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Es gibt für jedes Problem eine Ingenieurlösung – zeigt das!

Hannes Jaenicke ermuntert bei den VDI Impulsgesprächen, Zirkuläre Wertschöpfung mutiger zu kommunizieren

wobogre / pixabay.com

Gemeinsame Lösungsansätze, aktionsbereite Kooperationspartner und ein ganzer Rucksack voll Arbeit für den VDI: Die VDI Impulsgespräche NRW zur Zirkulären Wertschöpfung haben lebhaften Zuspruch von allen Beteiligten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft erhalten. Zu Gast bei metabolon in Lindlar hinterließen die Impulsgespräche auch bei Umweltaktivist und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke einen nachhaltigen Eindruck: „Mit der geballten Ingenieurkompetenz könnten wir längst zirkulär wirtschaften – die Frage ist nur, warum wir es nicht tun.“

„Was sind für und im VDI unsere nächsten Schritte zur Realisierung einer Circular Economy? Also einer Wirtschaft, die ohne Abfall, Downcycling oder Umweltbelastung auskommt, einer Technik, in der Produkte so angelegt sind, dass alle Komponenten oder Werkstoffe wiederverwendet werden können?“, umriss Klaus Meyer, Vorsitzender des VDI NRW Landesverbandes die Aufgabenstellung für die Ingenieurinnen und Ingenieure.

Um die aktuelle Notwendigkeiten entschlossenen Handelns zu verdichten, haben die Diskutanten sich die Unterstützung des Umweltaktivisten Hannes Jaenicke an den Tisch geholt. Hannes Jaenicke berichtete über seine Eindrücke in der Welt, die in weiten Teilen von Umweltzerstörung und Meeresverschmutzung geprägt ist. Besonders ärgert den prominenten Vortragsredner die Gleichgültigkeit, mit der Produkte wie z.B. Mikroplastik oder Kaffeekapseln in die Welt gesetzt werden. Spreche er dann bei seinen Vorträgen in den Führungsetagen von Banken oder Konzernen die Verantwortlichen an, schlage ihm zunächst oft eine mit Gleichgültigkeit verbundene Unkenntnis über die Folgen des eigenen Handelns entgegen. Hier gelte es durch die Aufklärung der Verbraucher und Kunden kraftvolle Signale an die Hersteller zu geben: „Die Kaufentscheidung ist die stärkste Waffe im Kampf gegen Umweltzerstörung!“

Aber Jaenicke trifft auch immer wieder auf kreative Menschen und Unternehmen, die zeigen, dass es anders geht, z.B. Plastikflaschen aus vollständigen Recyclaten herstellen, oder Kleiderfabrikationen, die auf langfristige Nutzung ihrer Produkte statt Verbrauch setzen und damit am Markt besonders erfolgreich sind. Jaenicke fordert die Kreativität und Phantasie der Ingenieurwelt heraus: „Wir sind ein
skeptisches Volk und fragen uns: Kann das wirklich anders funktionieren? Löst die Innovationsbremse und zeigt den Menschen, dass Zirkuläre Wertschöpfung funktioniert!“ Dabei adressierte er die 150.000 Ingenieurinnen und Ingenieure im VDI als Denkfabrik und Multiplikator für kluge Lösungen, die Menschen, Tiere und Umwelt in Zukunft nicht mehr belasten.

An der Suche nach den Hindernissen und den notwendigen nächsten Schritten zu ihrer Überwindung arbeiteten sich im VDI Impulsgespräch NRW auf metabolon 30 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Ministerien, Hochschulen und Forschungseinrichtungen aus ganz NRW in kleinen Arbeitsgruppen miteinander ab. Vorausgegangen waren bereits einige vorbereitende VDI Impulsgespräche an verschiedenen Orten in NRW, wobei die zwölf beteiligten VDI Bezirksvereine – von Köln bis Ostwestfalen-Lippe – ausbaufähige Ansätze in den NRW-Unternehmen identifizierten, so z. B. bei Knipex in Wuppertal, bei ZF Friedrichshafen in Bielefeld oder ZINQ in Gelsenkirchen.  

Trotz einer Vielzahl von Hindernissen wie z.B. Zulassungsfragen, Kostenzuordnungen oder Zuständigkeiten ging es auf metabolon darum, die heute gangbaren Schritte zu tun, gelungene Beispiele zu zeigen und die Kompetenzen für die Circular Economy in der Ingenieurwelt zu stärken. Am Ende wurden die Ergebnisse mit über 100 Gästen aus der Ingenieurwelt diskutiert. Dabei wurden
weitere Herausforderungen, aber auch Chancen, deutlich, z.B.: betrachten wir die 1,4 Millionen Tonnen Beton, die beim Rückbau der NRW-Braunkohlekraftwerke anfallen, als Abfall oder Rohstoffkammer? Grundsätzlich sahen sich die Bauingenieure besonders gefordert, trägt doch die Bauwirtschaft über die Hälfte zum bundesdeutschen jährlichen Abfallstrom von 350 Millionen Tonnen bei. „Viel zu tun für die Ingenieurinnen und Ingenieure“, fasste VDI-Direktor Ralph Appel die Aufbruchsstimmung in Lindlar zusammen: „Wir müssen Ideen diskutieren, Lösungsansätze schaffen, in die Breite tragen und stetig weiterentwickeln. Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt!“

 

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