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Fitness in Deutschland und Europa: weiter auf Wachstumskurs

Auch die 16. Auflage der Deloitte-Studie „Der deutsche Fitnessmarkt“ zeigt, dass die Branche stärker denn je aufgestellt ist.

Pressefoto / "obs/DSSV

Fitnesssport ist schon lange raus aus der Bodybuilder-Nische und fester Bestandteil des Alltags vieler Menschen. Von der Schülerin, die sich für den Zumba-Kurs begeistert, bis zum Rentner, der für einen gesunden Rücken trainiert – im Fitnessstudio sind alle Altersklassen und alle sozialen Schichten anzutreffen. Auch die 16. Auflage der Deloitte-Studie „Der deutsche Fitnessmarkt“ zeigt, dass die Branche stärker denn je aufgestellt ist. So verzeichneten die deutschen Fitnessstudios im vergangenen Jahr 11,09 Millionen Mitgliedschaften – ein Wachstum von 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit setzte der deutsche Fitnessmarkt seinen Wachstumstrend der vergangenen Jahre fort. Auch der Gesamtumsatz legte um 2,5 Prozent auf 5,33 Milliarden Euro zu, während die Anzahl der Fitnessanlagen um 3,9% auf 9.343 anstieg.

„Es ist nicht verwunderlich, dass die Branche 2018 in allen Kernkennzahlen neue Höchstwerte erzielt hat“, sagt Stefan Ludwig, Partner und Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte. „Das Training passt perfekt zum Zeitgeist: Fitnesssport ist zeitlich flexibel und man kann gezielt auf bestimmte Wunschergebnisse, wie mehr Ausdauer, mehr Kraft, Gewichtsreduktion, einen gesunden Rücken und so weiter hinarbeiten. Gleichzeitig gibt es aber noch Spielraum für weiteres Wachstum.“

Discountanbieter machen Fitness der breiten Masse zugänglich

Ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 3,2 Prozent sowie ein durchschnittlicher Mitgliederzuwachs von 5,1 Prozent seit 2014 zeugen von einer nachhaltig positiven Entwicklung der Branche. Einen Rückgang verzeichneten in den letzten Jahren lediglich die durchschnittlichen Umsätze pro Mitgliedschaft, welche auch 2018 um 1,9 Prozent rückläufig waren. Diese umfassen sowohl Umsätze aus Mitgliedsbeiträgen (43,35 Euro pro Monat), als auch Zusatzeinnahmen (4,32 Euro pro Monat), beispielsweise für Tageskarten, Massagen oder Personal Training.

Diese Entwicklung ist insbesondere auf das überproportionale Mitgliederwachstum von Discountanbietern zurückzuführen, die ihren Kunden Monatsverträge von 30 Euro oder weniger anbieten. So zeichneten alleine die vier mitgliederstärksten Discountanbieter – die McFit Global Group, FitX, clever fit und Easyfitness – mit 344.000 zusätzlichen Mitgliedschaften für den Großteil des gesamten Mitgliederwachstums von 480.000 im deutschen Fitnessmarkt verantwortlich. Auch unter den mitgliederstärksten deutschen Fitnessunternehmen rangiert dieses Quartett nunmehr auf den ersten vier Plätzen.

Der Kunde will „Value-for-Money“

Durch die hohe Anzahl an Trainingsangeboten hat der Kunde heutzutage mehr Alternativen als jemals zuvor. Daher sollte dem Mitglied das begründete Gefühl vermittelt werden, für sein Geld einen fairen Gegenwert zu erhalten. „Der Begriff „Value-for-Money“ steht stellvertretend für zwei der wichtigsten Fitnessformate der vergangenen Jahre: Discountfitness und Mikrostudios“, erklärt Karsten Hollasch, Partner und Leiter Consumer Business bei Deloitte. „Während auf der einen Seite Betriebe im Niedrigpreissegment Fitness für die breite Masse zugänglicher gemacht haben, belegt der Erfolg von Mikrostudios, dass Fitness sich nicht nur über den Preis definiert, sondern Kunden auch bereit sind, für ein besonderes Fitnesserlebnis mehr zu zahlen.“

Tatsächlich verbuchten Mikrostudios – also Anbieter mit einer Fläche von weniger als 200 Quadratmetern – im Vergleich zu Einzel- und Kettenbetrieben mit einem Plus von 9,3 Prozent (40 Millionen Euro) das prozentual größte Umsatzwachstum. Ein maßgeblicher Treiber des Wachstums in diesem Segment sind die Anbieter von Elektromuskelstimulation (EMS). Für diese zeiteffiziente Trainingsart zahlten Kunden 2018 durchschnittlich 90,76 Euro pro Monat.

