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Warum die Jugend für unsere Wirtschaft so wichtig ist

Viele Unternehmen wollen auch 10 Jahre nach der Gründung von Facebook nicht wahrhaben, dass der digitale Dialog mit Kunden längst Wirklichkeit ist. Dabei wird es höchste Zeit, über neue Wege der Kommunikation nachzudenken.

Viele Unternehmen wollen auch 10 Jahre nach der Gründung von Facebook nicht wahrhaben, dass der digitale Dialog mit Kunden längst Wirklichkeit ist. Dabei wird es höchste Zeit, über neue Wege der Kommunikation nachzudenken.

Als ich vor einigen Wochen das erste Mal von einer neuen APP namens „Jelly“ hörte, war mein erster Gedanke „Wie blöd ist das denn?!“. Da postet man Fotos, man stellt Fragen dazu und bekommt Antworten. Vielleicht. Gibt’s alles schon, also Häkchen dran. Nein – halt: Da stellt doch tatsächlich jemand die Frage „Wie kann ich Jelly für mein Business nutzen?“. Und er bekommt Antworten, Ideen und Anregungen. Hätte man auch von selbst drauf kommen können. Wir denken eben anders. Anders als die Generation Y *, die mit Internet, Handys, Apps und digitaler Kommunikation aufgewachsen ist. Kinder lernen „spielend“. Erwachsene haben genau das verlernt. Sie wollen nicht spielen. Sie möchten in allem, was man ihnen anbietet, einen Nutzen sehen. Ein monetärer wäre natürlich besonders gut – kostenlos versteht sich. 

An diesem Punkt unterscheiden wir uns deutlich von der Generation Y und dies ist nicht zuletzt auch einer der Gründe, warum wir in der unternehmerischen Nutzung digitaler Kanäle gegenüber genau dieser Generation immer wieder das Nachsehen haben werden, solange wir nicht bereit sind, neue Dinge zur Abwechslung mal unvoreingenommen in die Hand zu nehmen und einfach ein bisschen damit zu spielen, anstatt jedes Mal auf dem kürzesten Wege nach Nutzen und ROI zu fragen.  Ich habe mich selbst oft genug dabei erwischt, aber wir reden ja zum Glück nicht von einem unabwendbaren Schicksal, sondern von etwas, auf das man sich einfach nur einlassen muss.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es vornehmlich die Generation X* ist, die die meisten „Social-Media-Versteher“ hervorbringt. Experten, die stets ein Stückweit in der Vergangenheit leben, weil sie zum einen erst einmal verstehen müssen, was die „Kleinen“ da wieder Neues ausgeheckt haben und zum anderen, weil Sie der festen Überzeugung sind, die zu erkennen geglaubten Gesetzmäßigkeiten dieser „Entdeckungen“ als Business-Gebote in Stein meißeln zu müssen. Nein –natürlich gilt das nicht pauschal. Ich selbst kenne viele Menschen, die Social Media und die damit verbundenen Möglichkeiten wirklich leben. Menschen, die kein noch so unsinnig scheinendes Gadget einfach wegwerfen, ohne zuvor zumindest ein bisschen damit gespielt zu haben. Das sind die Experten der Generation X. 

Aber warum machen wir es uns eigentlich so schwer? Warum trauen wir dieser nächsten Generation so wenig zu und quälen uns stattdessen lieber selbst mit Dingen herum (oder tun diese pauschal als neumodischen Schnickschnack ab), für die uns oftmals einfach das Verständnis, zumindest jedoch eine gewisse Affinität fehlt? Wenn die Lebenserfahrung der Generation X auf den Pioniergeist der Generation Y trifft und beide bereit sind, das eine oder andere voneinander zu lernen, können wunderbare Dinge entstehen. Es ist genau genommen nichts Geringeres als unsere Zukunft, worüber wir hier reden. 

In meinen Seminaren kann ich bei vielen Teilnehmern das Feuer für Social Media entfachen. Plötzlich brennen sie dafür und möchten die faszinierenden, neuen Möglichkeiten des Kundendialoges nicht mehr missen. Bei anderen schaffe ich das nicht, kann ihnen aber zumindest vermitteln, wie Social Media funktionieren und was sie tun müssen, um an diesen spannenden, digitalen Gesprächen teilnehmen zu können. Das ist dann wie in der Schule: ein Lernprozess und nur die tägliche Anwendung bringt den Erfolg. Ein gangbarer Weg, aber eben nicht die beste Lösung. 

Ich wünsche mir mehr Mut in den Unternehmen. Den Mut, auch einmal neue Wege zu gehen. Den Mut, eine neue Generation in die Unternehmen zu holen und ihr etwas anzuvertrauen, das sie ohnehin weit besser beherrscht, als ein Großteil der „Senioren“ in den Führungsetagen. Letztlich ist es doch für jedes Unternehmen eine großartige Möglichkeit, voneinander zu profitieren. Die Juniors haben in der Regel keine große, insbesondere keine lange, unternehmerische Erfahrung. Woher auch? Aber sie haben etwas, das viele erfahrene Unternehmer nicht haben, etwas das man nicht lernen kann und von dem wir alle profitieren können: sie sind die Generation Y. 

* Die Generation X wird vor allem im Anglo-Amerikanischen Sprachraum für eine Generation benutzt, die von den frühen 1960er bis in die frühen 1980er Jahre geboren wurde. Als Generation Y wird in der Soziologie diejenige Bevölkerungskohorte genannt, deren Mitglieder um das Jahr 2000 herum zu den Teenagern zählten. (Quelle: Wikipedia)

Autor: Jens Schlüter

 

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