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Gemeinsam sind wir stärker

Freundschaften knüpfen, Erfahrungen austauschen, internationale Geschäftsverbindungen herstellen, Brücken bauen – dafür treffen sich die Mitglieder des DeutschTürkischen Wirtschaftsdialogs in regelmäßigen Abständen. Diesmal waren sie in Leonberg bei perma-trade Wassertechnik GmbH zu Gast.

DTW

Rund 50 Gäste begrüßte Tarkan Söhret, Vorstand des DeutschTürkischen Wirtschaftsdialogs (DTW) in den Räumen der in Leonberg ansässigen Firma perma-trade Wassertechnik GmbH, Spezialist u.a. für Trinkwasserfilter oder Kalk- und Korrosionsschutz. Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stärker“ hatte Söhret zum gemeinsamen Business-Frühstück mit anschließender Werkstattbesichtigung geladen. „Die deutsch-türkischen Wirtschaftsverbindungen sind seit vielen Jahren sehr erfolgreich und sehr wichtig. Hier gilt es, noch mehr Plattformen zu schaffen, um den Dialog miteinander zu fördern“, unterstrich Söhret die Bedeutung eines regelmäßigen gemeinsamen Frühstücks und dankte Gastgeber Michael Sautter für dessen Unterstützung und Gastfreundschaft. Dieser freute sich an dem regen Interesse deutscher sowie türkischer Netzwerkvertreter, darunter Stuttgarts ehemaliger Oberbürgermeister Wolfgang Schuster, Gökay Sofuoglu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland oder Coskun Yasa, Vorsitzender des Daimler-Türk-Treff, der das größte und älteste Mitarbeiternetzwerk in Deutschland ist.

Perma-trade-Geschäftsführer Sautter, der im Jahr 2015 auf einer Delegationsreise in die Türkei erste intensive Kontakte zu den dortigen Wirtschaftsvertretern knüpfte, wollte seine Begeisterung über Land und Leute auch nach seiner Rückkehr in Deutschland am Leben erhalten. Vor zwei Jahren lernte Sautter in Istanbul Vertreter des DeutschTürkischen Wirtschaftsdialogs kennen und baute seine Kontakte seither kontinuierlich aus. „In der Türkei sehe ich großes Potential für eine Zusammenarbeit im Bereich Wasseraufbereitung, so dass es als Trinkwasser bedenkenlos genießbar ist“, begründete er trotz politischer Konflikte sein Interesse an der Türkei. „Ich mag die Türken sehr, deshalb würde ich mich freuen, wenn wir in Zukunft noch intensiver zusammenarbeiten könnten.“

Wolfgang Schuster sprach anschließend in seiner Funktion als erster Vorsitzender der Stiftung Türkisch-Deutsche Universität (TDU) zu den Netzwerkern. „Aktuell gibt es 1.500 Studenten an der TDU. In Kürze sind die Bauarbeiten an den Gebäuden abgeschlossen, dann werden bis zu 6.000 Studenten mit der deutschen Lehrsprache ausgebildet.“ Er dankte den anwesenden Unternehmern, dass sie es den Studenten der Deutsch-Türkischen Universität in Istanbul ermöglichen, im Rahmen ihres Studiums ein mehrwöchiges Praktikum in Deutschland zu absolvieren, um wichtige Erfahrungen zu sammeln sowie eigene Kontakte zu knüpfen. „Das Investieren in junge Menschen und ihnen eine Chance zu geben, ist ausgesprochen wichtig. Das verstehe ich unter sozialem Unternehmertum“, betonte Schuster. Im letzten Jahr kam das „Leuchtturmprojekt“ dieser beiden Staaten erstmals zum Tragen. „Wir konnten über 25 Studenten ein Praktikum in Deutschland organisieren. Dieses Jahr wollen wir noch deutlich mehr Studenten herbringen. Es würde uns sehr freuen, wenn noch mehr deutsche Unternehmen uns unterstützen würden“, appellierte er an die anwesenden Entscheidungsträger. „Die Studenten an der TDU sind sehr talentiert. Sie können eine ideale Brücke zur türkischen Community werden.“

Neben Michael Sautter, der im vergangenen einen dieser Studenten in seine Firma holte und sich mit der Zusammenarbeit sowie dem Engagement des angehenden Betriebswirts sehr zufrieden zeigte, möchte auch Coskun Yasa die TDU unterstützen. Der Vorsitzende des 1992 von sechs Daimler-Angestellten gegründeten und mittlerweile 1.000 Mitglieder umfassenden Daimler-Türk-Treffs (DTT) versprach, sich mit seinem großen Netzwerk ebenfalls dafür einzusetzen, dass sein Arbeitgeber Daimler jungen türkischen Menschen Praktikums- sowie Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt. Er warb bei den Deutschen für die großen Tugenden türkischer Mitarbeiter. „Wir Türken reagieren offen für neue Themen, wir sind flexibel und ausgesprochen umsetzungsfreudig, um nur einige unserer Eigenschaften zu nennen. Wenn wir diese Eigenschaften mit denen der Deutschen, wie zum Beispiel Fleiß, Pünktlichkeit, Planungsfreude vereint, entsteht daraus ein großer wirtschaftlicher Benefit“, sagte Yasa.

Im Anschluss an die Reden gab es noch einen gemeinsamen Rundgang durch die Produktionswerkstatt von perma-trade, in der das soziale Denken des Unternehmers Sautter besonders deutlich wurde. Rund 90 Prozent der Wasseraufbereitungsanlagen werden ausschließlich von Menschen mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung gefertigt. Knapp 50 Beschäftigte mit Handicap sorgen dort für einen reibungslosen Produktionsablauf. Auch wenn dies nicht immer kostengünstig und einfach ist, – denn man kann bei Lieferengpässen weder Druck auf die Beschäftigten ausüben, noch kann man mal nebenbei schnell eine vielleicht notwendige Veränderung einführen – will Michael Sautter an diesem Modell festhalten. „Zum einen habe ich als Unternehmer eine gewisse soziale Verantwortung und zum zweiten macht die Zusammenarbeit mit der Behindertenwerkstatt große Freude. Die Beschäftigten dort sind sehr stolz auf ihre Arbeit, sind nur selten krank und zeigen großes Engagement.“

Engagement, das sich Michael Sautter und seine Gäste des DeutschTürkischen Business-Frühstücks auch für ihre Belange auf die Fahne geschrieben haben.

 

Patricia Leßnerkraus Freie Journalistin

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