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Warum Sie Ihre Onlinepräsenz jetzt neu aufstellen sollten

Corona und die Folgen: Die alten Spielregeln sind nicht mehr gültig und wer wirtschaftlich überleben will, muss jetzt raus aus der Komfortzone.

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In Deutschland lief die Digitalisierung langsam an. Sehr langsam. Genau genommen befand sich Deutschland immer näher an der roten Laterne, als an der Spitze des Digitalisierungszuges. Corona, der Lockdown und seine Folgen haben mit Blick darauf vieles verändert, zum Schlechten, aber auch zum Guten.

Lange Zeit galt bei Unternehmen so gut wie aller Branchen die Maxime: Wir wünschen uns einen Partner in der Nähe, am liebsten natürlich jemanden vor Ort, damit man sich persönlich kennt und sich auch spontan einmal zusammensetzen kann. In der Praxis hat man sich dann oft nur ein, zwei Mal persönlich getroffen, alles Weitere funktionierte auch ganz gut per E-Mail oder am Telefon. Das vermeintliche K.o.-Kriterium blieb jedoch wie einzementiert im Raum stehen und der Fokus war damit in der Regel auf den nächsten, nicht auf den besten oder wirtschaftlich attraktivsten Partner gerichtet.

„Das haben wir noch nie so gemacht“

Davon betroffen waren – zugegeben – in erster Linie Unternehmen mit austauschbaren Leistungen. Wurde ein Spezialist benötigt, durfte auch der mit einem entsprechend hohem Kosten- und Zeitaufwand persönlich anreisen. Business-as-usual. In meiner Zeit als Werbeleiter eines großen Industrieunternehmens, hatten manche Dinge einfach Tradition. So zum Beispiel auch das wöchentliche Freitags-Meeting mit dem anschließenden Kommentar meines Chefs: „Herr Schlüter, wie immer eine tolle Idee, aber das haben wir jetzt fast 30 Jahre nicht so gemacht. Vielleicht können Sie das ja anpassen“ – Woche für Woche, ohne die Chance, jemals etwas daran zu ändern.

Ähnliches Denken ist mir auch in den mehr als 15 Jahren Arbeit mit meiner eigenen Agentur immer wieder begegnet. Frei nach dem Motto „Never change a running System“ – wobei „running“ nicht selten mit einem großen Fragezeichen versehen war.

Die alten Spielregeln sind nicht mehr gültig 

Dann kam Corona, der Lockdown und plötzlich stand kein Stein mehr auf dem anderen. Die alten Spielregeln waren nicht mehr gültig und wer wirtschaftlich überleben wollte, musste raus aus der Komfortzone. Das Business, wie wir es kannten, wird gerade neu gestaltet und seien Sie sicher: Es gibt keinen Weg zurück.

Es ist nur wenige Monate her, da war „Homeoffice“ für viele Unternehmen überhaupt kein Thema. Ähnliches galt für Videokonferenzen, Teamchats und Online-Workspaces. Mitarbeiter hatten vor Ort zu sein. Das war schließlich immer so. Nur jetzt funktionierte das alles mit einem Schlag nicht mehr und Deutschland ging kurzerhand auf die Überholspur. Digitalisierung bekam in vielen Unternehmen höchste Priorität, Mitarbeiter wurden mit Konferenztechnik und Cloud-Lösungen ausgestattet und lernten diese neuen Möglichkeiten sehr schnell schätzen und lieben. „Warum haben wir das nicht schon viel früher so gemacht?“ wird sich inzwischen vielleicht der eine oder andere Unternehmer fragen. Das alles passierte rasend schnell, was mir im positiven Sinne zeigt, dass „wir“ es am Ende doch können.

Verabschieden Sie sich von der Digitalen Visitenkarte

Der neue Lieferant, die neue Agentur oder der neue Dienstleister sind jetzt nur noch einen Klick entfernt. Dank Videokonferenzen und anderen Team-Lösungen, die jetzt zum festen Repertoire gehören, muss es nicht mehr zwingend „der Partner vor Ort“ sein, stattdessen lieber der Beste. Egal wo. Das hierdurch deutlich größere Angebot hat aber zur Folge, dass eine Vorauswahl ebenfalls weg vom Persönlichen, hin zur Onlinepräsenz geht. 

Und genau da haben wir – das ist meine Erfahrung der letzten Monate aus Gesprächen mit Kunden und deren Kunden – ein Nadelöhr. Denn viele Unternehmenshomepages haben noch immer den Stand „Digitale Visitenkarte“ und werden dem mit dem Lockdown gestiegenen Online-Informationsbedarf vieler Kunden einfach nicht mehr gerecht. Wer sich an diesem Punkt nicht richtig präsentiert, ist raus. Es gibt keine zweite Chance.

Nur wenige Unternehmen haben für Ihre Kunden oder Partner bereits Kontaktmöglichkeiten via 1:1 Videokonferenz, digitale Kanäle wie Messenger oder entsprechende Team-Lösungen geschaffen. Hier finden wir stattdessen trotz aller digitalen Fortschritte noch immer die Fax-Nummer und ein unpersönliches Kontaktformular, das niemand wirklich gerne ausfüllt. Also alles beim Alten.

„Unsere Kunden kommen nicht über das Internet“ – wirklich?

Vor einigen Jahren ist mir bei Erstgesprächen oft dieser Satz um die Ohren geflogen: „Unsere Kunden kennen uns, die kommen nicht über das Internet“. Das war schon damals falsch, denn wenn Kunden tatsächlich nie über das Internet kamen, gab es dafür in der Regel einen Grund und meist war das eine nichtssagende, völlig vernachlässigte Internetpräsenz. Wer damals noch mit einem blauen Auge davongekommen ist, muss sich heute warm anziehen, denn nicht nur Unternehmen, auch Kunden werden zunehmend digital. Mit steigendem Anspruch. Also – wenn nicht jetzt, wann dann?

Wer jetzt nicht die digitale Karte zieht und sich ohne Wenn und Aber den veränderten Marktbedingungen entsprechend präsentiert, wird das Nachsehen haben. Versprochen.

 

Jens Schlüter

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