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Recht & Steuern

Definition der Rechtsform: AG

Bei der AG oder auch Aktiengesellschaft handelt es sich um eine eigene juristische Gesellschaft. Bei den Gesellschaftern selbst spricht man hier von Aktionären, die über Aktien an dem Unternehmen beteiligt sind. Je nach Anzahl der Aktien wird das Recht auf Mitbestimmung geregelt.

Bei der AG oder auch Aktiengesellschaft handelt es sich um eine eigene juristische Gesellschaft. Bei den Gesellschaftern selbst spricht man hier von Aktionären, die über Aktien an dem Unternehmen beteiligt sind. Je nach Anzahl der Aktien wird das Recht auf Mitbestimmung geregelt.

Inhaltsverzeichnis zur Aktiengesellschaft

  1. Funktionsweise einer AG
  2. Vorteile und Nachteile der AG
  3. Die Organe der Aktiengesellschaft
  4. Der Aufsichtsrat der AG
  5. Geschichte der AG

In der Rechtsform handelt es sich hier um eine Kapitalgesellschaft, die das komplette Grundkapital in Aktien zerlegt hat. Gerade international ist die AG eine sehr bedeutende Rechtsform. 

Funktionsweise einer AG

Einer AG liegt der Betrieb eines Unternehmens zugrunde. Vor allem Wirtschaftsunternehmen greifen sehr oft auf die Form der AG zurück, wenn es um großen Kapitalbedarf geht. Die AG beruht auf Mitgliedschaften, wobei sie als Vereinigung rechtfähig ist und eine rechtliche Einheit bildet. Vor Gericht kann sie klagen und verklagt werden. Die Haftung der Mitglieder ist auf das Grundkapital, also auf die Aktien, beschränkt. Damit besteht hier eine beschränkte Haftung des Unternehmens. Die Aktien sind mittlerweile selten in Aktienurkunden verbrieft, sondern nur in einer Globalurkunde, was es den Unternehmen einfacher macht. Die Aktien können übertragen werden. Die Voraussetzung für eine AG ist nicht zwingend, dass die Aktien auch an der Börse gehandelt werden müssen. Teilweise gibt es viele passive Aktionäre, die nur ihr Kapital (Definition Aktienkapital) in das Unternehmen investiert haben, um damit Erträge zu erwirtschaften. Dennoch haben sie das Stimmrecht und können bei der Aktionärsversammlung ihre Meinung äußern. Die Geschäfte des Unternehmens werden durch besondere Organe durchgeführt und nicht durch die Aktionäre selbst. 

Vorteile und Nachteile der AG

Ein Vorteil ist, dass übertragene Geschäftsanteile nicht durch einen Notar beurkundet sein müssen. Damit sind die Aktien leicht an andere Personen übertragbar. Der Bestand der AG ist somit auch bei einem Wechsel der Mitglieder gegeben. Will man sich langfristig Einfluss innerhalb der AG sichern, gibt es Stammaktien, die erworben werden müssen. Als Nachteil kann angesehen werden, dass die AG sehr aufwendig in Planung und Finanzierung ist. Als Grundkapital werden mindestens 50.000 Euro angegeben, weswegen auch die Gründung mit einem hohen Aufwand verbunden ist. Insgesamt arbeiten drei verschiedene Gremien in einer AG nebeneinander und müssen sich abstimmen. Der Gestaltungsspielraum des Unternehmens ist eingeschränkt. Nach außen hin bringt die AG jedoch Seriosität und Professionalität mit sich. Die Möglichkeit, an die Börse zu gehen, kann jederzeit genutzt werden.

