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Recht & Steuern

Erstmals 20 Millionen Steuererklärungen elektronisch abgegeben

Die alljährliche Steuererklärung steht bei vielen Bürgern in diesen Wochen an. Dabei steigt das Interesse an der elektronischen Steuererklärung, im vergangenen Jahr wurden bereits 20 Millionen Einkommensteuererklärungen online an das Finanzamt übermittelt.

Simon / Pixabay

Wie der Digitalverband Bitkom mitteilt, gab es im vergangenen Jahr mit 20 Millionen elektronisch abgegebenen Einkommensteuererklärungen (ELSTER) einen neuen Rekord. 2013 waren es 15 Millionen und gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um 3,9 Millionen oder fast einem Viertel (24 Prozent).

Das ELSTER-Verfahren zur elektronischen Übermittlung von Steuerdaten ist standardisiert und findet dadurch in vielen professionellen Steuerprogrammen Verwendung. Die nutzerfreundliche Software übernimmt auf Wunsch Eingaben aus den Vorjahren, ermöglicht eine Plausibilitätsprüfung der eingegebenen Daten und gibt auch für Laien verständliche Tipps zum Steuersparen.

FRISTEN FÜR DIE ABGABE DER STEUERERKLÄRUNG
Einkommensteuererklärungen für das Jahr 2015 sind bis zum 31. Mai 2016 an die Finanzverwaltung zu übermitteln. Wer allerdings einen Steuerberater beauftragt, hat noch sieben Monate länger Zeit.

Alternativ stellt die Finanzverwaltung das Programm „ElsterFormular“ zur Verfügung, das man sich auf der Website www.elster.de kostenlos herunterladen kann. Es ermöglicht die Dateneingabe in ein elektronisches Steuerformular, die Übernahme von unveränderten Angaben aus dem Vorjahr, eine Probeberechnung der Steuererstattung bzw. Steuernachzahlung und die verschlüsselte Übertragung der Steuererklärung an die Finanzverwaltung über das Internet. Der Digitalverband rät, darauf zu achten, jeweils die aktuellste Version der ELSTER-Software zu nutzen. Denn zum einen ändere sich das Steuerrecht von Jahr zu Jahr, zum anderen werde das Programm für die Datenübermittlung ständig überarbeitet, sodass ältere Versionen möglicherweise nicht funktionieren. Allerdings führe die Software vor Übertragung nur eine Plausibilitätsprüfung der Daten durch, sie gebe keine gezielten Hinweise, wie man Steuern sparen kann. Damit sei sie kein Ersatz für eine professionelle Steuerberatungssoftware kommerzieller Anbieter oder die fachkundige Unterstützung durch einen Steuerberater.

Wie schon in den Vorjahren gibt der Digitalverband Tipps zur Nutzung der ELSTER-Software:

  • Ausfüllen der Steuererklärung: Bei der elektronischen Steuererklärung gibt man die steuerlichen Daten am Bildschirm in Masken ein, die den herkömmlichen Steuerformularen auf Papier entsprechen. Allerdings wird diese Form nach Beendigung der Eingaben beim Ausdruck der Erklärung nicht beibehalten. Dies erschwert dem Anwender die Überprüfung seiner Eingaben. Auch kann am Bildschirm jeweils nur ein Ausschnitt eines Formulars angezeigt werden. Beim Ausfüllen der elektronischen Steuererklärung sollte der Anwender sorgfältig vorgehen, die vom Programm gegebenen Erläuterungen beachten und alle in den Formularen gestellte Fragen beantworten. Denn wer grob fahrlässig für ihn günstige Eintragungen bei ELSTER vergisst, kann dies später nur noch eingeschränkt korrigieren lassen. Werden Angaben im Formular schlicht vergessen, liegt darin aber noch keine grobe Fahrlässigkeit. Irrtümer und kleinere Fehler können dem Steuerpflichtigen aber nicht zum Nachteil gereichen.
  • Vorausgefüllte Steuererklärung: Seit 2014 unterstützt die Finanzverwaltung die Steuerpflichtigen mit vorausgefüllten Steuererklärungen, die auch von kommerziellen Programmen abgerufen werden können. Steuerpflichtige haben die Möglichkeit, in die Daten Einblick zu nehmen, die das Finanzamt über sie gespeichert hat. Insbesondere sind solche Daten abrufbar, die Dritte für den Steuerpflichtigen übermittelt haben – etwa Ertragsbescheinigungen von Kreditinstituten, elektronische Spendenbescheinigungen. Um seine Daten einsehen zu können, muss sich der Steuerpflichtige im ElsterOnlinePortal anmelden und authentifizieren. Darüber hinaus kann der Steuerpflichtige mit einer entsprechenden Vollmacht auch Dritte, wie seinen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein, bevollmächtigen, für ihn seine Daten einzusehen und bei der Erstellung der Steuererklärung zu verwenden.
  • Übermittlung der Daten: Die Daten der ausgefüllten elektronischen Steuererklärung werden von ElsterFormular verschlüsselt und mit Hilfe einer gesicherten Internetverbindung übertragen. Für die notwendige Authentifizierung des Antragstellers gibt es zwei Wege. Erstens: Übersendung eines unterschriebenen Papierausdrucks. Nach der elektronischen Übermittlung der Daten mit ElsterFormular druckt der Anwender die „Komprimierte Steuererklärung“ aus. Diesen Ausdruck unterschreibt er und sendet ihn per Post oder per Fax an das zuständige Finanzamt. Der zweite Weg ist das elektronische Zertifikat, mit dem die Steuererklärung komplett papierlos und ohne Unterschrift abgegeben werden kann. Das persönliche Zertifikat gibt es kostenlos unter www.elsteronline.de. Hierfür ist neben den persönlichen Daten nur die Eingabe der Steuernummer erforderlich.
  • Das Web-Angebot ElsterOnline: Ohne die Installation eines Programms kann inzwischen auch über das Web-Portal ElsterOnline eine elektronische Steuererklärung abgegeben werden. Dazu ist eine Registrierung erforderlich.

Zukunft des Besteuerungsverfahrens

Künftig soll es noch mehr Automatisierung geben: Mit dem Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens befindet sich gegenwärtig eine Initiative im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren, die für eine effizientere Erstellung des Steuerbescheids plädiert. Danach sollen Einkommensteuererklärungen nicht mehr von einem Beamten im Finanzamt geprüft werden, der einen Steuerbescheid erstellt, sondern der Steuerbescheid soll dann vom Computer erzeugt werden. Nur in Ausnahmefällen soll ein Finanzbeamter manuell die Angaben prüfen und in die Bescheiderstellung eingreifen. Die Finanzverwaltung könne sich dann „auf die Prüfung jener Steuerfälle konzentrieren, bei denen Auffälligkeiten festgestellt werden, die sonst womöglich übersehen würden“, so der Bitkom.

 

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