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Lokale Wirtschaft

Capital Markets Day

Vossloh präsentiert Unternehmensstrategie und sieht sich für die Zukunft bestens positioniert

Bahn als umweltfreundlichster aller Verkehrsträger rückt weltweit zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit (Symbolbild)

  • Bahn als umweltfreundlichster aller Verkehrsträger rückt weltweit
    zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit
  • Mehr Verkehr auf der Schiene wird das Geschäft von Vossloh mittel- und
    langfristig deutlich positiv beeinflussen
  • Kontinuierliche, sensorische Zustandserfassung von Bahninfrastruktur
    ermöglicht deutliche Effizienzsteigerung der Fahrweginstandhaltung
  • Strategische Ausrichtung setzt auf eine Kombination des existierenden
    Kerngeschäfts mit innovativen, digital basierten Geschäftsmodellen
  • Vorläufiger Ausblick auf 2021 mit deutlich verbesserter operativer
    Profitabilität
  • Mittel- und langfristige finanzielle Ambitionen gehen von überdurchschnittlichem
    Wachstum bei weiter steigender Ertragskraft aus

Werdohl. Der Vorstand der Vossloh AG hat auf dem heutigen virtuellen Capital Markets Day die jüngst verabschiedete Unternehmensstrategie vorgestellt. Darüber hinaus hat der Vorstand seine vorläufige Prognose für das kommende Geschäftsjahr 2021 sowie die mittel- und langfristigen finanziellen Ambitionen vorgestellt und erläutert.

Mehr Verkehr auf der Schiene

Megatrends wie Bevölkerungswachstum und Urbanisierung, die Globalisierung von
Handelsströmen, Digitalisierung und nicht zuletzt die wachsende Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit machen eine deutlich beschleunigte Verlagerung sowohl des Personen- als auch des Frachtverkehrs auf die Schiene unverzichtbar. Ein Ausbau existierender Streckennetze proportional zum steigenden Verkehrsaufkommen ist praktisch nicht darstellbar. Der Erhöhung der Verfügbarkeit von Bahninfrastruktur, und damit insbesondere auch der Verfügbarkeit des Fahrwegs Schiene, wird daher zentrale Bedeutung zukommen. Moderne Zugsteuerungssysteme wie etwa ETCS sowie die zunehmende Umstellung auf digitale Stellwerke werden mittelfristig eine erhöhte Verkehrsdichte auf Bahnstrecken ermöglichen. Dieses Mehr an Verkehr auf der Schiene führt unvermeidlich zu höherem Verschleiß und damit zu höherer Nachfrage nach Komponenten der Bahninfrastruktur. Mit genau solchen Komponenten erwirtschaftet Vossloh heute rund 90% seines Konzernumsatzes.

Gleichzeitig reduziert sich bei steigender Streckenauslastung die für Instandhaltungsmaßnahmen verfügbare Zeit. Instandhaltungsmodelle müssen demnach deutlich effizienter werden, Fehler idealerweise bereits erkannt und behoben werden, bevor sie zu ernsthaften Problemen führen. Denn mit steigender Auslastung der Netze steigt gleichzeitig auch der wirtschaftliche Schaden infolge nicht verfügbarer Streckenabschnitte. Zusätzlich werden schnelle, präventive Instandhaltungstechnologien in Zukunft noch wichtiger werden. So erlaubt etwa das von Vossloh patentierte Hochgeschwindigkeitsschleifen Instandhaltungsarbeit nahezu ohne Sperrpausen und reduziert bei regelmäßiger Anwendung gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit schwerer Schienenfehler.

Drei strategische Säulen

Die vorgestellte Strategie gliedert sich grob in drei Teilbereiche. Zum einen soll das Bestandsgeschäft mit Produkten und klassischen Dienstleistungen rund um die Bahninfrastruktur ausgebaut und hinsichtlich seiner Profitabilität weiter gestärkt werden. Das Maßnahmenpaket in diesem Zusammenhang umfasst dabei die nachhaltige Reduktion von Produktionskosten, die verstärkte vertriebliche Fokussierung auf Wachstumsregionen, eine Erweiterung des Angebotsportfolios um komplementäre Produkte und Dienstleistungen sowie eine ganze Reihe punktueller Innovationen.
Parallel hierzu wird Vossloh das, angesichts des erwarteten Anstiegs des Verkehrsaufkommens auf der Schiene, immer wichtiger werdende Bedürfnis seiner Kunden nach erhöhter Streckenverfügbarkeit künftig noch zielgerichteter  adressieren. Die Erhebung von Zustandsdaten sowohl direkt am Fahrweg als auch mittels der Vossloh eigenen Flotte von Instandhaltungsmaschinen sowie die
Ableitung zustand basierter und vorausschauender Instandhaltungsprogramme mithilfe künstlicher Intelligenz erschließen den Kunden enorme Effizienzpotentiale.

