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Europameister, das wäre toll!

Am 18. August beginnt die Europameisterschaft im Blindenfußball in Berlin. Gastgeber Deutschland bestreitet das Eröffnungsspiel gegen Italien und träumt vom Titel.

Patricia Le�nerkraus

Das Mindestziel der deutschen Kicker lautet, das Halbfinale zu erreichen, um sich für die WM in Madrid im nächsten Jahr zu qualifizieren. Doch können sie auch Europameister werden? Business-on sprach mit Mulgheta Russom, dem erfahrenen Kapitän des MTV Stuttgart, der schon zur Stammbesetzung gehört, seit die Nationalmannschaft vor zehn Jahren ins Leben gerufen wurde.

Herr Russom, wie spielt man überhaupt Blindenfußball?

(grinst) Natürlich mit den Füßen…. Aber Spaß beiseite: Wir spielen auf einem 20 auf 40 Meter-Feld mit Bande. Eine Halbzeit dauert 20 Minuten reine, gestoppte Spielzeit. Im Vergleich zum normalen Fußball spielen wir mit einem kleineren, aber härteren Ball, in den an sechs verschiedenen Stellen Rasseln eingearbeitet sind. Da wir nichts sehen können, orientieren wir uns am Geräusch des Balles und zusätzlich erhalten wir ein perfektes Raumgefühl durch die Bandenbegrenzung. Es ist wichtig, dass die Zuschauer während des Spiels absolut ruhig sind, so wie beim Tennis. Geklatscht und angefeuert werden sollte möglichst nur nach einem Torschuss oder wenn das Spiel unterbrochen ist. Die Tore haben seit dieser Saison die Ausmaße von Feldhockey-Toren, sind somit 3,66 m breit und 2,14m hoch. Hinter jedem Tor steht ein sehender Guide des gegnerischen Teams und gibt den Spielern durch laute Ansagen z.B von Entfernungen Orientierung. Die Torhüter sind ebenfalls sehend und dürfen maximal 2 Meter aus dem Tor heraus.

Wie verhindern Sie, dass sich die Spieler auf dem Platz gegenseitig umrennen?

Die Spieler müssen viel mit einander kommunizieren. Das wichtigste Wort im Blindenfußball lautet „Voy“. Das kommt aus dem Spanischen und bedeutet: Ich komme. Die Spieler sind verpflichtet, spätestens in einem Abstand von drei Metern zum Gegen- oder Mitspieler durch Voy-Rufe auf sich aufmerksam zu machen. Unterbleibt das Voy, handelt sich der Spieler im schlimmsten Fall ein persönliches Foul sowie ein Teamfoul ein. Nach dem fünften persönlichen Foul fliegt der Spieler für das aktuelle Spiel vom Platz, ab dem sechsten Teamfoul ist jedes weitere Foul ein Acht-Meter.

Werden Sie denn schon langsam nervös?

Nervös bin ich noch nicht, aber natürlich wächst die Anspannung täglich, doch dies ist zugleich auch Motivation. Ich freue mich, dass es bald losgeht und fühle mich durch die gerade beendete Bundesliga-Saison auch gut vorbereitet. Meine Fitness stimmt, an den technischen Feinheiten kann man nicht genug arbeiten.

Wie bereiten Sie sich persönlich auf die EM vor?

Neben dem Vereinstraining dreimal pro Woche haben wir Nationalspieler Trainingslager besucht und verschiedene Testspiele mit anderen Nationalmannschaften ausgetragen. Ich selbst trainiere für mich alleine noch zusätzlich, manchmal sogar zweimal am Tag, so dass ich auf dreieinhalb bis vier Stunden Sport täglich komme. Ich jogge, absolviere technische Übungen mit dem Ball, betreibe Kraft- Ausdauer und Schnellkrafttraining und mache Kräftigungsübungen beispielsweise für mein verletztes Knie. Zum Teil werde ich dabei von einem Physiotherapeuten unterstützt.

Wie und was trainieren Sie alleine mit dem Ball?

Alles im technischen Bereich wie schnelle und langsame Dribblings, Stopps mit dem Ball, Standards wie Freistöße, Achtmeter oder Ecken. Krafttraining und Ausdauer sind wichtig, aber die Ballarbeit ist mindestens genauso wichtig.

Wie ernähren Sie sich?

Für meinen Muskelaufbau nehme ich mehr Protein zu mir. Zirka zwei Stunden vor meinem Ausdauertraining esse ich vor allem viel Kohlehydrate in Form von Kartoffeln oder Nudeln, abends nach dem Training gibt es vorwiegend eiweißhaltige Nahrung wie Fisch oder Putensteak mit ausreichend Gemüse und Salat oder eben Proteinshakes.

An der EM nehmen zehn Länder teil, die zunächst in zwei Gruppen aufgeteilt sind und gegeneinander spielen. Die jeweils beiden Gruppen-Ersten kommen ins Halbfinale. Wer sind Ihre gefährlichsten Gegner?

Egal, gegen wen wir spielen, wir nehmen jede Mannschaft ernst und begegnen ihr mit dem nötigen Respekt. Jedes Spiel wird heiß umkämpft sein, kein Team bekommt etwas geschenkt. Nicht zu unterschätzen ist der amtierende Europameister Türkei, aber der Rekordmeister Spanien. Unser allergrößter Gegner sind wir allerdings selbst. Wir neigen leider dazu, nicht sofort ins Spiel hineinzukommen, obwohl wir ein qualitativ gutes Team sind. Der Nationalmannschaft würde es einfach guttun, wenn sie noch öfter miteinander trainieren könnte, doch dafür fehlt die nötige Unterstützung beispielsweise durch den DFB.

Was rechnen Sie sich für die Heim-EM an Chancen aus?

Wenn sich keiner verletzt, wie es vor zwei Jahren geschehen ist, dann sehe ich uns tatsächlich im Finale. Und dann heißt das Ziel ganz klar Europameister.

 

Patricia Leßnerkraus Freie Journalistin

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