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Praxis-Tipps: In zehn Schritten zu Ihrem eigenen Online-Shop

Die Umsätze des deutschen E-Commerce steigen stetig an. Allein im vergangenen Jahr konnten 25 Mrd. Euro erwirtschaftet werden. Doch kurzfristig einen Online-Shop aufzusetzen, frei nach dem Motto “Dabei sein ist alles”, will bedacht sein. Aktuelle Studien belegen, dass die richtige Auswahl eines passenden Shop-Systems, sich oftmals als zeitaufwändiger und umfangreicher erweist, als im ersten Moment erwartet.

S. Hofschlaeger / Pixelio.de

Online-Händler müssen sich auf ein schrittweises, strategisch verankertes Vorgehen beim Aufbau ihres Shops einlassen, um Umsatzpotenziale auszuschöpfen und auch langfristig Erfolge zu erzielen.

Der erste Eindruck entscheidet auch beim Online-Shop – umso wichtiger, gleich zum Auftakt im E-Commerce eine gute Figur abzugeben. Ein zielgerichteter Shop-Aufbau senkt Opportunitätskosten und bereitet ihr Produktportfolio für einen profitablen Online-Handel auf: Doch welches Shops-System bietet die höchste Anwenderfreundlichkeit? Wie sollen die Produkte im neuen Shop dargestellt werden? Und welche Zahlungsmöglichkeiten erwarten meine Kunden? Diese und weitere Antworten finden Sie in den folgenden “Zehn Schritten zu Ihrem eigenen Online-Shop”:

1. Analysieren Sie die Zielgruppe Ihres Shops

Kennen Sie die Nutzungs-Gewohnheiten und typischen Kaufinteressen Ihrer Kunden? Die Identifikation der richtigen Nutzergruppe ist ein wichtiger Bestandteil für Aufbau und Inhalte Ihres Shops. Bei der Zielgruppen-Analyse stehen vor allem die Wünsche, Bedürfnisse und Vorlieben der zukünftigen Shop-Besucher im Vordergrund. So können beispielsweise ansprechende Produkt-Präsentationen und zielgruppengerechte Features wie automatisierte Empfehlungen oder Bewertungs-Möglichkeiten in der weiteren Entwicklung Ihres Shop-Konzeptes einbezogen werden.

2. Lernen Sie aus Best und Worst Practices der Konkurrenz

Beobachten Sie die direkte Konkurrenz und sammeln Sie Highlights sowie Schwachstellen aus den Online-Shops Ihrer Mitbewerber. Überzeugt Sie eine Katalogstruktur? Oder entdecken Sie sogar Fehler, die Sie in Ihrem Online-Shop vermeiden können? Die intensive Vorabanalyse kann besonders Anlaufschwierigkeiten vorbeugen. Eine grundsätzliche, strategische Beratung unterstützt Sie in punkto E-Commerce Status-Quo, Usability-Fragen oder technischen Features.

3. Definieren Sie Ihre Anforderungen an ein Shop-System

Von einem vereinfachtem Bestellvorgang über eine ansprechende Darstellung der Produkte, bis hin zur benutzerfreundlichen Pflege im Backend: Erstellen Sie eine Liste mit Ihren Anforderungen. Soll der Shop eine intelligente Produktsuche bieten? Lässt sich der vorhandene Artikelbestand automatisiert importieren? Oder sind bidirektionale Schnittstellen notwendig? Die Wahl eines auf Ihre Anforderungen zugeschnittenen Shop-Systems ist entscheidend, um späteren Anpassungen und langwierigen Optimierungs-Prozessen vorzubeugen.

4. Achten Sie auf eine gute Schnittstellen-Anbindung

Beginnen Sei mit einer Bestandsanalyse: Besitzen Sie ein Warenwirtschafts- oder CRM-System, die verknüpft werden sollen? Welche Software ist bereits vorhanden und welche Schnittstellen können genutzt werden? Sei es der Austausch von Stammdaten, Kundendaten, Produktdaten oder Rechnungen – die Verknüpfung der relevanten Systeme und Datenbestände erspart Ihnen Kosten und Zeit. Setzen Sie auf eine automatisierte Anbindung, unter der ein dynamischer Stammdatenabgleich erfolgen kann und die Bestellabwicklungs-Prozesse erleichtert werden.

