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Steuern und Abgaben auf Aktien, Zinsen und sonstige Kapitalerträge

Was der Großvater noch in der Socke unterm Bett lagerte oder im Sparbuch anlegte, wird von den Enkeln der heutigen Generation gerne anders vermehrt. Ersparnisse kommen nicht mehr aufs Sparbuch, sondern werden in Form von Aktien und Wertpapieren angelegt oder auf Tagesgeldkonten mit Zinsen geparkt. Das hat aber auch andere Konsequenzen.

Rainer Sturm / Pixelio.de

Während das Geld in der Socke zwar dem Wertverlust durch Inflation nichts entgegenzusetzen hatte, müssen Anleger heute die gängigen Steuern und Abgaben auf ihre Zinsen, Aktien, Wertpapiere und Kapitalerträge (zur Definition Kapitalerträge) einrechnen, wenn sie ihren Gewinn überschlagen. Denn der Staat, die Banken, Makler und Broker wollen alle mit verdienen. Die wichtigsten Abzüge werden hier zusammengefasst.

Steuern und Abgaben auf Aktien

Wer sich ins Aktiengeschäft wagt, der sollte wissen, dass dafür auch einiges an Kosten anfällt – sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf. Zuerst möchte die beteiligte Bank eine Provision haben. Diese kann von Bank zu Bank unterschiedlich ausfallen, bewegt sich aber meist um ein Prozent. Dazu kommt dann noch eine Brokerage bzw. Maklercourtage für den Broker oder Börsenmakler, die zwischen 0,04 für Dax-Aktien und 0,08 Prozent für alle anderen Aktien liegt – mindestens jedoch 75 Cent.

Wer dagegen die Dienste eines Discount-Brokers in Anspruch nimmt, kann sich zwar über geringere Brokerage freuen, bekommt aber auch keine Beratung, Marktanalyse und Wertpapierempfehlung, die der Broker normalerweise erstellen würde.

Nach alledem hält der Staat schließlich noch die Hand auf. Wer als juristische Person agiert, z. B. für einen Verein, einen Club oder Ähnliches muss Körperschaftsteuern zahlen. Diese betragen 25 Prozent der Dividenden, die ausgeschüttet werden. Für Privatpersonen gilt die Steuer nicht, es fällt jedoch die Kapitalertragssteuer an.

Die Kapitalertragssteuer

Wer Gewinne durch Aktien oder Wertpapiere macht, der muss darauf Einkommenssteuer zahlen. Dies wird in Deutschland für Wertpapiere in Form der Kapitalertragssteuer erhoben. Sie beträgt 20 Prozent der Bardividende und enthält meist auch noch den Solidaritätszuschlag . Diese Steuer wird direkt von der Bank oder Kapitalgesellschaft an das Finanzamt abgeführt. Der Aktionär bekommt eine Bescheinigung über die gezahlten Steuern, die wie eine Steuervorauszahlung zu behandeln sind.

Bei der jährlichen Steuererklärung kann die gezahlte Kapitalertragssteuer dann angerechnet werden, denn es mussten nach dem Halbeinkünfteverfahren bis 2009 alle Erträge aus Dividenden zur Hälfte versteuert werden (seit 2009 100% der Dividenden). Allerdings bestehen auch Freibeträge für Kapitalerträge. In Form der Abgeltungssteuer gilt dies auch für Zinsen. Die Kapitalertragsteuer wird oft abgekürzt als: KESt, KapESt oder KapErtSt.

Die Abgeltungssteuer

Zinsen werden mit der Abgeltungssteuer belastet. Bis zum Jahr 2008 galt eine Zinsabschlagsteuer von 30 %, die als Vorauszahlung bei der Einkommensteuer angerechnet wurde. Die Einkünfte aus Zinsen wurden dann mit dem jeweiligen Steuersatz des Anlegers angerechnet. Ab 2009 wurde dieses Verfahren jedoch durch die Abgeltungssteuer abgelöst und Kapitalerträge aus Zinsen werden zu hundert Prozent versteuert. Zudem wurde ebenfalls 2009 der Sparerfreibetrag durch den Sparerpauschbetrag ersetzt.

Er beträgt für private Anleger 801 Euro und bei Zusammenveranlagung 1602 Euro. Seitdem können auch Werbungskosten nicht mehr steuerlich abgesetzt werden, es gilt ein Abzugsverbot für tatsächliche anfallende Werbungskosten (zur Werbungskosten Definition). Steuerfrei bleiben dagegen alle Gewinne aus Aktien, die noch vor dem Jahr 2009 erworben wurden. Dafür müssen sie lediglich ein Jahr im Depot gewesen sein.

 

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