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Recht & Steuern

Kein Vorsteuerabzug für Carport als Unterbau

Durch das Betreiben einer Fotovoltaikanlage wird der Besitzer eines Eigenheims zum Unternehmer, selbst wenn er bis zu 90 Prozent der erzeugten Energie selbst für die eigenen vier Wände verbraucht. Denn ausreichend für die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmensvermögen ist, dass er zu 10 Prozent unternehmerisch genutzt wird.

Rainer Sturm / Pixelio.de

Das bedeutet in Bezug auf die Solaranlage, dass lediglich 10 Prozent des hierüber erzeugten Stroms ins öffentliche Netz eingespeist wird und es insoweit zu einer unternehmerischen Tätigkeit kommt. Diese Regelung hat den Vorteil, dass die komplette Vorsteuer aus den Einbaukosten beim Finanzamt geltend gemacht werden kann, sobald der Einbau erfolgt ist und die Rechnung über die Einbaukosten vorliegt.

Bei den Aufwendungen für den Bau oder die Erweiterung eines Carports kann hingegen kein Vorsteuerabzug geltend gemacht werden, selbst wenn diese Maßnahme in erster Linie wegen der Errichtung einer Fotovoltaikanlage erfolgt. Denn nach dem Urteil des FG Niedersachsen vom 21.12.2009 wird der Carport selbst nicht unternehmerisch genutzt (Az. 16 K 377/09). Der Hausbesitzer wird also nur bezogen auf den Betrieb der Fotovoltaikanlage Unternehmer, weil diese nicht in unmittelbarem und direktem Funktionszusammenhang mit dem Gebäude (Carport) steht. Die Solaranlage stellt für sich vielmehr ein selbstständiges Wirtschaftsgut dar, welches unabhängig vom übrigen Grundstück zum Zweck der Stromerzeugung betrieben werden kann. Eine Dachfläche dient in einem solchen Fall nur als Halterung für die Fotovoltaikanlage. Diese ist nämlich wieder ablösbar und behält ihre körperliche und wirtschaftliche Eigenart bei. Der Bau des Carports hingegen dient in erster Linie zum Unterstellen eines nichtunternehmerisch genutzten Kfz, sodass insoweit kein Vorsteuerabzug in Betracht kommt.

Beispiel

Der Hausbesitzer baut eine neue Garage mit einer Solaranlage auf dem Dach. Beides zusammen kostet 20.000 Euro plus 3.800 Euro Umsatzsteuer , wobei der Aufwand auf beide Maßnahmen je zur Hälfte entfällt. Er kann beim Finanzamt sofort 1.900 Euro Vorsteuer geltend machen.

Ab 2011 lassen sich teilweise unternehmerisch und teilweise privat genutzte Gebäude nicht mehr insgesamt dem Unternehmensvermögen zuordnen. Durch das Jahressteuergesetz 2010 ist die Vorsteuer nur noch insoweit abzugsfähig, als sie auf die Verwendung des Grundstücks für unternehmerische Zwecke entfällt. Diese Einschränkung betrifft aber nur gemischt genutzte Gebäude, nicht hingegen eine Fotovoltaikanlage. Denn sie stellt umsatzsteuerlich keinen Bestandteil des Gebäudes dar, sodass der volle Vorsteuerabzug weiterhin bei mindestens 10-prozentiger Einspeisung ins öffentliche Netzt möglich bleibt.

 

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