5. Wählen Sie eine skalierbare, technische Lösung

Eine skalierbare, technische Shop-Lösung sollte Ihre Anforderungen erfüllen und wird bei Bedarf gezielt auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Welche Dienstleister können Sie bei der Einrichtung des Online-Shops unterstützen? Sind Anpassungen an technische Entwicklungen und neue gesetzliche Rahmenbedingungen gegeben? Ist ein stetiger Support inbegriffen? Achten Sie auf eine einfache Bedienbarkeit des CMS. Setzen Sie auf eine Multi-Shop-Strategie oder wollen nach und nach ins Ausland expandieren eignet sich beispielsweise ein mandantenfähiges Shop-System.

6. Stellen Sie Ihr Produkt-Portfolio zusammen

Die Auswahl aus einem zugeschnittenen bzw. breiten Portfolio und eine ansprechende Darstellung Ihrer Produkte sind das A und O, um Kaufanreize zu schaffen. Kann das Produktbild vergrößert werden? Oder stehen für ein Produkt zusätzliche Varianten z.B. Farben oder Größen zur Verfügung? Je vielfältiger die Produktwelt, umso länger verweilen Kunden auf Ihrem Shop: Kreieren Sie Themenwelten, stellen Sie Verknüpfungen im Sortiment her oder zeigen Kollektionen in Produktvideos.

7. Setzen Sie auf technische und inhaltliche SEO-Optimierung

Online-Shops leiden oft unter Textarmut. Für eine inhaltliche SEO-Optimierung sorgen in erster Linie Produkt-Beschreibung und kurze thematische Textblöcke mit relevanten Keywords. So sollte z.B. die Startseite die wichtigsten allgemeinen Keywords beinhalten, die Ihre potenziellen Kunden in die Suchmaschine eingeben. Mangelhaft konfigurierte CMS-Systeme erzeugen oft unübersichtliche, nichtssagende URLs mit vielen Parametern. Die gezielte Strukturierung von Haupt-Domain und Unterverzeichnissen und ein suchmaschinenoptimierter Server sind jedoch entscheidend für eine gute Auffindbarkeit im Google-Ranking.

8. Schaffen Sie eine benutzerfreundliche Shop-Struktur

Von entscheidender Bedeutung ist, dass sich Ihr Besucher von der ersten Sekunde an gut in Ihrem Shop zurecht findet. Muss dieser sehr lange nach dem gewünschten Produkt suchen, wird er den Shop schnell wieder verlassen. Und auch der Bestellprozess führt zu Streuverlusten: Warum wurde ein Bestellvorgang abgebrochen? Optimieren Sie durch übersichtliche Formulare und eine breite Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten, um Abbruchraten zu verringern. Viele Kunden erwarten beispielsweise eine sichere SSL-Verbindung im Bezahlvorgang und eine automatisierte Bereitstellung ihrer beim letzten Besuch hinterlassenen Daten nach Log-In.

9. Bieten Sie auf eine breite Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten

Jeder dritte Warenkorb passiert nicht die virtuelle Kasse. Grund dafür: Die vom potenziellen Käufer akzeptierte Bezahlart wird nicht angeboten. Je breiter die Auswahl der Zahlungsmöglichkeiten, umso vertrauenswürdiger wirkt Ihr Bezahlsystem. Bieten Sie neben Sofortüberweisung und Rechnung das Payment via Kreditkarte, Nachname und ggf. auch mit Finanzierungsmodellen an, um die Akzeptanz Ihres Shops zu untermauern. Systeme wie Paypal, Giropay und Billpay erweitern das Spektrum.

10. Binden Sie Features für ein innovatives Shopping-Erlebnis ein

360-Grad Ansichten und Produktvideos sind die erste Wahl für ein ansprechendes Shopping-Erlebnis. Integrieren Sie außerdem Social Media oder Augmented Reality Features in Ihrem Shop, um sich von anderen Online-Händlern abzuheben: Kunden können sich beispielsweise über ihre Facebook Nutzerdaten in den Online-Shop einloggen und Artikel beim Stöbern kommentieren, “liken” oder teilen. Im Kaufprozess sehen die Nutzer zusätzlich, welche ihrer Freunde den gleichen Artikel gekauft haben und wie viele „Likes“ und Kommentare das Produkt bereits erhalten hat. Durch Augmented Reality Erweiterungen wirken Produkt-Präsentationen haptisch greifbar. Der innovative Ansatz einer virtuellen Anprobe per Webcam schafft besondere Kaufanreize.

 

Hans-Jürgen Even

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