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Mehr Schuleschwänzen gegen Klima-Tote

Ich habe das Gefühl, dass die meisten Menschen die Warnungen vor dem Klimawandel ignorieren. Sie fühlen sich nicht angesprochen, wenn die 16-jährige Schülerin Greta Thunberg aus Schweden und die Schüler*innen von FridaysForFuture von uns mehr Anstrengungen fordern, um den Klimawandel aufzuhalten.

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Es müssen sich also noch viel mehr Schüler*innen an den Schulstreik am Freitag beteiligen. Ich sage: Alle Schüler raus aus den Schulen!

Millionen müssen streiken

Den Menschen ist die Gefahr durch den Klimawandel noch nicht bewußt. Radikaler Protest ist dringend notwendig.
Der Vietnam-Krieg wurde auch nicht beendet, weil hunderttausend Menschen dagegen auf die Straße gingen. Wir waren in den 60er Jahren Millionen Lehrlinge, Schüler, Studenten, Werktätige und Intellektuelle, die weltweit protestierten.

Tote durch Luftverschmutzung

Im Vietnam-Krieg starben mehr als drei Millionen Tote. Die Weltklima-Katastrophe wird viel, viel mehr Tote zur Folge haben. Allein die Luftverschmutzung fordert nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum Jahr 2020 etwa acht Millionen Todesopfer.

In meinem Freundes- und Bekanntenkreis sieht kaum jemand im Klimawandel eine wirklich große Gefahr. Dass ich seit zwei Jahren aus Klimaschutzgründen keinen eigenen Wagen mehr habe, mehr ÖPNV und Fahrrad fahre und im Bedarfsfall Carsharing nutze, wurde ohne große Kommentare ignoriert.

Probleme nicht ernst genommen

Bei „Anne Will“ klagte vor einiger Zeit der Astrophysiker, Professor und Wissenschaftsmoderator Harald Lesch, dass er nicht ernst genommen wird mit seinen Warnungen vor dem Klimawandel: „Die Jugendlichen sind die einzigen, die die Wissenschaftler ernst nehmen.“

Was passiert denn nun, wenn wir weitermachen wie bisher und Greta und die jungen Aktivisten von #FridaysForFuture ignorieren?

70.000 Tote durch Hitze

Der Tod vieler Menschen durch den Klimawandel wird zum Alltag. Auf der ganzen Welt. Bei uns vor der Haustür, in Europa ebenso wie in fernen Ländern.

Schon im Rekordhitze-Sommer 2003 starben in Deutschland rund 7000, europaweit etwa 70.000 Menschen – hier mehr dazu.

Flucht vor dem Klima

Schon 2040 kann es zu erheblichen Katastrophen kommen, warnt der Weltklimarat. Nahrungsmittelknappheit, Waldbrände, Überflutungen in Küstenregionen. Hitze- und Dürrewellen. Viele Menschen verarmen.

Bereits 2016 flohen 23,5 Millionen Menschen wegen wetterbedingten Katastrophen aus ihren Heimatregionen – das ist erst der Anfang.

Die UN-Forscher sehen die Welt im Kampf gegen den Klimawandel vor dem Scheitern.

Politik macht Spielchen

Wenn ich mir nun unsere deutsche Politik ansehe, glaube ich, dass wir scheitern werden. Ein Verkehrsminister Scheuer ist ja nicht einmal in der Lage, „Tempo 130“ auf die Straße zu bringen. Er setzt lieber halbnackten Mädchen aus einer billigen Wäsche-TV-Show einen Helm auf und preist das in einer Werbekampagne als Fortschritt.

Angesichts solcher Politik kann man nur hoffen, dass Deutschlands Schüler*innen bald geschlossen freitags auf die Straße gehen und den Menschen die Augen öffnen.

Bleiben Sie fröhlich. Bis nächsten Freitag. Auf einen Cappuccino…
               Ihr Peter Jamin

Unser Autor arbeitet als Schriftsteller und Publizist sowie als Berater für Kommunikation seit Jahrzehnten immer wieder auch für ausgewählte Projekte. Sein soziales Engagement gilt der Situation von Angehörigen vermisster Menschen, auf deren Situation er in Büchern, TV-Dokumentationen und Artikeln seit mehr 20 Jahren aufmerksam macht. Mehr unter www.jamin.de

 

Karin Völker

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