meistgesucht: Ingenieure, IT-Spezialisten und Expterten für Elektronik und Maschinenbau

Doch die gefragtesten Jobs sind laut Zondler zurzeit Ingenieure, IT-Spezialisten, Maschinenbauer, Elektronikexperten, im Prinzip also alles, was High-Tech sei, vermehrt aber auch Produktion und Logistik. „Es werden dito immer mehr Berater gesucht – Qualität, Prozessverbesserungen, standortübergreifende Methoden, Führungskompetenz, interkulturelle Themen. Außerdem New Media – also alles was nicht Print ist. Der Social Media Hype bindet immer mehr Ressourcen – ins Marketing zieht die neue Disziplin rasant ein – neue Agenturen sprießen aus dem Boden – regelrechte Gründerzeit, nicht nur, aber gerade auch in Berlin“. Es scheint also, dass junge Leute heute in Deutschlands Hauptstadt bessere Möglichkeiten denn je haben – man muss die Gelegenheit nur am Schopfe packen. Dass Berlin überdies „sexy“ ist, dürfte niemand bestreiten. Und „arm“ muss man dort auch schon längst nicht mehr sein.

 

Ansgar Lange

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