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Homeoffice durch Corona erhöht Veränderungsdruck für Politik und Unternehmen

Corona verändert die Arbeitswelt nicht nur kurzfristig, sondern nachhaltig. Obwohl der Umfang der Homeoffice-Nutzung in einer Nach-Corona-Zeit wieder sinken wird, wird das Niveau mehr als doppelt so hoch sein wie vor der Pandemie. Die Auswirkungen auf Arbeitsleben, Wirtschaft und Soziales sind hoch. Dies ist ein Ergebnis der Befragung von 960 Beschäftigten, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut best research GmbH in Kooperation mit Cint, dem Inhaber der weltweit größten Stichproben-Panelplattform.

Corona hat dem Homeoffice einen erhöhten Stellenwert und eine besondere Aufmerksamkeit beschert. Vor Corona war Homeoffice vor allem ein Thema bei Beschäftigten mit längeren Arbeitswegen von über 40 Kilometern. Nach Corona wird die Abhängigkeit der Homeoffice-Tätigkeit vom Arbeitsweg deutlich abnehmen. Wie stark Homeoffice in einer Welt nach der Pandemie zunehmen wird, zeigen die folgenden Zahlen: Im Durchschnitt über alle Beschäftigten betrug die im Homeoffice gearbeitete Zeit vor Corona 0,7 von 10 Arbeitstagen. Während Corona steigt diese Zahl auf 3,2 Tage und halbiert sich dann voraussichtlich auf 1,8 Tage in der Zeit nach der Pandemie. Die Gesamtsteigerung beträgt damit 157 Prozent gegenüber Vor-Corona.

Prozentual steigt der Anteil der Beschäftigten mit Homeoffice-Nutzung (an mindestens einem von zehn Arbeitstagen) von 19 Prozent vor Corona auf 37 Prozent nach Corona. Aber nicht alle Personengruppen partizipieren im gleichen Umfang. Frauen und Personen aus Haushalten mit geringerem Einkommen werden Homeoffice seltener betreiben, vor allem, weil diese häufiger in Branchen beschäftigt sind, in denen Homeoffice tätigkeitsbedingt nicht möglich ist. Die guten Homeoffice-Erfahrungen der Beschäftigten gehen Hand in Hand mit relevanten Arbeitgeberinteressen und sollten skeptische Arbeitgeber zum Umdenken bewegen. Die Befragten geben an, dass sich Homeoffice besonders positiv auf eigenverantwortliches Arbeiten, Arbeitsmotivation und -effizienz auswirkt, verbunden mit einer verbesserten Work-Life-Balance. Dieses Ergebnis trifft besonders auf Beschäftigte zu, die – bedingt durch Corona – erst jetzt erste Homeoffice-Erfahrungen gemacht haben.

Aber auch die Einstellung der Arbeitgeber zum Thema Homeoffice verbessert sich aus Sicht der Befragten: 48 Prozent der Beschäftigten geben an, dass deren Arbeitgeber vor Corona negativ dazu eingestellt waren. Davon meinen 77 Prozent, dass sich die Einstellung zum Homeoffice inzwischen zumindest etwas zum Positiven entwickelt hat. Die Voraussetzungen, im privaten Umfeld zu arbeiten, passen meistens: In Mehrpersonenhaushalten mit Homeoffice-Option können 72 Prozent in einem Arbeitszimmer oder zumindest in einem separaten Raum ihre Tätigkeit zuhause ausführen. 84 Prozent können meistens ungestört arbeiten.

Der zentrale Erfolgsfaktor von Homeoffice ist im Thema „Flexibilisierung“ zu finden. Nur wenige Beschäftigte möchten die Arbeitszeit vollständig zuhause verbringen. Stattdessen dominiert eine Lösung mit 20 bis 60 Prozent Homeoffice-Anteil an der Gesamtarbeitszeit.

Vermehrtes Homeoffice hat neben den Arbeitsbedingungen viele weitere Effekte, z. B. das Pendlerverhalten: Beschäftige, die mit dem Auto zur Arbeit fahren, werden im Durchschnitt ca. 20 zusätzliche Homeoffice-Tage pro Jahr haben. Laut unserer Modellrechnung entspricht dies in etwa einer Wegstrecke von 14,5 Milliarden weniger gefahrenen Kilometern oder ca. 363.000-mal um die Erde. Der Umsatz für Benzin und Diesel reduziert sich dadurch um 1,3 Milliarden Euro, der Pkw-Umsatz geht um 2,2 Milliarden Euro zurück. Der CO2-Ausstoß wird um 24 Millionen Tonnen verringert.

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