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Big Data: gesellschaftlicher Nutzen wird unterschätzt

Die Digitalisierung der Wirtschaft und anderer Bereiche wie Gesundheitswesen, Verkehr oder Energie schreitet voran und lässt riesige Datenmengen entstehen. Neue Technologien wie „Big Data“ können helfen, diese Daten sinnvoll zu nutzen und gesellschaftliche Herausforderungen wie die Energiewende oder den demographischen Wandel zu bewältigen.

Die Digitalisierung der Wirtschaft und anderer Bereiche wie Gesundheitswesen, Verkehr oder Energie schreitet voran und lässt riesige Datenmengen entstehen. Neue Technologien wie „Big Data“ können helfen, diese Daten sinnvoll zu nutzen und gesellschaftliche Herausforderungen wie die Energiewende oder den demographischen Wandel zu bewältigen.

Die Möglichkeiten der Datennutzung sind in der Bevölkerung jedoch noch weitgehend unbekannt.. Nur jeder vierte Bundesbürger glaubt, dass ihm die Analyse großer Datenmengen einen persönlichen Vorteil bringt. Dabei sehen 80 Prozent von ihnen in persönlichen Daten ein wichtiges Wirtschaftsgut. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 1.008 Bundesbürger ab 14 Jahren im Auftrag des BITKOM. Die Befragten gaben Auskunft zur Bekanntheit von Big Data und dessen Bedeutung.

„In den aktuellen Datenschutz-Diskussionen steht häufig die Angst vor der wirtschaftlichen Ausbeutung persönlicher Daten im Mittelpunkt. Über die gesellschaftlichen Möglichkeiten von Big-Data-Technologien spricht hingegen kaum jemand“, sagt Michael Kleinemeier, Mitglied des BITKOM-Präsidiums. Ein Beispiel hierfür seien medizinische Anwendungen. So könnten durch neue Analyseverfahren Informationen aus Tausenden von Studien und anonymisierten Patientenakten genutzt werden, um personalisierte Therapien mit deutlich besseren Heilungschancen zu ermöglichen, etwa bei Krebspatienten.

Die Analyse großer, unterschiedlich strukturierter Datenmengen in hoher Geschwindigkeit fasse man unter dem Begriff „Big Data“ zusammen. So ließen sich beispielsweise bislang unbekannte Zusammenhänge erkennen, von der Medizin bis zur Umweltforschung. So würden in Stockholm Big-Data-Technologien eingesetzt, um den Straßenverkehr zu steuern. Durch die Echtzeit-Analyse von rund 250.000 anonymisierten Standortdaten von Verkehrsteilnehmern sowie Daten von unterschiedlichen Video- und Sensorsystemen könne man die individuelle Fahrzeit um bis zu 50 Prozent und die Schadstoff-Emissionen um 20 Prozent reduzieren.

Trotz der enormen Einsatzmöglichkeiten ist Big Data laut dem BITKOM noch relativ unbekannt. Jeder zweite Bundesbürger (53 Prozent) kennt den Begriff nicht. Weitere 22 Prozent haben ihn zwar schon einmal gehört, wissen aber nicht, was er bedeutet. Nur 14 Prozent der Bundesbürger kennen nach eigenen Angaben Big Data und wissen, was sich dahinter verbirgt. „Big Data wird eine der Schlüsseltechnologien für die Bewältigung der großen Zukunftsherausforderungen wie die Aufrechterhaltung eines exzellenten Gesundheitswesens oder die Umsetzung der Energiewende sein“, sagt Kleinemeier. „Um die Chancen von Big Data nutzen zu können und den Missbrauch zuverlässig zu verhindern, muss eine neue Balance beim Datenschutz gefunden werden.“

BITKOM Big Data Summit

Am 24. Juni 2013 findet der „BITKOM Big Data Summit“ in Bonn statt. Die Konferenz richtet sich an Entscheider in mittelständischen Unternehmen und informiert über die Einsatzmöglichkeiten und den Nutzen von Big-Data-Lösungen. Weitere Informationen: www.bitkom-bigdata.de. 

 

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