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Recht & Steuern

Tanken auf Chefkosten – das spart Steuern

Von einer Gehaltserhöhung bleibt nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben häufig nicht mal die Hälfte übrig. „Extras statt Gehalt“, so sollte deshalb die Devise heißen. Ist der Arbeitgeber großzügig, lässt sich in vielen Fällen auch das Finanzamt nicht lumpen!

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Nach bisheriger Rechtslage galt ein Warengutschein nur dann als begünstigter Sachbezug, wenn auf dem Gutschein die Ware oder Dienstleistung konkret bezeichnet und kein Euro-Betrag angegeben war. Bei einem Tankgutschein musste es beispielsweise heißen: „Gutschein über 35 Liter Benzin“ (bei einem Literpreis von 1,25 Euro). Schädlich wäre die Angabe gewesen: „Für Benzin 44 Euro“ oder „35 Liter Benzin, höchstens 44 Euro“. Dann nämlich musste die Gabe als Barlohn voll versteuert werden.

Gutschein ist Gutschein

Die steuerliche Behandlung von Sachzuwendungen aufgrund einiger BFH-Urteile ist deutlich einfacher geworden: Jetzt sind Benzingutscheine bis zu einem Wert von 44 EUR pro Monat steuer- und sozialversicherungsfrei. „Es macht für die Differenzierung zwischen Geldleistung und Sachleistung keinen Unterschied, ob der Gutschein formuliert ‚Gutschein über 30 l Normalbenzin‘ oder ‚Gutschein über Normalbenzin im Wert von 40 EUR‘ “ (BFH-Urteile vom 11.11.2010, VI R 21/09, VI R 27/09, VI R 40/10, VI R 41/10, BStBl. 2011 II S. 383-391).

Neue Rechtslage

Gemäß neuer Rechtslage sind folgende Formen einer Arbeitgeberzuwendung zulässig und damit bis zu 44 EUR pro Monat steuer- und sozialversicherungsfrei:

Tankkarte: Die elektronische Tankkarte berechtigt den Mitarbeiter dazu, bei der Vertragstankstelle auf Kosten des Arbeitgebers Treibstoff zu beziehen. Die Karte ist nicht mit einem bei der Tankstelle einlösbaren Geldschein vergleichbar und daher kein Barlohn. Entscheidend ist die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer getroffene arbeitsvertragliche Vereinbarung, monatlich Treibstoff bis zu einem Wert von 44 EUR beanspruchen zu können. Wie der Arbeitgeber diesen Anspruch des Mitarbeiters erfüllt, ist gleichgültig.

Tankgutschein: Der Arbeitgeber kann dem Mitarbeiter eine Sachzuwendung gewähren in Form eines Tankgutscheins. Unschädlich ist der Aufdruck lediglich eines Geldbetrages ohne Angabe einer Sache, etwa ‚Geschenkgutschein im Wert von 20 EUR‘. Auch wenn der Gutschein bei Einlösung auf den Kaufpreis einer beliebigen Sache angerechnet werden kann, ist er kein Bargeldgutschein, sondern ein Sachbezug.

Kundenkarte zum Einkauf bei einer Tankstelle: Mit der Kundenkarte kann der Arbeitnehmer bei einer bestimmten Tankstelle Treibstoff und andere Waren aus dem gesamten Sortiment, z. B. Tabak- und Süßwaren, im Wert von 44 EUR auf Kosten des Arbeitgebers einkaufen.

Tipp:

Ein begünstigter Sachbezug liegt auch dann vor, wenn der Arbeitgeber dem Mitarbeiter unmittelbar einen Geldbetrag mit der Auflage gibt, damit eine zugesagte Sache (Benzin) zu erwerben. Ein begünstigter Sachbezug liegt ebenfalls vor, wenn der Arbeitgeber dem Mitarbeiter nach dem Erwerb der zugesagten Sache die Kosten erstattet oder einen Kostenzuschuss leistet. In diesen Fällen ist es eine Sachlohnzuwendung im Wege der abgekürzten Leistungserbringung.

Quelle: www.steuernsparen.de

 

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