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In fünf Schritten raus aus der Komfortzone: Wie Sie jetzt Ihre strategischen Entscheidungen vorwärts bringen

Aufstehen, Staub abklopfen, weitermachen: Getreu diesem Motto sollten Unternehmer jetzt handeln. Die Gelegenheit ist günstig, das Unternehmen unabhängig von äußeren Einflüssen, von Krise und Aufschwung, zu steuern. Dr. Torsten Herzberg, Strategie-Berater und Coach für mittelständische Unternehmen, verrät, wie Unternehmer ihren Gestaltungsspielraum am besten nutzen.

SP-PIC / Fotolia.com

Es geht bergauf. Die neuesten Zahlen zur Konjunkturentwicklung vom DIW Berlin zeigen, dass die große Unsicherheit nachlässt und sogar einem vorsichtigen Optimismus gewichen ist. Doch trotz der guten Nachrichten geht es nicht so recht voran. Woran liegt das?

Die strategische Komfortzone

Es klingt paradox, doch gerade wirtschaftlich herausfordernde Zeiten geben Entscheidern Sicherheit. Dabei ist es unerheblich, ob es gerade bergauf oder bergab geht. Denn beide Richtungen geben eine klare Linie für unternehmerische Entscheidungen vor. Kommen die Märkte ins Wanken, gelten Sparsamkeit und Effizienz . Blüht die Wirtschaft auf, wird investiert und expandiert.

Wenn die Luft raus ist

Deshalb sind die Zeiten nach Krise oder Aufschwung für viele Unternehmer die schwersten. Der Druck zu handeln fällt weg. Stattdessen ergeben sich vielfältige neue Chancen und Handlungsalternativen. Durch den Feuerwehrmodus der Vormonate entscheidungsmüde geworden, nimmt man sich die Zeit, die man zu brauchen meint. Obwohl jetzt die beste Zeit wäre, um endlich die Weiterentwicklung voranzutreiben, geraten strategische Schritte ins Stocken – wie im Morast. Wo investieren, an welchen Stellen sparen? Die Prozesse trimmen oder besser das Unternehmen ausbauen? Im Kerngeschäft bleiben oder völlig neue Wege suchen? Die Antwort auf die meisten strategischen Fragen bleibt aus: Wir kümmern uns lieber ums Tagesgeschäft. Dabei gäbe es endlich einmal mehr als einen definierten Handlungsrahmen, nämlich einen echten Spielraum.

Den neuen Fokus finden

Hand auf‘s Herz: Welche richtungsweisenden Entscheidungen haben Sie in den vergangenen Monaten getroffen? Welche Projekte haben Sie zu Ende gebracht oder angestoßen? Steuern Sie aktiv Ihre Unternehmensentwicklung oder warten Sie noch auf den nächsten Trend, der Ihnen die Richtung vorgibt?
Folgende Schritte zeigen Ihnen, wie Sie das Heft wieder in die Hand nehmen und sich auf eigene Aufgaben und Ziele fokussieren:

Schritt 1: Versäumtes nachholen

Wenn es hektisch wird oder gravierende Veränderungen nötig werden, bleiben an anderer Stelle Dinge liegen. Damit diese nicht zum Stolperstein werden, sollten Sie sie jetzt nachholen. Aufräumen ist angesagt. Ein häufig vernachlässigtes Feld ist die IT-Landschaft. Sie wächst mit und an ihren Aufgaben und wird erst dann beachtet, wenn sie ihre Grenzen erreicht hat – meist im ungünstigsten Moment, wenn das Wachstum des ganzen Unternehmens gefährdet ist.

  • Nehmen Sie die IT mit in die Jahresplanung, denn dort gehört sie hin. Mittelfristige Projekte, die die Systemlandschaft betreffen, müssen rechtzeitig angegangen werden.
  • Die Fachbereiche sollen herausstellen, welche Anforderungen sie in den nächsten zwei Jahren an die IT stellen werden.
  • Planen Sie die IT-Architektur aktiv.
  • Priorisieren Sie laufende Änderungen und Automatisierungen. Nicht alles kann und muss gleichzeitig umgesetzt werden. So behalten Sie Kosten und Systemauslastung ebenfalls im Blick.

Schritt 2: Unabhängiger werden

Abhängigkeiten sind die größte Gefahr, wenn es kriselt. Um dem Dominoeffekt nicht zum Opfer zu fallen, gilt: Setzen Sie auf mehrere Pferde! Sie arbeiten bislang nur für eine Zielbranche? Suchen und prüfen Sie verwandte Zukunftsmärkte. Arbeiten Sie Ihre Stärken heraus und bleiben Sie in Ihrem Kompetenzfeld. Mehrere Standbeine erhöhen die Krisenresistenz Ihres Unternehmens und rüsten es für die nächste Krise.