Ergänzend fokussiert die neue Strategie unter anderem auf den beschleunigten Aufbau digitaler Kompetenz einschließlich entsprechender Partnerschaften und betont die Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens noch stärker als bisher. Gleichzeitig wurde ein gruppenweites System zur kontinuierlichen Effizienzsteigerung in allen Unternehmensbereichen konzipiert und implementiert.

Differenzierung durch systemisches Fahrwegverständnis

Nach erfolgreichem Abschluss der Fokussierung auf das Kerngeschäft Bahninfrastruktur im Mai dieses Jahres differenziert sich Vossloh heute von seinen Wettbewerbern vor allem durch sein einzigartig umfassendes Angebot an Produkten und Dienstleistungen rund um den Fahrweg Schiene. Vossloh versteht die Physik aller wesentlichen Fahrwegkomponenten, sowie deren systemisches Zusammenspiel.

Dieses umfassende Verständnis des Fahrwegs Schiene ist die Basis, um aus erhobenen Daten relevante Instandhaltungsempfehlungen für die Kunden
abzuleiten. „Die Erreichung von Klimaschutzzielen ohne eine zunehmende Verlagerung von Verkehr auf die Schiene ist schlicht nicht realistisch. Angesichts der vielfältigen und offensichtlichen Limitierungen bei der Erweiterung von Streckennetzen gilt es deshalb, die Verfügbarkeit vorhandener Netze deutlich zu erhöhen“, erläutert Oliver Schuster, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG. „Vossloh verfügt über mehr als hundertdreißigjährige Erfahrung bei der Entwicklung und Fertigung von Komponenten des Fahrwegs Schiene. In Kombination mit modernster Mess- und Analysetechnologie, einer eigens dafür geschaffenen Datenplattform sowie einem umfassenden Serviceportfolio sind wir in der Lage, unseren Kunden in Sachen Verfügbarkeit umfassende und einzigartige Lösungen anzubieten. Insbesondere der Weiche als komplexestem und wartungsintensivstem Element kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Mit dem kürzlich gewonnenen Auftrag zur datenbasierten Zustandsüberwachung von Weichen in Schweden konnten wir gemeinsam mit unserem strategischen Partner Deutsche Bahn Systemtechnik in dieser Hinsicht einen wichtigen Erfolg verbuchen.“

Das Bestandsgeschäft von Vossloh mit Produkten und klassischen Dienstleistungen bildet die Basis für den Auf- bzw. Ausbau des digital-basierten Servicegeschäfts.
Das klassische Hardware-Geschäft sowie das stetig wachsende Service-Geschäft bilden eine untrennbare Einheit. Die neu gewonnenen Möglichkeiten der Digitalisierung und vor allem der effizienten Verarbeitung und Analyse großer Datenmengen formen die Klammer über beide Geschäftsmodelle.
Vorläufiger Ausblick 2021 sowie mittel- und langfristige Ambitionen Für das kommende Geschäftsjahr 2021 erwartet der Vorstand derzeit einen
Konzernumsatz innerhalb einer Spanne von 850 Mio. bis 925 Mio. € im Vergleich zu rund 870 Mio.€, die zuletzt für das laufende Geschäftsjahr 2020 prognostiziert worden waren. Bezogen auf das EBIT und auf das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) geht der Vorstand für 2021 von Margen zwischen 7 und 8 Prozent bzw. zwischen 13 und 14 Prozent aus. Unter Herausrechnung des diesjährigen Einmaleffekts in Höhe von rund 15 Mio.€ aus der Übergangskonsolidierung eines Joint Ventures in China entspricht dies im Jahresvergleich einer deutlichen operativen Profitabilitätssteigerung. Der vorläufige Ausblick für das Geschäftsjahr 2021 steht unter dem Vorbehalt keiner wesentlichen neuen, ungeplanten Auswirkungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie.

Vor dem Hintergrund der erfolgreichen Umsetzung der vorgestellten Strategie erwartet der Vorstand für die Vossloh AG auf Basis heutiger Erkenntnisse mittelfristig ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich vier bis fünf Prozent. Das ist deutlich mehr als das in einschlägigen Marktstudien erwartete, durchschnittliche Marktwachstum. Bezogen auf das operative Ergebnis, EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern), strebt der Vorstand mittelfristig zweistellige Margen in sämtlichen Geschäftsbereichen des Unternehmens als Zwischenschritt zum langfristigen Ziel einer zweistelligen EBIT-Marge für den Konzern an. Dies entspricht einer EBITDA-Marge von etwa 16%.

 

 

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