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EU-Bürger haben keine Angst vor einem Brexit

Soll Großbritannien Mitglied der Europäischen Union bleiben oder nicht? Diese Frage müssen über 46 Millionen wahlberechtigte Briten am 23. Juni 2016 beantworten. Der Ausgang des Referendums betrifft nicht nur das Vereinigte Königreich. Internationale Handelsbeziehungen und das geopolitische Gewicht der EU könnten unter einem Brexit leiden. Was die EU-Bürger vom drohenden Austritt Großbritanniens halten, zeigt eine europaweite Umfrage.

Melani Schaller / pixelio.de

Ein Brexit ist für die EU-Bürger außerhalb Großbritanniens keine Option, aber falls er kommen sollte, fürchten die wenigsten konkrete Konsequenzen für ihr Land. Das ergibt die neue Auswertung der „eupinions“, einer EU-weiten repräsentativen Mei¬nungsumfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Eine Mehrheit, 54 Prozent der EU-Bür¬ger, ist für einen Verbleib Großbritanniens in der EU. Immerhin mehr als jeder Fünfte der Be¬fragten (21 Prozent) ist hingegen für einen Austritt des Vereinigten Königreiches. Auswirkun¬gen für ihr Land befürchten die Wenigsten: Über zwei Drittel der Befragten erwarten keine Konsequenzen für ihr Land im Falle eines Brexits.

Neben den EU-weiten Ergebnissen liefern die „eupinions“ auch repräsentative Zahlen für die größten Länder der EU. Dabei zeigt sich ein einheitliches Bild: Die Brexit-Gegner sind deutlich in der Mehrheit. Während die Spanier und Polen sich am klarsten für einen Verbleib der Bri¬ten stark machen (64 bzw. 61 Prozent), ist in Italien und Deutschland immerhin noch etwas mehr als die Hälfe der Bevölkerung (55 bzw. 54 Prozent) gegen den Brexit. Die Franzosen können sich im Vergleich mit den größten EU-Staaten am ehesten eine EU ohne die britischen Nachbarn vorstellen. 25 Prozent sind in Frankreich für und 41 Prozent gegen einen Austritt Großbritanniens.

Deutsche und Polen machen sich die größten Sorgen

Wenn es um die Auswirkungen eines Brexit auf die EU und die Mitgliedstaaten geht, zeigt sich eine große Unsicherheit der EU-Bürger. Sie fürchten einerseits eine Schwächung der Eu¬ropäischen Union, sehen aber keine negativen Auswirkungen für ihre Nationalstaaten. 45 Prozent der EU-Bürger außerhalb Großbritanniens erwarten, dass sich die Lage der EU durch einen Austritt Großbritanniens verschlechtern würde. 45 Prozent der Befragten sagen aber auch, dass sie nicht glauben, dass sich für die EU etwas verändern würde. Bei den Verände¬rungen, die sie erwarten, liegen die wirtschaftlichen vorne. Ebenfalls 45 Prozent meinen, dass ein Brexit die EU ökonomisch schwächen würde. 26 Pro¬zent der Befragten fürchten einen Machtverlust der EU ohne die Briten. In Polen (51 Prozent) und in Deutschland (48 Prozent) macht sich eine knappe Mehrheit Sorgen um die Konsequenzen ei¬nes möglichen Brexits. Bei Franzosen, Spaniern und Italienern hingegen überwiegt die Mei¬nung, dass ein Austritt keine negativen Auswirkungen hätte.

Befragt zu den Konsequenzen für das eigene Land zeigt sich dagegen ein eindeutigeres Bild. Zwei Drittel der EU-Bürger außerhalb Großbritanniens (67 Prozent) erwarten keine Konse¬quenzen eines Brexits für ihr Land. Diese Stimmungslage spiegelt sich auch in den großen Mitgliedstaaten Deutschland (63 Prozent), Frankreich (68 Prozent), Italien (68 Prozent), Polen (63 Prozent) und Spanien (71 Prozent) wider: Die Stimmen der Gelassenen, die keine Verän¬derungen nach einem Brexit für ihr Land befürchten, sind mit mindestens 60 Prozent überall in der Mehrheit. „Auch wenn vielen Bürgern ihre Alltagssorgen näher sind als die Wahlergeb¬nisse aus London – ein Austritt Großbritanniens wäre ein Verlustgeschäft für alle Europäer“, sagte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung.

EU bleibt trotz allem attraktiv für Bürger

Obwohl die Zustimmung zur EU in einigen Ländern geschrumpft ist, glauben die meisten Eu¬ropäer, dass die EU in Zukunft mehr wirtschaftliche und politische Integration braucht. Be¬fragt nach ihren Präferenzen bei einem potenziellen EU-Referendum, erhalten die EU-Befür¬worter überall die meisten Stimmen: Während der Anteil der EU-Befürworter in Spanien (74 Prozent), Polen (66 Prozent) und Deutschland (62 Prozent) sehr deutlich ist, erhalten die EU-Kritiker in Frankreich und Italien die höchsten Zustimmungswerte. In Frankreich liegen die Pro-Europäer mit 52 zu 48 Prozent nur hauchdünn vor den EU-Skeptikern, die einen Austritt befürworten würden. Auch in Italien liegen die Lager eng beieinander (54 zu 46 Prozent).

Gleichzeitig gibt es in der gesamten EU Zustimmung zu mehr Integration. 59 Prozent aller EU-Bürger glauben, dass die EU in Zukunft mehr politische und ökonomische Integration braucht. In allen großen EU-Staaten bis auf Großbritannien ist diese Position gleichermaßen stark ausgeprägt: In Spanien (78 Prozent) und Italien (71 Prozent) am stärksten, obwohl Italien in punkto EU-Mitgliedschaft gespalten ist. In Frankreich sind mit 49 Prozent die wenigsten für mehr Integration. „Der Wunsch nach mehr Integration zeigt, dass die Bürger weiter an das Projekt Europa glauben. Nur ein vereintes Europa ist langfristig attraktiv und kann global be¬stehen. Der Brexit wäre daher ein schlechtes Signal für alle EU-Bürger“, so Aart De Geus.

 

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