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Twitter – Spielzeug für Nerds oder Chance für Unternehmen?

Natürlich – Twitter ist nicht für alle Branchen gleichermaßen geeignet. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass sich Twitter gerade dort, wo intensiver Kundenkontakt und Kundenbindung zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählen, in der Vergangenheit hervorragend bewährt hat. Und mal ganz ehrlich, wo ist das nicht der Fall?

Schl�ter

Im März feierte der Microblogging-Dienst Twitter seinen 6. Geburtstag. Mehr als 500 Milionen Nutzer sprechen an sich eine deutliche Sprache und dennoch ist Twitter bei deutschen Unternehmen unverändert das Stiefkind Nummer eins. Im März dieses Jahres hatte der Dienst in Deutschland trotz starken Wachstums gerade einmal 4,1 Millionen Nutzer.

Beim Blick über den Tellerrand fällt auf, dass die 100 größten Unternehmen der Welt Social Media in dieser Reihenfolge nutzen: Twitter, Facebook, Youtube und Corporate Blogs. Abweichend hiervon favorisieren die meisten deutschen Marken Facebook, dicht gefolgt von XING. Von Twitter, Google+, Youtube oder gar Corporate Blogs, die sich in den USA bestens etabliert haben, keine Spur. Vielleicht ein stückweit typisch deutsch, frei nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht“. Vielen Unternehmen fehlt einfach das Verständnis dafür, was Twitter als Kommunikationskanal so besonders macht und was ihn von anderen Kanälen wie z.B. Facebook unterscheidet.

Eine Besonderheit des Kurznachrichtendienstes ist zweifellos seine Aktualität. Über keinen anderen Social Media Kanal wird man aktueller, schneller und authentischer mit News rund um ein abonniertes Thema versorgt. Zudem ist durch die Beschränkung der Nachrichten (Tweets) auf 140 Zeichen die Informationsdichte sehr hoch, so dass Unternehmen über diesen Kanal schnell und präzise über Neuheiten informieren können und umgekehrt natürlich das Verfolgen aktueller News – vielleicht auch mit Blick auf den Wettbewerb – sehr einfach ist. Als Erfolgsbeispiele möchte ich hier nur einmal die Allianz, Daimler und Deutsche Bahn nennen. 

Grundsätzlich kann man zwei Arten der Anwendung von Twitter unterscheiden: der Einsatz als Support-Kanal und die Nutzung als Marketing-Kanal.  Es macht schon einen gewaltigen Unterschied, ob ein Unternehmen Twitter für den Support einsetzt oder ob es die Plattform für sich vielleicht doch eher als Marketing-Kanal versteht bzw. nutzen möchte.  Support ist – je nach Unternehmensgröße – unter Umständen sehr aufwendig, dafür jedoch hocheffizient. Mit Blick auf dem möglichen Aufwand muss allerdings auch berücksichtigt werden, dass es in Unternehmen, die hiermit liebäugeln, in der Regel bereits einen „analogen“ Support-Kanal (Hotline, Außendienst, etc.) gibt, so dass oftmals gar kein zusätzlicher Personaleinsatz, sondern lediglich eine gute und individuelle Schulung des Support-Teams notwendig ist.

Im zweiten Fall, Marketing, sind qualitativ hochwertige Inhalte, die Informationen wirklich komprimiert auf den Punkt bringen, das A und O. Ohne Mehrwert (für den „Empfänger“) hat hier kein Unternehmen Erfolg.  An sich ist dies aber noch nicht einmal eine Twitter-Besonderheit, denn guter Content spielt sowohl auf allen Social Media Kanälen, als auch im klassischen Marketing oder in der PR-Arbeit eine ganz entscheidende Rolle.

Twitter hat in deutschen Unternehmen zu Unrecht den Status „Spielerei“.  Es ist zumeist die kristallklare Struktur und die Reduzierung auf wenige, dafür jedoch sehr leistungsfähige Funktionen, die Twitter so manchem Unternehmer unheimlich macht. Dabei ist es doch gerade diese einfache Handhabung, für die Twitter es verdient hätte, auch von deutschen Unternehmen einmal in der Praxis erprobt zu werden. 

