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Die Krise hat in den Köpfen der Deutschen deutliche Spuren hinterlassen

Wie jedes Jahr befragte die ARAG zusammen mit Emnid einen repräsentativen Bevölkerungsdurchschnitt nach den Erwartungen und Plänen für das kommende Jahr. Die Finanzkrise hat demnach in der Gemütsverfassung der Deutschen nachhaltige Spuren hinterlassen.

Wie jedes Jahr befragte die ARAG zusammen mit Emnid einen repräsentativen Bevölkerungsdurchschnitt nach den Erwartungen und Plänen für das kommende Jahr. Die Finanzkrise hat demnach in der Gemütsverfassung der Deutschen nachhaltige Spuren hinterlassen.

Unsere Wirtschaft boomt! Die Arbeitslosenquote ist die niedrigste
seit 1991. Besser als jedes andere Land steuert Deutschland aus der Krise. Der Aufschwung habe sich „eindrucksvoll zurückgemeldet“, staunten Mitte des Jahres sogar die Experten vom Statistischen Bundesamt – und die Wirtschaftsweisen schraubten das zu erwartende Wirtschaftswachstum in ungeahnte Höhen. Trotzdem sind die persönlichen Erwartungen der Deutschen an das Jahr 2011 eher gedämpft.

Konjunkturerwartungen bessern sich

Auffallend ist dabei, dass deutlich mehr Deutsche an eine anhaltende Konjunkturbelebung im kommenden Jahr glauben. 29,1 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben dies zu Protokoll. Im Vorjahr waren es
12,9 Prozent und 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise lag dieser Wert bei 8,5 Prozent. Nur Ende 2007, also vor der internationalen Finanzkrise, war dieser Wert mit 35,2 Prozent noch höher. Auch die Hoffnung auf eine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt zeigt ein Wiedererwachen des Vertrauens: Sahen 2007 noch 58,7 Prozent der Befragten optimistisch auf den zukünftigen Arbeitsmarkt, waren es 2008 nur noch 13,5 Prozent und im darauffolgenden Jahr 15,5 Prozent.

In der aktuellen Befragung äußerten 43,7 Prozent die Erwartung, der Arbeitsmarkt werde sich 2011 positiv entwickeln. Diese durchweg erfreuliche Entwicklung führt auch dazu, dass – zumindest im Bewusstsein der Deutschen – die Schere zwischen Arm und Reich sich langsam wieder schließt.

Investitionen – nicht im privaten Bereich

Vor der weltweiten Rezession 2007 rechneten noch 30,9 Prozent
aller Befragten mit einer Steigerung ihres Einkommens im Folgejahr. Diesen Optimisten machte die aufkommende Krise einen dicken Strich durch die Rechnung; beim ARAG Trend 2008 und 2009 glaubten dann auch nur noch 11,6 Prozent bzw. 13,8 Prozent der Deutschen an eine Gehaltserhöhung. Für das kommende Jahr rechnen mit 17,6 Prozent zwar wieder etwas mehr Menschen mit einer volleren Lohntüte, der Wert kann allerdings nicht an Vor-Krisen-Niveau anschließen. Allerdings scheinen die Deutschen für das neue Jahr an ihrem Investitionsverhalten wenig ändern zu wollen. So planten 9,5 Prozent der Deutschen für das Jahr 2008 große Anschaffungen. In den Krisenjahren 2009 und 2010 hatten nur noch knapp die Hälfte – nämlich 4,5 Prozent der Befragten – den Erwerb eines Autos oder den Kauf neuer Möbel auf der Agenda.

Für 2011 ist dieser Umfragewert mit 4,9 Prozent nur marginal gestiegen. Dabei sollten laut Regierung die Bürger mit Steuerentlastungen à la Wachstumsförderungsgesetz doch zu lebhaftem Konsum angeregt und so die Wirtschaft auf Wachstum getrimmt werden. Dieser Plan scheint gründlich daneben gegangen zu sein. Die Wirtschaft boomt zwar deutlich; die Bürger erwarten für sich selbst dadurch aber kaum eine Verbesserung.

Private Altersvorsorge bleibt auf der Strecke

Da bleiben sogar so wichtige Themen wie die private Altersvorsorge auf der Strecke. Für 2008 hatten sich immerhin noch 32,7 Prozent der Befragten vorgenommen in die private Altersvorsorge zu investieren. In den folgenden Krisenjahren sank dieser Wert erst auf 11,7 und dann auf 9,4 Prozent. Für 2011 verbessert sich dieser Wert nicht – mit 9,6 Prozent meint nur eine Minderheit, trotz Wirtschaftsboom genug übrig zu haben, um für die Zukunft vorzubauen. Die Wirtschaft mag also jubilieren – für die Bürger ist die Krise wohl noch länger nicht vorbei.

Im Rahmen ihrer allgemeinen Markt- und Gesellschaftsforschung führt die ARAG Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG seit 2007 in Zusammenarbeit mit TNS Emnid Befragungen zur Einschätzung der Bürgermeinungen in Deutschland durch. Die Umfrage „ARAG Trend“ findet jeweils im Frühjahr und im Herbst statt. Dabei werden mehr als 1.000 Menschen befragt.

 

ots/Redaktion

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