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Entschädigung bei Flugverspätung

Verspätungen in der Flugbranche sind keine Seltenheit. Auf EU-Ebene gibt es daher eine eindeutige Regelung bei Flugverspätungen. Passagiere haben ab einer Verspätung von drei Stunden einen Anspruch auf eine finanzielle Entschädigung. Trotz dieser gesetzlichen Verpflichtung weigern sich viele Fluggesellschaften zu zahlen. Wie kann man also seinen Anspruch geltend machen?

pixabay.com � Lars_Nissen_Photoart (CC0 Public Domain)

Verspätungen sind in jeglichen Lagen des Lebens ein Ärgernis. Da sind Flugverspätungen keine Ausnahme. Passagieren kostet das unter Umständen sogar noch Geld – etwa für Übernachtungen, Verpflegung oder eine Umbuchung auf einen anderen Flug. Daher gibt es seitens der Europäischen Union eine klare gesetzliche Regelung, die Fluggesellschaften verpflichtet, Verspätungen angemessen zu entschädigen. Doch wann genau steht einem Passagier eine Entschädigung zu? Das EU-Flugrecht sieht ein Recht auf Entschädigung wie folgt vor:

  • Der Flug hat eine Verspätung von mindestens drei Stunden am Zielort.
  • Der Flug wurde zwei Wochen vor Antritt annulliert.
  • Man hat den Anschlussflug aufgrund der Flugverspätung verpasst.
  • Der Zutritt zum Flugzeug wurde verweigert oder das Flugzeug ist überbucht und man kann nicht mitfliegen.
  • Man wird in eine niedrigere Klasse herabgestuft.

Höhe der Entschädigung

Die EU-Verordnung 261/2004, auch Fluggastrechte-Verordnung genannt, regelt, wie einzelne Fluggesellschaften ihre Gäste bei Verspätungen im Flugbetrieb gesetzeskonform entschädigen müssen.

Verspätet sich ein Flug mindestens zwei Stunden, haben Reisende Anspruch auf Getränke, Snacks sowie Zugang zu Telekommunikation. Dauert die Verspätung länger oder fällt der geplante Flug sogar komplett aus, muss die entsprechende Airline eine Unterkunft und den Transfer dorthin stellen. Zudem stehen ab drei Stunden zeitlich gestaffelte Entschädigungen zwischen 250 und 600 Euro zu. Die genaue Höhe ist abhängig von den genauen Flugkilometern, die man zurücklegen wollte.

Anspruch geltend machen

Fluggesellschaften sind verpflichtet, Passagiere über den aktuellen Stand der Flüge zu informieren. Ist der eigene Flug nicht nur von Verspätungen betroffen, sondern fällt komplett aus, hat man Anspruch auf einen Ersatzflug. Der Antritt bleibt allerdings selbst überlassen.

Um die Rechte geltend machen zu können, müssen die Fluggesellschaften schriftlich kontaktiert werden. Im Idealfall lässt man sich die Verspätung bereits am Flughafen bestätigen. Man sollte unbedingt die wichtigen Unterlagen aufbewahren. Insbesondere der Grund der Verspätung oder des Ausfalls ist wichtig, damit sich die Airline später nicht auf „außergewöhnliche Umstände“ berufen kann. Darunter fallen Sturm, Schnee oder Streiks.

Unterstützung bei Durchsetzung

Viele Flugunternehmen verweigern oftmals die Zahlung von Ausgleichssummen. Versucht sich die Fluggesellschaft aus der Affäre zu ziehen, muss auf die Entschädigung gepocht werden. Dazu kann man sich an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. (SÖP) wenden, die unentgeltlich zwischen Passagieren und Fluglinien vermittelt.
Die Schlichtungsstelle hilft auch, wenn sich der Zwist um Hotelkosten und verlorenes Gepäck dreht. Der Service ist für Verbraucher kostenlos. Mitglieder des ADACs können auch das Formular des Clubs nutzen. Sollten alle Stricke reißen und man kann einfach keine einvernehmliche Einigung erzielen, kann das eigenen Recht auch eingeklagt werden. Gerichtsverhandlungen gehen in den meisten Fällen positiv für Passagiere aus.

Eine dritte Möglichkeit sind Fluggastrecht-Portale, wie zum Beispiel Myflyright, die im Namen des Verbrauchers die Entschädigungen bei den Fluggesellschaften mit voller juristischer Konsequenz durchsetzen. Im Erfolgsfall wird meist eine Provision in Höhe von 25 Prozent verlangt. Viele dieser Dienstleister bieten im Vorfeld der Beauftragung an, die Erfolgsaussichten kostenlos prüfen zu lassen.

 

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