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IHK Lippe befragt Unternehmen

In der lippischen Wirtschaft scheint die Talfahrt gestoppt. Der IHK-Konjunkturklimaindex stieg von 65,9 Punkten im April 2009 auf 92 Punkte im August. Diese positive Entwicklung ist vorwiegend auf die gestiegenen Zukunftserwartungen der Unternehmen zurück zu führen.

IHK Lippe zu Detmold

Das ist das Ergebnis der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage für Lippe im August 2009. An der Befragung beteiligten sich 220 Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung mit rund 22.150 Beschäftigten.

Während sich die Bewertung der aktuellen Geschäftslage nur leicht zum Positiven verändert hat, ist die Erwartung für die Zukunft weitaus optimistischer als in den drei Vorumfragen. Mittlerweile blicken ein Fünftel der lippischen Unternehmen zuversichtlich auf die kommenden zwölf Monate. Der Anteil der Skeptiker hat sich halbiert. „Die Stimmung hellt sich auf. Es geht langsam wieder aufwärts“, interpretiert Ernst-Michael Hasse, Präsident der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) diese Ergebnisse. Es deutet somit einiges darauf hin, dass die Talsohle erreicht ist. „Wir bewegen uns allerdings auf niedrigem Niveau. Es geht nur langsam wieder aufwärts. Die Wegstrecke ist holprig und der Aufstieg wird mühsam sein. Die Wachstumsraten werden eher gering ausfallen“, gibt Hasse zu bedenken. Er warnt vor einer zu großen Begeisterung aufgrund dieser ersten positiven Anzeichen. Nach seiner Einschätzung spielen zum Teil auch psychologische Aspekte eine Rolle: Anges ichts der desolaten Lage können sich die lippischen Unternehmen nicht vorstellen, dass es noch schlechter werden kann.

Die Auftragsbestände sind bei der Mehrheit der Unternehmen unverändert niedrig. Der Anteil derjenigen, die über ein Anziehen der Nachfrage berichten, hat jedoch im Vergleich zur Frühjahrsumfrage leicht zugenommen. Die Kapazitätsauslastung zieht langsam an, die Mehrheit der antwortenden Unternehmen ist jedoch nachwievor unzufrieden.

Risiken in der Automobilwerkstatt

Risiken sehen die lippischen Unternehmen im Bereich der Automobilwirtschaft, denn dort wo die Abwrackprämie für zusätzliche Nachfrage gesorgt hat, stehen die Probleme erst noch bevor. Zudem werden Rückschläge erwartet, wenn die Impulse aus den Konjunkturprogrammen ausbleiben und die Auslandsnachfrage sich nicht erholt. Befürchtungen werden geäußert, dass die hohe Kurzarbeit zum Teil in Arbeitslosigkeit münden könnte. Für diesen Fall werden negative Auswirkungen auf den Konsum vorhergesagt. Einige Unternehmen berichten von Engpässen bei der Materialversorgung und sehen sich bereits wieder steigenden Beschaffungspreisen gegenüber. Ebenfalls wird ein Anziehen der Kosten durch steigende Steuerlasten befürchtet angesichts der extrem hohen Staatsverschuldung.

Das schwache Pflänzchen der konjunkturellen Erholung könnte durch die restriktive Darlehenspolitik der Kreditinstitute im Keim erstickt werden, prognostizieren Skeptiker. Mittlerweile beklagen knapp drei von zehn der antwortenden Unternehmen eine Verschlechterung ihrer Konditionen bei der Kreditvergabe. Der Hemmschuh für die Kreditfähigkeit der Unternehmen sind die schlechten Jahresabschlüsse. Liquiditätsengpässe werden daher gerade beim Anziehen der Konjunktur befürchtet.

Umsätze und Erträge stabilisieren

Umsätze, Erträge und Investitionsausgaben haben sich in der Vergangenheit negativ entwickelt. Für die kommenden Monate wird erwartet, dass sich sowohl die Umsätze als auch die Erträge auf niedrigem Niveau stabilisieren. Knapp drei von zehn Unternehmen unterstellen immerhin eine Verbesserung der Erlöse und Gewinne für die nächsten zwölf Monate, gut ein Fünftel befürchtet jedoch ein weiteres Absinken. Die geäußerten Investitionsabsichten bleiben verhalten. Nicht ausgelastete Kapazitäten, die schwierige Finanzsituation und die in Teilen der lippischen Wirtschaft schwache Nachfrage stehen einer Aufstockung der Investitionsbudgets entgegen.

Die Wirtschaftskrise ist zurzeit auf dem lippischen Arbeitsmarkt noch nicht vollständig angekommen. Zwar haben zwei Fünftel der antwortenden Unternehmen ihren Mitarbeiterstab reduziert, allerdings in der Mehrheit ohne Entlassungen vorzunehmen, ein Fünftel – doppelt so viele wie geplant – konnte die Zahl der Beschäftigten sogar ausweiten. Eine Vielzahl von Unternehmen hat die ungünstige Geschäftssituation mit Kurzarbeit überbrückt. In den kommen-den Monaten plant jedes zehnte Unternehmen den Personalbestand aufzustocken, der Anteil derjenigen, die die Zahl der Beschäftigten reduzieren wollen, ist jedoch drei Mal so hoch.

 

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