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Bürger des Ruhrgebiets 2013

Auch bei starkem Gegenwind die eigenen ungewöhnlichen Ideen durchsetzen – Das macht die Empfänger des Titels „Bürger des Ruhrgebiets“ aus; dieses Jahr wird er Dr. Werner Müller und Annegret Schaber verliehen

www.proruhrgebiet.de

Pro Ruhrgebiet verleiht die traditionsreiche Ehrenauszeichnung am 3. Juli an Dr. Werner Müller, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung. Sein leidenschaftliches Engagement für die erfolgreiche Bewerbung zur Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 ist nachhaltig im Gedächtnis. Werner Müller ist der Architekt der Entwicklung des ehemaligen Steinkohle-Giganten zum internationalen Industriekonzern und der geistige Vater des Stiftungsmodells zur Finanzierung der Verpflichtungen aus den Ewigkeitslasten des Steinkohlebergbaus ohne Inanspruchnahme öffentlicher Gelder. Er setzte seine Idee, den Bereich Kohle vom Bereich der Chemie zu trennen, erfolgreich durch, sodass die Spezialchemiesparte zum heutigen Evonik-Konzern wurde.

Schlüssel zur Zukunft des Ruhrgebiets

„Werner Müller bringt das Ruhrgebiet voran. Sein Anliegen, Wandel sozialverträglich zu organisieren und mit Zuversicht zu verbinden und dabei die Menschen mitzunehmen, ist ein Schlüssel zur Zukunft des Ruhrgebiets. Ein Schlüssel, der Tore zur Zukunft gerade dort öffnet, wo der Strukturwandel nach wie vor drückt“, begründet Helmut an de Meulen, Vorsitzender von pro Ruhrgebiet, die Entscheidung.

„Anders geht’s gar nicht.“

Ruhrgebiet, das ist dort, wo Menschen sich einsetzen, schwierigen Herausforderungen stellen und spektakuläre Lösungen finden. Das gilt auch für die zweite Neubürgerin, Annegret Schaber, Bauingenieurin beim Landesbetrieb Straßen.NRW und „die Frau, die die Autobahn sperrt“. Sie ist aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung, bei der die „innovativste Idee bürgernaher Verwaltung – effektiv umgesetzt“ gesucht worden war, von einer Jury unter Vorsitz von NRW-Innenminister Ralf Jäger bestimmt worden. „Anders geht’s gar nicht“, war ihre selbstbewusste Einschätzung, als sie Land und Bund vorschlug, die A 40, immerhin die Hauptverkehrsader der Region, während der dringend erforderlichen Sanierungsarbeiten für drei Monate komplett zu sperren. Das sei schneller, kostengünstiger und würde die Nerven der Menschen schonen. Bei der üblichen Variante „Bauen unter Verkehr“ – so argumentierte sie – wären 25 Monate Stau vorprogrammiert; schließlich ist sie mit der Situation auf der A 40 sehr gut vertraut, wohnt sie doch in Bochum und arbeitet in Essen. Sie setzte sich gegen alle Widerstände durch und am ersten Tag der Sommerferien 2012 wurde die A 40 gesperrt. Als verantwortliche Projektleiterin der Aktion „A 40 Vollsperrung“ stand sie enorm unter Druck, aber es gelang ihr, das Unmögliche möglich zu machen.

Respekt und Würdigung

„In Zeiten von immer wieder negativ in den Schlagzeilen stehenden Großbauprojekten der öffentlichen Hand verdient dieses gegen alle Widerstände so erfolgreich umgesetzte Projekt Respekt und Würdigung“, heißt es in der Begründung der Jury.

 

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