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Glaubwürdigkeit: Medien müssen transparenter werden, um gesellschaftliche Bedeutung zu wahren

Mediennutzende erwarten mehr Transparenz und die Abbildung der Meinungsvielfalt von den redaktionellen Medien. Öffentlich-rechtliche und private TV-Sender genießen höchste Glaubwürdigkeit, die Social-Media-Angebote der Medien müssen noch aufholen. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von nextMedia.Hamburg.

Zerbor / Fotolia.com

Für 66 Prozent der Deutschen ist Transparenz der wichtigste Aspekt, damit redaktionelle Medien weiterhin ihre gesellschaftliche Bedeutung erhalten können. Auch das Abbilden unterschiedlicher Meinungen aus der Bevölkerung wird von knapp der Hälfte der Befragten (48 Prozent) als Möglichkeit gesehen, um die Relevanz der Medien zu wahren. Das geht aus einer Statista-Umfrage im Auftrag der Hamburger Standortinitiative für die Medien- und Digitalwirtschaft nextMedia.Hamburg hervor, deren Ergebnisse erstmals auf dem Scoopcamp in der Hansestadt vorgestellt wurden. Befragt wurden nach eigenen Angaben vom 30. August bis 5. September 2016 insgesamt 1.000 Internetnutzer zwischen 18 bis 60 Jahren in Deutschland.

Lösungsorientierter Berichterstattung, ein unter dem Begriff Constructive Journalism diskutiertes Konzept, werde mit 30 Prozent deutlich weniger Wichtigkeit zum Bedeutungserhalt der Medien zugesprochen. Und eine Ausweitung der Social-Media-Aktivitäten sähen in diesem Zusammenhang sogar nur 15 Prozent der Befragten als probates Mittel, damit sich Medien weiterhin ihre gesellschaftliche Bedeutung erhalten, so die Standortinitiative zu den Umfrageergebnissen.

Vor allem Transparenz wird demnach als die beste Möglichkeit gesehen, um Glaubwürdigkeit zu schaffen: Drei von vier Befragten (75 Prozent; Mehrfachantworten möglich) halten Medien dann für besonders glaubhaft, wenn sie in der Berichterstattung offenlegen, aus welchen Quellen ihre Inhalte stammen. Eine andere Meinung als die Regierung oder „das Establishment“ zu vertreten, wirkt dagegen nicht mal bei jedem Vierten (24 Prozent) vertrauensstiftend. Und gerade einmal 13 Prozent glauben Medien dann eher, wenn sie ihre eigene Meinung teilten.

Traditionelle Medien liegen in der Glaubwürdigkeit vorn

Die höchste Glaubwürdigkeit unter den befragten 1.000 Bundesbürgern genießen der Umfrage zufolge die traditionellen Medien – allen Diskussionen um eine Vertrauenskrise zum Trotz – mit zum Teil deutlichen Abstand. So sprechen auf einer Skala von 1 (gar nicht glaubwürdig) bis 10 (extrem glaubwürdig) 59 Prozent den öffentlich-rechtlichen und privaten TV-Sendern Werte zwischen 7 und 10 zu. Die Online-Berichterstattung der Sender erhält 58 Prozent. Für die Printmedien liegt dieser Wert bei immerhin noch 54 Prozent, während er für die Glaubwürdigkeit der Online-Angebote von Tageszeitungen und Magazinen in Summe nur noch 44 Prozent beträgt.

Für die Standortinitiative nach eigenen Angaben „überraschend“ schneiden die „neuen Medien“, die ausschließlich online verbreitet werden, deutlich unterdurchschnittlich ab: Nur 28 Prozent der Befragten vergeben sieben oder mehr Punkte auf der Zehnerskala für Online-Only-Angebote. Noch dahinter landen die Social-Media-Angebote der Medien (20 Prozent) und Blogs von Privatpersonen (18 Prozent). Immerhin jeder Vierte hält dagegen die Social-Media-Posts namhafter Journalisten für ziemlich vertrauenswürdig, während dieser Wert für nicht-journalistische Influencer bei gerade einmal 16 Prozent liegt. Bei Postings oder Chat-Nachrichten von Freunden und Bekannten sind es übrigens 30 Prozent, die den Inhalten eine hohe Glaubwürdigkeit zusprechen.

Drei von vier Internetnutzern suchen aktuelle Nachrichten im Web

Laut der im Oktober veröffentlichten ARD/ZDF-Onlinestudie 2016 sind 84 Prozent der Deutschen (58 Millionen Menschen) online. 65 Prozent rufen täglich Inhalte im Web ab. Auf welchen Wegen die Bundesbürger zu den von ihnen genutzten Online-Nachrichtenangeboten gelangen, hat wiederum der Digitalverband Bitkom im Rahmen einer aktuellen repräsentativen Umfrage untersucht. Die Ergebnisse: Drei von vier Internetnutzern (76 Prozent) in Deutschland lesen oder schauen Nachrichten im Web, um sich über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren.

Dabei gelangen die Nutzer auf unterschiedlichen Wegen zu Nachrichtenangeboten. Vier von fünf Nutzern von Online-News (81 Prozent) verwenden Suchmaschinen wie Google oder Bing, um Nachrichtenquellen zu finden. 64 Prozent gehen direkt auf die Webseiten der Nachrichtenanbieter und 56 Prozent informieren sich mit Nachrichten-Apps auf ihrem Smartphone oder Tablet.

Immerhin jeder fünfte Nutzer von Online-News (19 Prozent) gelangt über soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Xing zu Nachrichtenquellen. 18 Prozent haben E-Mail-Newsletter abonniert, um sich über bestimmte Themen auf dem Laufenden zu halten. Immerhin 11 Prozent nutzen einen „Nachrichten-Aggregator“, der Inhalte aus unterschiedlichen Quellen übersichtlich aufbereitet.

 

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