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Berufsunfähigkeitsversicherungen ab 2015 teurer und schwerer zu erhalten

– Neues Gesetz ab Januar 2015 wirkt sich auf Neuverträge aus – Endverbraucher erhalten BU noch bis Ende 2014 zu besseren Konditionen

- Neues Gesetz ab Januar 2015 wirkt sich auf Neuverträge aus - Endverbraucher erhalten BU noch bis Ende 2014 zu besseren Konditionen

Rostock, Oktober 2014. Ab 1. Januar werden Neuverträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung voraussichtlich um bis zu 8 Prozent teurer und möglicherweise sogar nur noch einem deutlich kleineren Personenkreis zugänglich sein. Menschen mit riskanten Berufen oder leichten Vorerkrankungen, die eine BU eigentlich am dringendsten benötigen, werden es zunehmend schwerer haben, einen Vertrag zu bekommen. Die wichtigsten Hintergründe sowie Videos und eine umfassende Infografik hat das 1A Verbraucherportal unter http://www.1a.net/versicherung/berufsunfaehigkeitsversicherung zusammengestellt.

Hintergrund ist das Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG), das ab 1.1.2015 in Kraft tritt und neben der Lebensversicherung auch Berufsunfähigkeitsversicherungen und Pflegeversicherungen betrifft. Das Gesetz regelt unter anderem, dass der sogenannte Garantiezins auf einen historischen Tiefstand von 1,25 Prozent sinkt und dass Versicherte zu 90 Prozent an den Risikogewinnen der Versicherung beteiligt werden müssen. Branchenexperten und Verbraucherschützer erwarten deshalb 4 wesentliche Folgen:

·         Die Berufsunfähigkeitsversicherung verteuert sich (Neuverträge)

·         Versicherungen werden seltener bereit sein, risikoreiche Personengruppen zu versichern und Anträge häufiger ablehnen

·         Es wird für Verbraucher schwieriger, eine BU abzuschließen

·         Jüngere Menschen werden von den Teuerungen besonders betroffen sein

Risikogewinne für Verbraucher – höheres Risiko für Versicherungen

Einer der Knackpunkte sind die sogenannten Risikogewinne. Was genau verbirgt sich dahinter? Versicherungsbeiträge sind so bemessen, dass sie ein statistisches Risiko wie die Berufsunfähigkeit finanziell abdecken. Können im Laufe der Zeit die ausgezahlten Versicherungsleistungen tatsächlich durch die Versicherungsbeiträge finanziert werden, spricht man von einem Risikogewinn. Müssen allerdings mehr Versicherungsleistungen ausgezahlt werden als durch die Beiträge abgedeckt, ergibt sich für die Versicherung ein Verlust . Diesen Verlust muss die Versicherung vollständig allein tragen, während der Risikogewinn ab 2015 zu 90 Prozent dem Versicherten zugutekommt.

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Albert Gottelt, Chefredakteur des 1A Verbraucherportals, zu den Folgen: „Deshalb werden Versicherungen künftig noch penibler darauf achten, möglichst nur Menschen zu versichern, die mit möglichst geringer statistischer Wahrscheinlichkeit berufsunfähig werden, um das Beitragsverhältnis möglichst günstig zu halten.“ In der Folge wird es für Personen mit riskanten Berufen, wie z.B. Dachdecker oder Gerüstbauer kaum noch bezahlbare Berufsunfähigkeitsversicherungen geben. Auch Menschen, die mit leichten Vorerkrankungen bisher noch versichert wurden, könnten ab 2015 häufiger abgelehnt werden.

Albert Gottelt weiter: „Daher ist es für alle Personen, die bisher keine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, ratsam eine solche abzuschließen. Dies gilt ohnehin ganz unabhängig von den neuen Regelungen. Denn die BU zählt zu den wichtigsten privaten Versicherungen überhaupt.“ Erleichternd für 2014 kommt hinzu, dass einige Versicherungen bis Jahresende BU-Policen zu vereinfachten Bedingungen und reduzierten Gesundheitsfragen ausgeben.

 

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