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Glücksspielsteuer beschert dem Staat viel Geld

Die Lottowirtschaft in Deutschland ist stabil. Der Staat generiert allein durch die Lotteriesteuer jährlich mehr als 1 Milliarde Euro. Das Geld fließt in soziale, kulturelle und Sport-Projekte. Dennoch profitieren Staat – und in einem gewissen Rahmen auch das Allgemeinwohl – am Misserfolg und Leid einzelner.

Die Lottowirtschaft in Deutschland ist stabil. Der Staat generiert allein durch die Lotteriesteuer jährlich mehr als 1 Milliarde Euro. Das Geld fließt in soziale, kulturelle und Sport-Projekte. Dennoch profitieren Staat - und in einem gewissen Rahmen auch das Allgemeinwohl - am Misserfolg und Leid einzelner.


Bildrechte: Flickr 100 euro Marco Verch CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Lottowirtschaft stabil

Die Deutschen spielen seit vielen Jahrzehnten Lotto. Lotto 6 aus 49 ist seit jeher die begehrteste Spielvariante, die man mittlerweile auch bei anderen Anbietern als der Lotto GmbH spielen kann. Die Arbeitsgemeinschaft Verbrauchs- und Medienanalyse, kurz VuMa, hat im Rahmen von mehr als 23.000 Interviews für ihren Berichtsband 2018 herausgefunden, dass 14 Prozent der Spieler am Lotto am Samstag teilnehmen. Lotto am Mittwoch erreicht mit 8,3 Prozent Platz drei der beliebtesten Spielvarianten. Spiel 77 sowie die Ziehung Super 6 liegen mit 11,7 Prozent auf dem zweiten Platz. Alle anderen Lotterien, darunter Toto, Aktion Mensch, SKL, NKL und die Glücksspirale kommen auf weniger als 1 Prozent.

2017 spielten 7,73 Millionen Menschen regelmäßig Lotto oder Toto, sogar 21 Millionen Menschen spielten gelegentlich. Das Lottospiel ist verlockend, denn die Gewinne liegen nicht selten in Millionenhöhe. Nach dem deutschen Steuersystem ist der Lottogewinn für den Gewinner immer noch vollkommen steuerfrei. Lediglich auf die Zinserträge, die das gewonnen Geld erzielt, wird eine Steuer erhoben. Dennoch erhält der Staat mit dem legalen Glücksspiel viel Geld.

Mehr als 1 Milliarde Steuergeld

Die vielen Spieler sowie der reine Lotteriebetrieb bringen dem Staat jährlich gewaltige Einnahmen. Möglich wird das durch die steuerlichen Abgaben. In den einzelnen Sparten sind das folgende Prozent des Wetteinsatzes:

  • Lotterieabgabe: 20 %
  • Sportwetten: 5 %
  • Rennwetten: 5 %
  • Spielautomaten: Historische Vergütungssteuer, die auf Landesebene kalkuliert wird

Nach den letzten Steuerschätzungen wurden allein im Jahr 2016 fast 1,5 Milliarden Euro allein durch die Lotteriesteuer generiert. Die meisten Steuereinnahmen kommen aus Nordrhein-Westfalen. Mit etwas mehr als 323.000 Euro lag das Bundesland 2016 weit vor allen anderen. Zweitstärkste Einnahmequelle ist Bayern mit etwas mehr als 220.000 Euro, drittstärkste Quelle ist Baden-Württemberg mit 184.000 Euro. Das Steuerbild ist ähnlich wie in den Vorjahren. 2015 waren es 1,46 Milliarden Euro insgesamt, 2014 circa 1,44 Milliarden Euro. Auch da sind die abgabestärksten Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Statista prognostiziert in seinem Branchenreport zum Spiel-, Wett- und Lotteriewesen, dass die Entwicklungskurve der Umsätze der Glücksspielbranche in den kommenden Jahren deutlich nach oben geht. 2019 sollen die Umsätze der deutschen Spielbranche circa 17,2 Milliarden Euro betragen, 2021 sogar 18,3 Milliarden. Zum Vergleich: 2010 lagen die Umsätze bei 12,4 Milliarden Euro.

Die Geldverteilung

Das Geld, das die Glücksspielbranche generiert, fließt in verschiedene Geldtöpfe. Wohin genau die Steuergelder gehen, die der Staat mit dem Glücksspiel einnimmt, kann nicht genau nachverfolgt werden, da sie in die allgemeine Steuerkasse fließen. Da es sich bei den Lotterieeinnahmen um viel Geld handelt, ist davon auszugehen, dass es unter anderem auch für die deutsche Infrastruktur und das Bildungssystem aufgewendet wird. Der DLTB (Deutscher Lotto und Totoblock) präsentiert der Presse regelmäßig, dass mit dem Geld viele soziale und kulturelle Projekte unterstützt werden. Circa 40 Prozent der Lotterieeinnahmen fließen jährlich in sportliche, caritative und kulturelle Bereiche. Auch der Natur- und Denkmalschutz erhält Förderungen durch das Lottogeld.

Was auf dem Papier sehr verantwortungsvoll klingt, hat jedoch auch Schattenseiten. Denn der Staat profitiert und spielt sich, wie die Welt 2016 in einem Artikel präzise auf den Punkt brachte, das Geld vielerorts selbst in die Tasche. Bestbezahlte Spitzenpositionen sind nur ein Grund, warum sich die Rechnungshöfe der Länder immer intensiver mit den Lotteriegesellschaften beschäftigen.

Darüber hinaus ist der Staat als Hauptprofiteur immer noch nur mäßig daran interessiert, intensive Aufklärungsarbeit zum Thema Suchtgefahren zu leisten. Solange Deutschland spielt, wird viel Geld generiert, das ein Stück weit auch dem Allgemeinwohl zugutekommt. Ein Teufelskreis, könnte man sagen, der in den kommenden Jahren weiter beobachtet werden muss.

 

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