Denken Sie dabei bitte nicht primär über den ROI (Return on Investment) nach, sondern vielmehr darüber, ob Ihnen Twitter dabei helfen kann, in Sozialen Netzen sichtbarer zu werden und ob es gelingen könnte, Ihrer Zielgruppe auf diesem Wege einen zusätzlichen Nutzen zu bieten. 

Falls es in Ihrem Unternehmen bereits eine Anlaufstelle für Pressearbeit gibt, können Sie sicher sein, dass Ihnen ohne nennenswerten, zusätzlichen Aufwand ausreichend Inhalte zur Verfügung stehen, um Twitter regelmäßig mit hochwertigem Content „füttern“ zu können.

Natürlich – Twitter ist nicht für alle Branchen gleichermaßen geeignet. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass sich Twitter gerade dort, wo intensiver Kundenkontakt und Kundenbindung zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren zählen, in der Vergangenheit hervorragend  bewährt hat. Und mal ganz ehrlich, wo ist das nicht der Fall?

Inhalte Ihres Twitter-Kanals könnten zum Beispiel sein: Informationen über neue Produkte, Links auf interessante Webseiten, Ankündigungen zu Veranstaltungen (Messen, Kongresse, Webinare), Brancheninfos, Dialoge mit Nutzern, Antworten auf Anwenderfragen, Umfragen … und und und. Hier gibt es kaum Grenzen, vorausgesetzt Sie verstehen Twitter als das, was es tatsächlich ist: ein Tool, das es Ihnen auf seine spezielle Art und Weise ermöglicht, mit Ihren Kunden in Kontakt zu treten und Ihre Marketing-Kanäle zu vernetzen. Nicht mehr, nicht weniger. 

Wenn Sie einen Nagel in die Wand schlagen wollen, ist der Hammer zweifellos die beste Wahl. Um ihn wieder herauszubekommen, sollten Sie sich eher für eine Zange entscheiden. Der Vergleich hinkt? Mitnichten, denn genau das ist es, was viele, die seit eh und je auf die Marketing-Wunderwaffe warten, nicht verstehen. Keiner der verfügbaren Social Media Kanäle ist wirklich schlecht, und keiner ist falsch. Seine Möglichkeiten müssen sich nur so gut es geht mit Ihren Wünschen und Zielen decken.

Ihnen fehlen noch Ideen, womit Sie Ihren Twitter-Kanal „füttern“ könnten? Dann nutzen Sie Twitter doch zunächst einfach, um auf PR-Nachrichten, Pressemitteilungen, Videos, Blog- und Fachartikel etc. aufmerksam zu machen. Vieles davon bleibt bei einem großen Teil Ihrer Zielgruppe möglicherweise unentdeckt. In diesem Falle kann Twitter das ideale Bindeglied zwischen den Plattformen sein. 140 Zeichen eignen sich hervorragend für das Platzieren knackiger Anreißer und Sie werden ganz nebenbei feststellen, dass Sie auf diesem Wege Ihre Reichweite schnell vergrößern und Kundengruppen ansprechen, die Sie über andere Kanäle vielleicht nicht erreicht hätten.

Geben Sie Twitter eine Chance, es lohnt sich! 

Wenn Sie mir „folgen“ möchten: www.twitter.com/jensschlueter  

Das Buch zum Thema:

Social Media für Unternehmer: Der 30-Minuten-Faktor

Jens Schlüter zeigt Ihnen in diesem Buch, wie auch Sie die Möglichkeiten von Social Media Marketing für Ihr Unternehmen nutzen können. Mit maximal 30 Minuten Aufwand pro Tag. Aus der Praxis, auf den Punkt, schnörkellos. Schritt für Schritt erkennen Sie das große Ganze und lernen Ihre persönliche Strategie zu entwickeln.

Addison-Wesley, 288 S., 24,95 Euro, erscheint am 5. Dezember 2012

ISBN: 978-3827331632

 

Jens Schlüter

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