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Interviews

Arbeitswelt 4.0 heißt auch Führung 4.0

Für business-on traf Susan Tuchel den Unternehmensberater Nico Zinndorf in den Geschäftsräumen von Zinndorf Consulting in Langenfeld.

J�rgen Nobel Photography

business-on.de: Warenströme müssen auch in der Arbeitswelt 4.0 von A nach B transportiert werden. Doch bei der Optimierung von Lieferketten ist offenbar Sand im Getriebe. Eine aktuelle Studie kam zu dem Ergebnis, dass nur 40 Prozent der befragten Manager die Abläufe innerhalb der Lieferkette insgesamt als sehr gut bezeichnen. Störungen und Fehler treten in 47 Prozent der Unternehmen häufig oder sehr häufig auf. Wo liegen die Probleme?

Nico Zinndorf: Probleme treten am häufigsten in den Bereichen Beschaffung, Transport sowie im Prozess der Auftragsabwicklung auf. Die Führungsebene weiß in der Regel auf der Ebene der Detailprozesse nicht, wie sie die Lieferketten so digitalisiert, dass alle Informationen und Bestände unternehmensübergreifend miteinander verzahnt sind und gesteuert werden können. Es geht also um die Einführung eines konsequent umgesetzten Supply Chain Managements und das am besten auch noch „Lean“, also verschlankt, denn dann schlägt sich die Prozessoptimierung auch im Betriebsergebnis nieder.

business-on: Haben Sie hierfür ein Beispiel?

Nico Zinndorf: Wir haben z. B. ein Unternehmen der produzierenden Konsumgüterindustrie mit kühlpflichtigen, frischen Produkten beraten. Das Problem war, dass LKWs unkoordiniert ankamen und zu wenige Rampen vorhanden waren. Durch die Einführung von Zeitfensterplanungen mit einem 55-prozentigen Überangebot konnte das Unternehmen vierstellige Belastungsanzeigen pro Monat einsparen. Auch bei der Lagerung der Packmittel und bei der Produktionsversorgung konnten wir durch die Bereinigung von Alt- und Überbeständen sowie durch die konsequente Auslagerung und Vernichtung 25 Prozent der Lagerplätze wieder verfügbar machen.

business-on: Wie geht Zinndorf Consulting da vor, woher haben Sie das Know-how?

Nico Zinndorf: Ich bin Chemieingenieur und Betriebswirt und habe lange in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie sowie in der Medizintechnik gearbeitet, bevor ich im Jahr 2013 Zinndorf Consulting gegründet und mich auf internationale Unternehmensgruppen und deren Zulieferbetrieben in Kosmetik, Lebensmittel, Getränken und Handel spezialisiert habe. Wir helfen Unternehmen, ihre Prozesse zu optimieren. Das fängt bei den Kundenbedarfen und Planungsabläufen an, aber wir analysieren auch die Schichtübergaben. Innerhalb von zwölf Wochen setzen wir einen 5-Stufen-Plan um, der auf die Bedürfnisse des Unternehmens zugeschnitten ist.

business-on: Wie setzt man die Digitalisierung durch?

Nico Zinndorf: Nur zusammen mit motivierten Mitarbeitern und Führungskräften, die bereit sind, sich den Anforderungen zu stellen. Laut einer aktuellen Studie, die das StepStone Research Team zusammen mit Kienbaum durchgeführt hat, glauben sechs von zehn Fachkräften, dass das aktuelle Verhalten ihrer Vorgesetzten nicht geeignet sei, um schnell auf neue Marktdynamiken zu reagieren. Das sollte sich rasch ändern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Und dabei unterstützen wir die Führungskräfte.

 

Susan Tuchel

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