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Wenn Büros Mitarbeiter krank machen

Bei der Planung von Gebäuden und Büros stehen vor allem die Themen Energie, Umwelt und Design im Vordergrund. Viele Chefs machen sich weniger Gedanken um Lichtquellen, Lärm, Durchlüftung und Privatsphäre. Wer wichtige Elemente für das Wohlfühlen missachtet, muss mit einem höheren Krankenstand rechnen.

Rainer Sturm / pixelio.de

In der Planung moderner Bürowelten bleiben individuelle Vorlieben der Mitarbeiter zumeist auf der Strecke und gefährden so nicht nur die Produktivität, sondern in letzter Konsequenz auch die Motivation der Belegschaft. In der Realität setzen Architekten immer mehr den Transparenz-Grundsatz mit Glasfassaden, Glastischen, aufwendigen Lichtkonzepten und Glaswänden um – fehlt eigentlich nur noch die gläserne Toilette.

Gut gemeint, schlecht gemacht

„Denkt immer an die Menschen! Das muss man heute mehr denn je allen zurufen, die Büros planen und einrichten“, fordert Dominic Giesel, Sprecher der Initiative Wohlfühlarbeit. Ruhe, Entspannung, gesunde Atemluft, Wohlbefinden und der Schutz der Gesundheit seien Grundbedürfnisse, die befriedigt werden müssen. „Design und Funktionalität sind bedeutungsloses Beiwerk, wenn Architekten ihre Hausaufgaben nicht machen. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“, verdeutlicht Giesel.

Dem Experten zufolge macht das kompromisslose Ziel der Energieeffizienz häufig aus prämierten Bürogebäuden schon nach ein bis zwei Jahren Sanierungsfälle. „Luftdichte Gebäudehüllen, große Glasfassaden und thermoaktive Decken führen zwar zu einer hervorragenden Energiebilanz. Die Menschen leiden aber bei schlechter Planung an zu warmer und zu trockener Raumluft“, so Giesel. Mitarbeiter würden krank, wenn nicht nachträglich spezielle Büro-Luftbefeuchter eingebaut würden, unterstreicht der Fachmann.

Mitarbeiten in Raumplanung einbeziehen

Ähnliche Defizite gibt es auch bei der Lichtgestaltung, so Hauke Giesecke, Geschäftsführer des Planungsbüros team licht. „Leuchten werden stupide an Achsraster ausgerichtet, Büros fallen damit oft in eine einheitliche ‚Lichtsuppe‘. Die Arbeitsatmosphäre wirkt monoton und ist auf Dauer ermüdend. In der Planungsphase des Gebäudes wird die Bürobeleuchtung zu häufig unterschätzt, vergessen oder – schlimmer noch – als notwendiges Übel angesehen“, meint Giesecke. Viel wichtiger sei es, bei der Planungsphase aufzupassen.

Auch das sogenannte „Desk-Sharing“ oder „Open Space“ wirkt sich häufig negativ auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus. Ursache ist in der Regel der Zwang, Büroflächen drastisch zu verringern, um Kosten zu sparen. „Das Schrumpfen von Büroraum ist vergleichbar mit einer Crash-Diät. Häufig passiert das ohne Sinn und Verstand. Weniger Stauraum oder fehlende Privatsphäre können sich negativ auf die Bürotätigkeit auswirken“, warnt Britta Gneiting vom Büromöbelhersteller Steelcase.

Experten fordern schon seit langem, dass alle Arbeitsweisen unterstützt und den Mitarbeitern mehr Wahlfreiheiten eingeräumt werden sollten, wo, wann und wie sie arbeiten wollen. Somit gehe es um ein mobiles und selbstbestimmtes Arbeiten. Wichtig sei zudem, vor allem bei offenen Bürolandschaften auf den Lärmpegel zu achten. Ernst Harrer von Preform Akustikelemente rät: „Mitarbeiter können nicht per Gesetz oder Anweisungen von oben zum leiseren Sprechen verpflichtet werden. Trotz durchaus akzeptabler Nachhallzeiten in den Büros, ist die Satz- und Wortverständlichkeit oft so hoch, dass sich die Mitarbeiter untereinander bis in den letzten Winkel eines Raumes verstehen.“

Quelle: pte

 

FN

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