  • Entwickeln Sie Ihr Unternehmen entlang seiner Kernkompetenz für andere Branchen oder Regionen weiter.
  • Investieren Sie in den Ausbau – ein neues Geschäftsfeld benötigt finanzielle und personelle Ressourcen, ohne werden Sie nicht weit kommen.
  • Setzen Sie einen motivierten und starken Mitarbeiter für die Entwicklung des Neugeschäfts ein und sorgen Sie dafür, dass das Tagesgeschäft ihn nicht zu sehr bindet.

Schritt 3: Den Vertrieb stärken

Der Vertrieb ist wie ein Nervensystem, das Kunde und Unternehmen verbindet. Bei der Vertriebsmannschaft kommen Bedürfnisse und Kundenwünsche an, die sie ins Unternehmen weiterleitet. Es lohnt sich, zu prüfen, wo diese Kommunikation optimiert werden kann. Eingefahrene Strukturen und falsche Anreize in der Vertriebssteuerung können sich beispielsweise nachteilig auf eine Produktneueinführung auswirken. Erhält der Vertrieb neue Impulse, haben Sie den Motor Ihres Unternehmens geölt.

  • Prüfen Sie die Anreize und Steuerungsmechanismen Ihres Vertriebs. Möglicherweise beeinflussen Sie das Handeln der Mitarbeiter oder die Kundenmeinung.
  • Setzen Sie auf Know-how-Transfer. Erfahrene und erfolgreiche Vertriebsmitarbeiter sollten ihre Erfahrungen und ihr Wissen an neue Kollegen weitergeben.
  • Suchen Sie nach versteckten Belastungen im Tagesgeschäft. Was lenkt ab? Was hält auf? Gibt es Möglichkeiten für einen Erfahrungsaustausch?
  • Schaffen Sie Tatsachen. Von Zeit zu Zeit lohnen Neukundenveranstaltungen oder die Präsentation auf einer Messe.

Schritt 4: Raus aus den Details

Einer muss den Überblick behalten und das sind Sie. Sicher sind Sie in schwierigen Zeiten häufiger einmal eingesprungen, wenn es im Alltagsgeschäft eng wurde. Jetzt heißt es, kritisch zu prüfen, welche Ihrer täglichen Aufgaben tatsächlich nur Sie erledigen können. Delegieren Sie Projekte, die Ihnen Zeit für strategische Entwicklungen und Steuerungsaufgaben nehmen. Ihre Mitarbeiter freuen sich über die neue Herausforderung und das Vertrauen, das Sie Ihnen entgegenbringen.

  • Schaffen Sie in Ihrem Terminkalender Zeit für strategische Aufgaben. Die mittelfristige Entwicklung liegt in Ihrer Hand.
  • Stellen Sie strategische Themen vornan und lassen Sie sich vom Tagesgeschäft nicht davon ablenken.
  • Vergessen Sie Projektplanung. Je mehr Zeit Sie in die Detailplanung investieren, desto weniger Zeit haben Sie für die Umsetzung. Sie sollten Ihr Ziel und die damit verbundenen Aufgaben kennen. Zeit- und Budgethorizont setzen den Rahmen.

Schritt 5: Neuland betreten

Gerade wenn Ihr Unternehmen neue Wege geht oder wächst, haben Sie weiße Flecken auf der Landkarte. Glücklicherweise gibt es fast immer jemanden, der sich damit auskennt. Immer wenn Ihr Team erst in neue Aufgaben hineinfinden muss oder Experten etwas effizienter und schneller lösen können, hilft es, auf externe Unterstützung zu setzen. Eine gute Maßnahme erkennen Sie daran, dass sie Prozesse beschleunigt, Ihr Team weiterbringt oder den Einstieg in neue Aufgabenfelder vereinfacht.

  • Prüfen Sie, welche Bereiche vorübergehend oder auch dauerhaft Entlastung oder Unterstützung benötigen.
  • Nicht jede vermiedene Investition spart tatsächlich Geld. Führt der Verzicht von externer Beratung zur Verlangsamung von Prozessen oder Überlastung des Teams, gehen wertvolle Kapazitäten verloren.
  • Nutzen Sie das Know-how anderer, um in neue Themengebiete, Branchen oder Märkte vordringen zu können.

 

Dr. Torsten Herzberg

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