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Industrie 4.0 & Logistik

Wie das „Industrial Data Space“ das Internet der Dinge sicher gestalten will

Ein Großaufgebot aus Bundesministerium für Bildung und Forschung, zwölf Fraunhofer-Instituten und Vertretern namhafter Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größen will mit der Initiative „Industrial Data Space“ Voraussetzungen für den dringend nötigen sicheren Datenraum schaffen.

k.A. / catkin

Cyberphysische Systeme in Form intelligenter Container und anderer Behälter sowie ihre Vernetzung zählen zu den wichtigsten Trends der Logistik 4.0. Voraussetzung für smarte Services, innovative Leistungsangebote und automatisierte Geschäftsprozesse sind aber ein sicherer Austausch und die einfache Kombination von Daten in Wertschöpfungsnetzwerken – ohne dabei die Souveränität über die eigenen Daten zu verlieren.

Beim sicheren Datenraum von Beginn an dabei

Die Initiative „Industrial Data Space“, an der mit Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung 12 Fraunhofer-Institute in Deutschland gemeinsam mit Vertretern namhafter Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größen arbeiten, will dafür die Voraussetzungen schaffen. Sie zielt darauf ab, einen sicheren Datenraum zu schaffen, der Unternehmen die souveräne Bewirtschaftung ihrer Datengüter ermöglicht. Auch catkin ist seit einigen Wochen offizielles Mitglied des Industrial Data Space e.V. und trägt die Erfahrungen aus der Logistik bei.

„Die Hochzeit cyberphysischer Systeme mit dem Industrial Data Space lassen das Internet der Dinge nicht nur in der Theorie Wirklichkeit werden. Sie öffnen das Tor zur selbstorganisierenden Logistik“, ist Prof. Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer IML in Dortmund, überzeugt. Er koordiniert die Initiative und hat kürzlich zusammen mit Bosch eine zielgerichtet entwickelte Hardware mit Blick auf den derzeit entstehenden sicheren Datenraum vorgestellt.

Sich selbstorganisierende Behälter und Läger

Jeder Ladungsträger, jedes Transportmittel, jedes Ding in der Logistik könne mit dieser Technologie ausgerüstet zum cyberphysischen System werden. Doch ten Hompel denkt dabei schon einen Schritt weiter: Heute würden sich die Behälter selbst organisieren, doch bald dürfte man selbstorganisierende Läger sehen.

Ähnliches erwartet auch Andreas Reutter, Executive Vice President Logistics bei Robert Bosch: „Grundlage für die von uns angestrebte Connected Supply Chain ist die Digitalisierung logistischer Objekte. Ihre Vernetzung schafft neue Voraussetzungen für die Weiterentwicklung der Logistik.“ Als erstes Produkt will das Unternehmen im nächsten Jahr den intelligenten Behälter „TraQ“ auf den Markt bringen. Er verfügt über Sensoren und ist in der Lage, sich sicher über das Internet mit anderen cyberphysischen Systemen auszutauschen. Die Sensorplattform speichert und analysiert Umgebungsvariablen.

GPS zum weltweiten Tracking ist ebenso an Bord wie eine 4G-Datenübertragung ohne SIM-Karte und Sensoren für die Erfassung von Temperatur und Beschleunigung, zum Beispiel zur Unfallerkennung, aber auch zur Analyse des Flug- und Bodentransports. Damit ist er in der Lage, jederzeit Daten über seinen Zustand an andere cyberphysische Systeme zu kommunizieren und ermöglicht entlang der Supply Chain automatische Reaktionen auf Verspätungen, Temperaturerhöhungen usw.

Neutrale Plattformen schaffen mehr Transparenz

In Verbindung mit der neutralen catkin-Plattform wird Logistik 4.0 für Dienstleistungsunternehmen zur Realität. Maxime hierbei ist es, durch schnelle, flexible und wirksame Vernetzung von Auftraggebern und Auftragnehmern die Effizienz in der Auftragsabwicklung zu erhöhen und Kosten zu senken. Durch die unternehmensübergreifende und systemunabhängige Abwicklung aller Arten von Dienstleistungen findet eine unmittelbare horizontale Integration aller Beteiligten einem Kunden- wie auch Dienstleisterportal statt. Zudem wird die Steuerung von mobilen Personalen und „rollendem Material“ automatisch unterstützt. Auftragsdaten und Fortschritt lassen sich sicher, einfach und in Echtzeit kommunizieren, wodurch eine nahtlose Zusammenarbeit realisiert wird.

Grundgedanke von catkin ist die fast nicht vorhandene Einstiegsbarriere. Jeder Teilnehmer kann sich über Web und Apps beteiligen. Kleinunternehmen und Freiberufler verwenden Browser und Apps, Unternehmen mit einer etablierten IT-Landschaft integrieren ihre Systeme sukzessive über offene Schnittstellen. Durch die einfache Konfigurierbarkeit von neuen Auftragsstrukturen und Arbeitsabläufen entfallen bei der Cloud-Lösung aufwändige Updates oder störende Downzeiten.

Sicherer Austausch der Daten entlang der gesamten Data Supply Chain

Angesichts der rasant wachsenden Zahl von Hackerangriffen steht natürlich auch stets die Frage nach Datensicherheit im Raum. Hier wähnen sich noch viele Unternehmen auf der sicheren Seite, wenn sie immer noch Informationen per E-Mail, Fax oder Telefon austauschen. Doch dieses Gefühl ist trügerisch. Disponenten etwa, die das catkin-Portal nutzen, können sicher sein, dass ihre Daten nicht in irgendeiner Cloud unterwegs sind, sondern sich im Schutz eines modernen deutschen Rechenzentrums befinden.

Modernste Verschlüsselung und ausgefeilte Autorisierungsfunktionen verhindern unerwünschte Zugriffe. Zudem dient die Anwendung ausschließlich der Auftragskommunikation. Folglich werden die im Zuge der Auftragsabwicklung erzeugten Daten nach Abschluss innerhalb eines gewissen Zeitfensters aus dem System entfernt. Und mit der Beteiligung an der Initiative „Industrial Data Space“ wird die Datensicherheit nun noch stärker in den Fokus gestellt.

Denn deren Referenzarchitekturmodell ist wie eine Blaupause für den sicheren Austausch in einer „förderalen Cloud“ und die effiziente Kombination von Daten anzusehen. Es kann für den Einzelfall konfiguriert werden und bietet so die Grundlage für verschiedene Implementierungen im Rahmen von Industrie 4.0 – auch für den sicheren Austausch der Daten entlang der gesamten „Data Supply Chain“.

 

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