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Slow Media: „Auf der Insel der bewussten Langsamkeit“

Die Medienrevolution hat ihren Höhepunkt erreicht. Zeit nun, das Erreichte zu überdenken, wenn nicht sogar in Frage zu stellen. Zeit für eine Reformation, die sich Anfang des Jahres in Form eines Slow Media Manifests, veröffentlicht von Sabria David, Jörg Blumtritt und Benedikt Köhler in Stockdorf und Bonn, präsentierte und die Medienwelt zu spalten droht: In gut und schlecht, überfällig und überflüssig, schnell und bedacht.

Die Medienrevolution hat ihren Höhepunkt erreicht. Zeit nun, das Erreichte zu überdenken, wenn nicht sogar in Frage zu stellen. Zeit für eine Reformation, die sich Anfang des Jahres in Form eines Slow Media Manifests, veröffentlicht von Sabria David, Jörg Blumtritt und Benedikt Köhler in Stockdorf und Bonn, präsentierte und die Medienwelt zu spalten droht: In gut und schlecht, überfällig und überflüssig, schnell und bedacht.

Nachhaltigkeit wird in den Medien schon lange ausgiebig kommuniziert und diskutiert. Nun geht die Forderung nach einem bewussten Umgang mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen noch einen Schritt weiter und richtet sich an die Medienwelt selbst. Pünktlich zum Jahresbeginn haben der European Operations Officer Jörg Bumtritt, die Kommunikations-Fachfrau Sabria David und der Soziologe Benedikt Köhler ein 14 Punkte umfassendes Slow Media Manifest veröffentlicht, welches für eine Entwicklung von „angemessener Reaktionen auf die Medienrevolution“, die seit dem ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts die technologischen Grundlagen der Medienlandschaft tief greifend verändert hat, plädoyiert.

Slow Media soll wie der Trend zum Slow Food verstanden werden. Hierbei gehe es nicht um eine künstliche Entschleunigung der Medien an sich, sondern vielmehr, so die Verfasser des Manifests, „um Aufmerksamkeit bei der Wahl der Zutaten und um Konzentration in der Zubereitung“. Sabria David sagte dazu erklärend in einem Interview auf www.blogpiloten.de der Ansatz stehe „Analog zu Slow Food, wo es auch nicht um das langsame Gemüseschneiden geht“.
Weiter sei das Konzept Slow ein wichtiger Schlüssel für einen neuen Umgang mit sowie eine neue Haltung zu den Medien, die mittlerweile in Echtzeit-Geschwindigkeit angekommen seien und so Manchen mit ihrer unaufhaltsamen Informationsflut überfordern könne. Denn Zeit zum Filtern fehle den Usern. Bevor nun ein Datenkollaps drohe, sei die Zeit reif, die Anforderungen der neuen Möglichkeiten „politisch, kulturell und gesellschaftlich zu integrieren und konstruktiv zu nutzen“.

Etwas bildlicher wird von Inseln der Erholung und der Qualität gesprochen, die zum Rückzug einladen, wenn einen die immer höher schlagenden Wellen des Internets vom Surfbrett stoßen. „Gerade durch die Beschleunigung in zahlreichen Lebensbereichen, werden Inseln der bewussten Langsamkeit möglich, aber auch überlebenswichtig.“

Das Slow Media Manifest: 14 Punkte zur neuen Weltordnung

Insgesamt ein sehr schönes und pathetisches Wunschbild, doch bleibt unklar, wo uns die 14 aufgelisteten Ziele und Absichten eigentlich genau hinführen sollen. Und woran erkennt man überhaupt Slow Media und was unterscheidet sie von den nicht so slowen Medien?

In dem Manifest heißt es, „Slow Media sind einladend und gastfreundlich“. Und: „Sie teilen gerne.“ Außerdem sind sie ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, fördern Monotasking und (aktive!) Prosumenten, zielen auf Perfektionierung, machen Qualität spürbar, sind sozial , diskursiv und dialogisch, zeitlos, auratisch, glaubwürdig und progressiv. Auf keinen Fall sind sie reaktionär und brauchen auch nicht beworben werden (vielmehr werden sie empfohlen). Hinter Slow Media stehen echte Menschen, die ihre Nutzer ernst nehmen.

Bei einer solchen doch recht abgrenzenden Art von Definition war es kein Wunder, dass sich bereits Stunden nach der Veröffentlichung eine Welle der Entrüstung im Internet auftürmte. Zahlreiche Blogger waren erzürnt, manche sogar gekränkt. Das Manifest sei nichts als eine Anreihung überflüssiger Forderungen, die ausgrenzend und beleidigend seien. Schnell bemühten sich die Verfasser, die Wogen zu glätten. Das Manifest solle die schnellen Medien, wie beispielsweise die Nachrichten, nicht abwerten. Vielmehr solle versucht werden als Ausgleich zu dem Modebegriff Echtzeit, „die andere Seite wieder zu Wort kommen zu lassen“.
Die andere Seite ist die der nachhaltigen Slow Media, die auf dem Blog www.slow-media.net von Usern mit der Veröffentlichung von Beispielen lesenswerter und qualitativer Texten, „die inspirieren“, entwickelt wird.
Die Seite präsentiert Texte aus den Bereichen, Religion, Philosophie, Kunst, Musik und vor allem Literatur. Neben Klassikern wie „Momo“ von Michael Ende, Herman Melvilles „Moby Dick“ oder „Zettel’s Traum“ von Arno Schmidt, die sich entweder dem Thema Zeit philosophisch annähern oder aber schlicht jede Menge Zeit bei der Verarbeitung der Literatur für sich beanspruchen, werden auch Lexika oder Kochbücher besprochen. ´

Durch die selbst gesetzten Grenzen wird die Slow Media Idee ihre Insel nicht verlassen können

Trotz dieser praktischen Ansätze und dem an für sich guten Willen, der ewigen Debatte um einen bleibenden Qualitätsjournalismus im schnelllebigen Internet zu neuem Aufschwung zu verhelfen, bleibt die Slow Media Idee doch nur eine Theorie. Eine, die zwar einen interessanten Denkanstoß darstellt und sich, wie alle bisherigen Manifeste, auf dem Papier sicher gut lesen lässt, jedoch nur selten der Realität Standhaben kann. In unserer von den modernen Medien dominierten Welt, in der die meisten Informationen bereits in den Minuten der Bearbeitung schon wieder überholt sind und man ständig gegen die Zeit tippt, mag die angesprochene „Insel der bewussten Langsamkeit“ sicher seinen kurzweiligen Reiz haben. Doch abgeschnitten von der restlichen Welt wandelt sich diese dann auch schnell zu einer Insel der Einsamkeit. Denn – um den Vergleich zum Slow Food wieder aufzugreifen – ab und wann braucht selbst der gesundheitsbewusste Feinschmecker eine Currywurst mit Pommes.

 

Katharina Loof

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