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Klischeefreie Berufs- und Studienwahl

Kreisverwaltung tritt bundesweiter Initiative bei – Engagement soll Fachkräftemangel lindern

Phil Dera / BMFSFJ

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Kreis Soest (kso.2019.08.26.322.mk). Der Kreis Soest hat sich der Initiative „Klischeefrei“ angeschlossen, einem bundesweiten Bündnis aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung für eine Berufswahl ohne Geschlechterklischees. Auf einem Abendempfang ehrte Elke Büdenbender, „First Lady“ und Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, jetzt das bisherige Engagement und den Beitritt.

Mit dem Beitritt verpflichtet sich die Kreisverwaltung, vorurteilsbeladenen Geschlechterstereotypen bei der Berufs- und Studienwahl entgegenzutreten. „Konkret heißt das für uns, dass wir zum einen bei eigenen Bewerbungsverfahren auf eine klischeefreie Personalauswahl achten. Zum anderen unterstützen wir die Initiative mit dem landesweiten Projekt ´Kein Abschluss ohne Anschluss´, erklärt Andrea Bergmann von der Kommunalen Koordinierungsstelle Übergang Schule-Beruf der Kreisverwaltung. Seit 2014 setzt die die Kommunale Koordinierungsstelle die Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) um. KAoA unterstützt Schülerinnen und Schüler beim Übergang von der Schule in den Beruf. „Sich gut informiert und möglichst frei von Rollenbildern zu entscheiden, spielt dabei eine wichtige Rolle“, ist Bergmann überzeugt. Denn wer nach seinen Neigungen ausgebildet wird, mache seinen Beruf gerne und breche seltener eine Ausbildung oder Studium ab. Auf Elternabenden oder Fachtagen informiert Andrea Bergmann deshalb regelmäßig über die vielfältigen Ausbildungs-, Studien-, und Berufsmöglichkeiten in der Region, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft oder sonstiger Orientierung. 

Ein weiteres Ziel der Initiative und damit auch des Kreises ist, den Fachkräftemangel zu lindern. „Damit unsere Arbeit wirken kann, brauchen wir Arbeitgeber, die ihr Personal vorurteilsfrei auswählen. Frauen sind in vermeintlich typischen Männerberufen genauso gut, dieses Potential sollten Unternehmen für sich nutzen, um Ausbildungsplätze und freie Stellen zu besetzen“ appelliert Maria Schulte-Kellinghaus, Dezernentin für Jugend, Schule und Gesundheit beim Kreis, an Personalverantwortliche. Bei der eigenen Personalsuche spricht der Kreis Soest mit geschlechtergerecht gestalteten Stellenangeboten und Infomaterialen über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten Frauen und Männer gleichermaßen an. Das Konzept scheint aufzugehen: „Im letzten Jahr haben zwei junge Frauen ihre Ausbildung zur Fachinformatikerin und Vermessungstechnikerin bei uns begonnen“, freut sich Elmar Diemel, Abteilungsleiter Personalentwicklung der Kreisverwaltung.“ 

Der Kreis Soest bietet zudem zur beruflichen Orientierung einmal im Jahr mehr als 120 Plätze zur Berufsfelderkundung an, einem eintägigen Praktikum in der achten Klasse. Schülerinnen und Schüler können sich so über Berufsfelder in der Kreisverwaltung informieren und sich bei Interesse später für ein mehrwöchiges Praktikum bewerben. Außerdem beteiligt sich der Kreis Soest seit vielen Jahren mit verschiedenen Angeboten am Girls’Day und Boys’Day und ist Partner im regionalen Girls’Day- und Boys‘Day-Netzwerk Hellweg-Hochsauerland. Die Initiative „Klischeefrei“ wurde 2014 vom Bundesfamilienministerium und vom Bildungsministerium ins Leben gerufen. Mitglieder der Initiative sind inzwischen fünf Bundesministerien, mehrere Landesministerien, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialpartner, Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft. Der Kreis Soest ist als erster Landkreis der Initiative beigetreten.

 

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