Weitere Vorteile einer AG

Für eine AG ist die Kapitalbeschaffung leichter als für andere Gesellschaftsformen. Hierfür gibt sie einfach neue Aktien und Anleihen aus, die von Investoren gekauft werden. Da die Zahl potenzieller Investoren sehr hoch ist, empfiehlt sich diese Gesellschaftsform für alle großen Unternehmen, die in kurzer Zeit schnell wachsen wollen. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die finanzielle Verantwortung für das Unternehmen aufgeteilt wird. Der finanzielle Fortbestand der Gesellschaft ist nicht allein von den Eigentümern, sondern von den Aktionären abhängig. Die Sicherheit ist größer. Davon profitieren auch Kleinanleger. Sollte es zu einem Misserfolg des Unternehmens kommen, bleibt der Verlust auf die Höhe der Einlage beschränkt. Das Risiko ist kalkulierbar. Mit Investitionen in verschiedene große Unternehmen lassen sich Verluste zudem gut kompensieren.

Die Organe der Aktiengesellschaft

Jede Aktiengesellschaft besteht aus drei Organen, dem Vorstand, dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung.

Die Hauptversammlung: Alle Aktionäre einer AG bilden die Hauptversammlung. Sie haben kein Weisungsrecht gegenüber dem Vorstand, dürfen aber ein Stimmrecht geltend machen. Das Gewicht der Stimmen ergibt sich aus der Anzahl der Aktien, die die Aktionäre halten. Sie dürfen

  • über Änderungen der Satzung entscheiden,
  • Aufsichtsratsmitglieder bestellen und abberufen,
  • Vorstand und Aufsichtsrat entlasten,
  • Abschlussprüfer bestellen
  • das Gesellschaftsvermögen übertragen (§ 172, 173 AktG),
  • die Gesellschaft auflösen.

Der Vorstand: Der Vorstand hat die Leitung der Aktiengesellschaft (Wie kann ich eine Aktiengesellschaft gründen?) inne. Ist er auch nicht direkt weisungsgebunden, wird er doch vom Aufsichtsrat kontrolliert. Der Vorstandsvorsitzende wird vom Aufsichtsrat gewählt. Die Anstellung des Vorstands erfolgt mittels eines schuldrechtlichen Vertrags. Jedes Mitglied des Vorstands haftet mit seinem persönlichen Vermögen für Schäden, die der Gesellschaft entstehen (§ 93 AktG).

Der Aufsichtsrat

Dem Aufsichtsrat obliegt die Kontrolle des Vorstands und die Wahl seiner Mitglieder (§ 111 Abs. 1. i.V.m. § 84 Abs.1. AktG). Außerdem ruft er die Hauptversammlung ein und bestellt Abschlussprüfer. Eine Amtsperiode des Aufsichtsrats beläuft sich auf höchstens vier Jahre (§ 102 Abs.1. AktG).

Geschichte der AG

Vorläufer der heute bekannten Rechtsform finden sich bereits in der Zeit des Römischen Reiches. Damals schlossen sich mehrere Händler zusammen, um Handlungsreisen vorab zu finanzieren. Es handelte sich hier um Kapitalvereinigungen, die allerdings nur so lange bestanden, wie die Handelsreise andauerte. Mit dem Abschluss der Reise wurde auch das Bündnis aufgelöst.

Die nächste Form der Aktiengesellschaft findet sich im 14. und 15. Jahrhundert in Preußen und der Steiermark. Dabei schlossen sich Erzabbau- und –verarbeitungsunternehmen zusammen, sodass die Unternehmen langfristig finanziert werden konnten. Diese Entwicklung mündete in der Entstehung der ersten Genossenschaften (Gewerkschaften). Sie finanzierten sich über Anteile (Kuxe). Erst wurden sie nur an Industriepartner vergeben. Später hatten auch Kaufleute von außerhalb der jeweiligen Industrie, Klöster und der Adel Zugriff auf die Anteile. Durch Kauf und Verkauf stiegen und fielen die Preise.

Im Jahr 1407 wurde dann in Genua die St. Georgsbank gegründet. Heute wird sie oft als die erste richtige Aktiengesellschaft bezeichnet. Die erste Aktiengesellschaft im modernen Sinne wurde im Jahr 1602 von der niederländischen Ostindien-Kompanie gegründet.

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Florian Weis

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