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Radiohören am Arbeitsplatz

Um am Arbeitsplatz für Abwechslung zu sorgen, schalten viele Arbeitnehmer das Radio an. Inwieweit dies erlaubt ist, haben ARAG Experten zusammengefasst.

Wilhelmine Wulff / pixelio.de

Bei einem monotonen Job kann der Arbeitstag ganz schön lang werden. Um gegen die Langeweile anzukommen, lassen Arbeitnehmer oftmals das Radio laufen. Aber ist das über- haupt erlaubt? Und: Unter welchen Voraus- setzungen darf der Arbeitgeber das Radiohören am Arbeitsplatz sogar verbieten?

Generelles Verbot möglich?

Das Bundesarbeitsgericht hat in einer Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 1986 klargestellt: Ein generelles Verbot des Arbeitgebers, am Arbeitsplatz das Radio einzuschalten, wäre unzulässig. Wird der Arbeitnehmer durch das Radiohören nicht gestört und erbringt seine Arbeitsleistung, verstößt er nicht gegen seine vertraglichen Pflichten – so die Richter in ihrem Beschluss (BAG, Az.: 1 ABR 75/83). Er ist ihm also freigestellt, ob er das Radio laufen lässt oder nicht.

Wenn’s die Konzentration der Kollegen stört…

Ein Problem könnte es aber geben: Die Kollegen. Wenn sie durch das Radiohören in ihrer Konzentration gestört werden, darf der Chef nach Auffassung des BAG anordnen, während der Arbeit kein Radio zu hören. Eine Lösung kann es hier aber geben: Die Kopf- hörer. Im Einzelfall sollte mit dem Arbeitgeber abgeklärt werden, ob sie zum Einsatz kommen. Ein Verbot ist auch immer dann zulässig, wenn das Radiohören sich nicht mit der Tätigkeit des Arbeitsnehmers vereinbaren lässt. Bei regel- mäßigen Telefonaten und Kundenverkehr kann das laufende Radio ein Störfaktor sein. Auch bei Ärzten und Krankenschwestern wird es schwierig: Sie müssen schließlich Notrufe hören können. In diesen Fällen geht es laut dem BAG nämlich un- mittelbar um die vom Arbeitnehmer zu erbringende Tätigkeit, deren Form und Inhalt der Arbeitgeber bestimmen kann.

Betriebsrat entscheidet mit

Wenn der Chef das Radiohören verbieten möchte, hat der Betriebsrat zwingend mitzu- bestimmen – das geht aus der Grundsatz- bestimmung des BAG hervor. War der Betriebsrat nicht an dem ausgesprochenen Verbot beteiligt, ist es unwirksam. Das heißt um Umkehrschluss aber auch: Nur in Betrieben ohne Betriebsrat kann der Arbeitgeber alleine bestimmen, ob das Radiohören für bestimmte Tätigkeiten oder zu bestimmten Zeiten untersagt ist.

Radio-Verbot ist bindend

Hat der Arbeitgeber ein wirksames Radio-Verbot ausgesprochen, muss der Arbeit- nehmer diesem folgen. Bei einem Verstoß muss er mit einer Abmahnung und bei wiederholtem Male mit einer verhaltens- bedingten Kündigung rechnen.

 

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