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Mehrheit der Deutschen sieht Globalisierung positiv

Die negativen Folgen spielen im Lebensalltag der Bürger nur eine untergeordnete Rolle

Bertelsmann/Boris BreuerROBA PRESS

Trotz weltweiter Wirtschafts- und Finanzkrise – eine deutliche Mehrheit der Deutschen (64 Prozent) verbindet mit der „Globalisierung“ etwas Positives. Geprägt wird diese Einstellung vor allem durch die persönliche Lebenssituation der Bürger. Zwar sind sich die Befragten durchaus der Globalisierungsrisiken bewusst, im Alltag der Deutschen spielen diese aber offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle infas-Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung , die heute anlässlich des Global Economic Symposium in Kiel vorgestellt wird.

Die Studie zeigt, dass der Einfluss der Globalisierung auf die persönliche Situation als relativ gering angesehen wird. So glauben nur 25 Prozent der Befragten, dass ihre soziale Absicherung ohne Globalisierung besser wäre. 22 Prozent der Bürger sind der Auffassung, dass ihre Arbeitsbelastung geringer wäre. 15 Prozent nehmen an, dass ihr Einkommen höher wäre und 14 Prozent glauben, ihr Arbeitsplatz wäre ohne die Globalisierung sicherer.

Dem Einfluss der Globalisierung auf die Situation Deutschlands messen die Bürger größere Bedeutung zu als auf die persönlichen Lebensverhältnisse. 55 Prozent der Befragten meinen, das Wirtschaftswachstum wäre ohne internationale Verflechtung geringer. 50 Prozent glauben, dass die Staatsverschuldung niedriger wäre. 41 Prozent nehmen dies für die Einkommensunterschiede an. Jeweils 37 Prozent sagen, Arbeitslosigkeit und Armut fielen geringer aus.

Mit Blick auf die weltweiten Auswirkungen des Globalisierungsprozesses sehen die Bürger die größten Nachteile für Umwelt und Klima. 43 Prozent meinen, die Umweltverschmutzung wäre ohne Globalisierung geringer und 37 Prozent glauben, der globale Klimawandel schreite langsamer voran. Positiv schätzen die Befragten die Auswirkungen auf die weltweite Armutsbekämpfung ein: Nur 29 Prozent glauben, dass sie ohne Globalisierung größer wäre. 31 Prozent meinen, die Gefahr von Kriegen wäre ohne die Globalisierung größer. 46 Prozent sind der Auffassung, der weltweite Bildungsstand wäre geringer.

Die Risiken, die von einem Großteil der Befragten erwartet werden, sind die weltweit wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sowie eine zunehmende Knappheit von Energie und wichtigen Rohstoffen. Jeweils 92 Prozent der Befragten meinen, dass diese Risiken eher oder sehr wahrscheinlich sind. Weitere erhebliche Risiken sehen die Deutschen darin, dass ein Staat Bankrott gehen könnte (81 Prozent), eine neue Spekulationsblase platzen könnte (78 Prozent) oder weltweit Nahrungsmittel und Wasser knapp werden könnten (77 Prozent). Der Ausbruch einer Pandemie (60 Prozent) oder von Handelskriegen (40 Prozent) wird als weniger wahrscheinlich erachtet.

Generell trauen die Deutschen nur wenigen Organisationen zu, die Risiken der Globalisierung in den Griff zu bekommen: 57 Prozent der Bürger nennen die G20 und 51 Prozent die Europäische Union. Dass es einzelne Regierungen schaffen könnten, glauben nur 38 Prozent der Befragten. Dabei ist das Vertrauen in die Problemlösungskompetenz Chinas mit 37 Prozent größer als das Vertrauen in die USA mit 30 Prozent.

„Die Ergebnisse der Umfrage belegen indirekt das Vertrauen der Deutschen in die Leistungsfähigkeit der Sozialen Marktwirtschaft. Dieses Konzept hat sich in der Globalisierung als erfolgreich erwiesen“, sagte Gunter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung, bei der Vorstellung der Studie. „Die Bürger spüren, dass wir mit unserem Wirtschaftsmodell die Krisensituation der letzten drei Jahre gut gemeistert haben. Allerdings sehen sie auch die ökonomischen Risiken der weltweiten Vernetzung und erwarten von der Politik entschlossenes Handeln.“

Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung, die von infas im Zeitraum vom 22. Juni bis zum 24. Juli 2011 im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt wurde.

 

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