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Social Media Marketing

Google+ – Konkurrenz für Facebook, XING und Co.?

Thema aus aktuellem Anlass: Google+. Die für diese Woche angekündigte Folge „Social Media für Banken und Sparkassen“ erscheint dafür in der nächsten Woche.

Markus Gehlken

Seit dem 28. Juni 2011 ist Google+ – das soziale Netzwerk der weltweit größten und erfolgreichsten Suchmaschine – online. Nachdem Google mit dem Netzwerk Orkut nur in wenigen Gebieten Erfolg hatte, versucht man nun mit Google+, sich im Segment der sozialen Netzwerke zu etablieren.

Unter dem Motto „Teilen wie im richtigen Leben, neu erfunden für das Web“ versucht Google, mit einer Mischung aus neuen Elementen und bereits erfolgreich in anderen Netzwerken eingesetzten Features, eine große Fangemeinde zu gewinnen.

Google+ – eine ernsthafte Konkurrenz für Facebook oder XING?

Obwohl man aktuell nur Mitglied bei Google+ werden kann, wenn man:
a.) über ein Google-Konto verfügt und
b.) von einem Google+-Mitglied eingeladen wird,
gibt es bereits drei Wochen nach dem Start weltweit über zehn Millionen Mitglieder.

Doch was macht Google+ wirklich aus? Wo bestehen die Unterschiede zu Facebook und Co.? Auf den ersten Blick wirkt Google+ sehr aufgeräumt und übersichtlich und beschränkt sich auf das Wesentliche.

Als erstes gibt es die klassische Übersicht, die dem User die letzten Informationen aus seinem Netzwerk mitteilt. Das Interessante hier ist, dass man diese Neuigkeiten aus seinem Netzwerk noch einmal selektieren kann nach seinen eigenen Kreisen (Circles) – so ist mit einem Mouseclick eine einfache, zielgruppenorientierte News-Selektion möglich.
Google+ – eigene Kreise für eine bessere Struktur des Netzwerks

Neu bei Google+ sind die Kreise (Circles), die es ermöglichen, das eigene Netzwerk von vornherein schon in bestehende Gruppen zu unterteilen. So können zum Beispiel Familie und Freunde, Netzwerkkontakte, Medienanbieter oder Personen aus dem öffentlichen Leben eigenen definierten Kreisen zugeordnet werden.

Dabei ist es nicht mehr nötig, dass die Gegenseite den Kontakt bestätigt – es gibt hier nur noch die Rubriken:
a.) Personen in meinen Kreisen (Personen, die ich hinzugefügt habe)
b.) Personen, von denen Sie hinzugefügt wurden
c.) Finden und einladen (Personen, die Sie ggf. kennen bzw. interessant finden)

Bei der Veröffentlichung von Neuigkeiten, Fotos oder Videos können Sie übrigens flexibel entscheiden, wer Ihre Mitteilung sehen soll. Veröffentlichen Sie Privates, können Sie die Veröffentlichung auf Freunde und Familie begrenzen. Wollen Sie Neuigkeiten mit „allen auf der Welt“ teilen, können Sie diese Nachricht öffentlich gestalten.

Erster Eindruck zu den Kreisen: Es ist sehr einfach und angenehm, mit diesen Kreisen zu arbeiten. Haben Sie einen aktuellen oder interessanten Kontakt gefunden, ziehen Sie diesen einfach in den passenden Kreis. So ist er direkt einer Zielgruppe zugeordnet und bekommt genau die Neuigkeiten und Informationen von Ihnen, die Sie für ihn bestimmt haben. Das spart beim Aufbau bzw. bei der Struktur des eigenen Netzwerks sehr viel Zeit.

Google+ – das Profil eines Nutzers

Das Profil eines Google+-Users ist übersichtlich und überschaubar aufgebaut. Neben der Übersichtsseite für die eigenen Beiträge gibt es eine Über-mich-Seite, eine Seite für Fotos, eine für Videos sowie die Rubrik +1 – einer Funktion ähnlich dem „Gefällt-mir-Button“ von Facebook. Hier sind alle Beiträge aufgeführt, denen Sie selbst eine „+1“ vergeben haben.

Die Über-mich-Seite ist einfach gehalten, verzichtet auf überflüssige „Schnörkel“ und beinhaltet folgende Angaben:
a.) Vorstellung
b.) Beruf
c.) Ausbildung
d.) Bisherige Wohnorte (werden als Google-Map dargestellt)
e.) Private Kontaktdaten
f.) Geschäftliche Kontaktdaten
g.) Beziehung
h.) Ich suche
i.) Geschlecht
j.) Weitere Namen
k.) Sichtbarkeit in der Suche

Neben der meiner Meinung nach sehr übersichtlichen Handhabung der Privatsphäre muss man bei Google+ nicht, wie bei vielen anderen Netzwerken, erst ein Studium belegen, um die Mitgliedschaft in diesem sozialen Netzwerk wieder kündigen zu können.

Google+ hat die Option, sich aus dem sozialen Netzwerk wieder abzumelden, direkt in der Haupt-Konto-Übersicht hinterlegt, so dass auch der ungeübte User bei Nichtgefallen seine Teilnahme an diesem Netzwerk beenden kann.

Datenschutz auf Google+

Auch beim Datenschutz hat sich Google bemüht, dem User möglichst einfach alle Instrumente an die Hand zu geben, um sein eigenes Netzwerk und seine eigene Privatsphäre so sicher und geschützt wie möglich und gewünscht zu gestalten. So kann u.a. im Vorfeld geprüft werden, welche Daten öffentlich in Suchmaschinen gefunden werden dürfen, die mit dem Google-Profil verbundenen Konten (z.B. Twitter, LinkedIn, Facebook) sind jederzeit einsehbar und es kann individuell eingestellt werden, aus welchem Bereich und zu welchem Anlass man über Neuigkeiten aus seinem Netzwerk informiert werden will.

Erstes Fazit zu Google+

Google+ weist durchaus interessante Ansätze auf, um ein weltweit erfolgreiches Soziales Netzwerk und damit ein ernsthafter Konkurrent für Facebook zu werden. Auf den ersten Blick wirkt das Netzwerk aufgeräumt und ermöglicht auch dem ungeübten User eine einfache Nutzung sowie einen Schutz der privaten Daten.

Allerdings steht das Netzwerk noch am Anfang und man wird sehen, ob und in welchem Umfang dann mit Google+ letztendlich auch Geld verdient werden soll und ob dieses mit geschützten oder ungeschützten Nutzerdaten passieren wird.

Google+ orientiert sich aktuell eher in den privaten Bereich – reine Business-Portale wie XING oder LinkedIn haben hier wohl eher keine Konkurrenz zu befürchten.

Im 28. Teil dieser Serie nächste Woche erfahren Sie mehr zum Thema Social Media- Marketing für Banken, Sparkassen und Versicherungskonzerne.

 

Markus Gehlken

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