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Das Optiklabor zum Selberbauen

Fachochschule Südwestfalen in Hagen erhält hohen Förderbetrag vom Bundesministerium für Bildung und Forschung

FH S�dwestfalen

Hagen. Mit 236.000 Euro fördert das Bundesbildungsministerium ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen. Und die steckt das Geld in Steine, Lego-Steine. Prof. Dr. Dirk Berben und seine Projektgruppe arbeiten an einer Konstruktionsanleitung für ein Optiklabor zum Selberbauen. Denn der Branche fehlt es an Nachwuchs.

Wenn es einer rasant wachsenden Hightech-Branche an Nachwuchs fehlt, dann besteht Handlungsbedarf. Genau das ist auch der Aufmerksamkeit des Bundesministerium für Forschung und Bildung keinesfalls entgangen. Und deshalb wird jetzt investiert. 236.000 Euro hat das Ministerium der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen bewilligt. Und dort wird jetzt mit Lego-Steinen gebaut. Entstehen soll ein Optiklabor, dass so oder so ähnlich für verhältnismäßig kleines Geld nachgebaut werden kann.

„Optik und Photonik boomen“, sagt Prof. Dr. Dirk Berben, „kaum eine Technologie kommt ohne optische Geräte aus. Die Datenübertragung läuft über Glasfaserkabel, in der Medizin werden Laser eingesetzt und im Autobau entstehen Bauteile durch optisches Schweißen“. Aber warum mangelt es dann an Nachwuchs? „Ganz einfach“, sagt der Physikprofessor, „Optik ist teuer. Wenn die meisten Schüler kaum etwas darüber lernen, dann liegt es daran, dass sich die Schulen das praktische Lehrmaterial nicht leisten können.“ Und genau da setzt die Forschungsinitiative der Fachhochschule die Hebel an.

Ein Beispiel: In jedes vernünftige Optiklabor gehört ein Laserpowermeter. Damit kann man die Leistung eines Lasers messen. Aber so ein Laserpowermeter ist teuer. „Etwa 3500 Euro“, weiß Prof. Berben. Er und seine Mitarbeiter arbeiten nun daran, eines zu entwickeln, das nur ein Zehntel davon kosten soll. Dafür werden einzelne Bauteile preiswert gekauft und im Labor zu einem Laserpowermeter Marke Eigenbau zusammengesetzt. Dann kommt Lego ins Spiel. Denn das Gerät bekommt eine Hülle aus den Plastiksteinchen. Und die erlaubt dann wiederum, dass man das Laserpowermeter mit anderen Hghtechgeräten im Lego-Mantel, beispielsweise einem Fotodiodenverstärker, zusammensetzen kann.

Das alles klingt verhältnismäßig einfach, ist verhältnismäßig preiswert und soll die Optik an die Schulen bringen. Denn natürlich handelt es sich um ein Open Source Projekt. Das bedeutet, dass die Hochschule verpflichtet ist, ihr Wissen, ihre Forschungsergebnisse, kostenfrei zu teilen. Wenn eine Schule dann an einem Optiklabor zum Selberbauen interessiert ist, kann sie dafür im Erfolgsfall auf die an der Hagener Fachhochschule erarbeitete Bauanleitung zurückgreifen. Und von diesem Erfolgsfall ist Prof. Berben überzeugt: „Wir machen die Technik für die Schulen erschwinglich“. Das Projekt hat eine Laufzeit bis Februar 2019.

 

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