Auch der europäische Markt wächst – mit Deutschland an der Spitze Neben dem deutschen setzte auch der europäische Markt 2018 seinen Wachstumstrend fort. Dies geht aus der europaweiten Studie „European Health & Fitness Markt Report 2019“ hervor, die heute vom europäischen Fitnessverband EuropeActive und Deloitte vorgestellt wurde. So stieg die Mitgliederzahl im Vergleich zum Vorjahr um 3,5% auf 62,2 Millionen Mitglieder. Dabei konnte der deutsche Markt seine Spitzenposition vor dem Vereinigten Königreich (9,9 Millionen), Frankreich (6,0 Millionen), Italien (5,5 Millionen) und Spanien (5,3 Millionen) ausbauen.

Auch umsatzseitig stellt der deutsche Fitnessmarkt vor dem Vereinigten Königreich (5,25 Milliarden Euro) den größten Ländermarkt Europas dar. Insgesamt wurde 2018 im europäischen Fitnessmarkt ein Gesamtumsatz von 27,2 Milliarden Euro erzielt. In Bezug auf die durchschnittlichen monatlichen Bruttomitgliedsbeiträge zahlen die Kunden in der Schweiz (64,20 Euro) mit Abstand am meisten, auch bedingt durch das generell hohe Preisniveau. Deutschland liegt hier nach den Eidgenossen, dem Vereinigten Königreich, Irland und Österreich auf Platz 5 in Europa.

Vorbild Skandinavien? Die Branche hat das Kundenpotenzial noch nicht ausgeschöpft

Der Blick auf den europäischen Fitnessmarkt zeigt zugleich, dass der deutschen Fitnessindustrie weitere Wachstumspotenziale offenstehen: Mit einer Penetrationsquote, also dem Verhältnis der Fitnessstudiomitgliedschaften zur Gesamtbevölkerung, von 13,4 Prozent liegt Deutschland in Europa nur im Mittelfeld und deutlich hinter Ländern wie Schweden (21,6%), Norwegen (21,4%) oder Dänemark (18,6%).

Top-10-Fitnessmärkte Europa nach Penetrationsquote Land:  

Schweden 21,6 % Norwegen 21,4 % Dänemark 18,6 % Niederlande 17,1 % Finnland 17,0 % Großbritannien 14,9 % Deutschland 13,4 % Schweiz 13,4 % Österreich 12,2 % Spanien 11,4 % Quellen: EuropeActive, Deloitte.

„Auch, wenn zu diesen Ländern strukturelle Unterschiede bestehen, offenbart dies weiteres Wachstumspotenzial für den deutschen Fitnessmarkt: Bereits eine Penetrationsquote von 20% entspräche einem Zuwachs von 5,5 Millionen hierzulande mit dann insgesamt 16,6 Millionen Mitgliedern“, sagt Karsten Hollasch. „Um dieses Ziel zu erreichen, ist die weitere kontinuierliche Entwicklung des Angebotes wichtig, beispielsweise durch eine noch flächendeckendere Verfügbarkeit von Fitnessanlagen sowie der Entwicklung neuer Angebotsformate – auch für bislang weniger erschlossene Zielgruppen.“

Heute Bouldern, morgen Zumba? Fitness-Aggregatoren machen’s möglich

Ein interessanter Trend stellen sogenannte Fitness-Aggregatoren, wie Urban Sports Club, Gympass oder qualitrain dar. Sie ermöglichen es Sporttreibenden, mit einer Flatrate aber ohne Mitgliedschaft bei einem bestimmten stationären Fitnessstudio eine Vielzahl von Einrichtungen zu nutzen. Ihre Angebote beschränken sich nicht nur auf Fitnessstudios und deren Kurse, sondern können beispielsweise auch Wellness-Anlagen, Tennisplätze oder Kletterhallen beinhalten. Die Anlage erhält pro Besuch eines Aggregatoren-Mitglieds einen Geldbetrag.

Inhaltlich verantwortlich für die Studie sind Karsten Hollasch, Leiter Consumer Business bei Deloitte, und Stefan Ludwig, Leiter der Deloitte Sport Business Gruppe. Quelle: Deloitte – Eine detailliertere Beschreibung von DTTL und ihren Mitgliedsunternehmen findet man auf http://www.deloitte.com/de/UeberUns.

 

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