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Lokale Wirtschaft

Unternehmerfrühstück in Olsberg: Mit Fachkräften „fit für Zukunft“ werden

Fit für den Tag – das macht ein gutes Frühstück. Wie aber werden heimische Unternehmen „fit für die Zukunft“? – Um diese Frage ging es jetzt beim Olsberger Unternehmerfrühstück, zu dem die Wirtschaftsförderung der Stadt Olsberg ins Zentrum Holz eingeladen hatte.

Olsberg

Thema des Fachvortrages von Unternehmensberater Markus Wessel, aber auch angeregter Gespräche bei Kaffee und Brötchen: Wo kommen die Fachkräfte „von morgen“ her?

Dass diese Frage hochaktuell für heimische Betriebe ist, beweist auch die Teilnehmerzahl: Rund 70 Unternehmer konnte Wolfgang Fischer zum Dialog in lockerer Atmosphäre begrüßen. Gleichzeitig betonte der Olsberger Bürgermeister, dass die Betriebe im Stadtgebiet ihr Licht nicht „unter den Scheffel“ zu stellen brauchen: Rund 5.500 sozialversicherungspflichtige Jobs, die von 374 Betriebsstätten ange-boten werden, gibt es in der Stadt Olsberg. 39 Prozent der Arbeitsplätze – insgesamt 2.135 – befinden sich im verarbeitenden Gewerbe, stattliche 30,5 Prozent (1.680 Jobs) aber auch im Gesundheits- und Sozialwesen. „Unterm Strich“ gebe es in Olsberg mehr Ein- und Auspendler, so Wolfgang Fischer, was für die Wirtschaftskraft und Attraktivität der heimischen Unternehmen spreche. 

„Wir müssen darüber reden, welche Stärken wir haben“, forderte auch Landrat Dr. Karl Schneider. Südwestfalen sei die drittstärkste Wirtschaftsregion in ganz Deutschland: „Es gibt so viele Möglichkeiten, hier durchzustarten und Karriere zu machen.“ Aller-dings: Zu wenig junge Menschen wüssten um diese Perspektiven – „deshalb brauchen wir ein umfassendes Regionalmarketing.“

Diese Notwendigkeit unterstrich auch Dipl.-Ing. Markus Wessel, Unternehmensberater aus Dortmund. Bis 2060 werde in Deutschland das Potenzial an erwerbsfähigen Men-schen um ein Drittel sinken, in ländlichen Regionen noch stärker. Handlungsmaxime aller Akteure müsse deshalb sein: „Junge Menschen, die hier aufwachsen, müssen auch hier bleiben.“ Erfahrungen zeigen, dass „Abwerbungsversuche“ in anderen Regionen zumeist „grandios scheitern“. Es sei sinnlos zu versuchen, das Image eines städtischen Ballungszentrums zu kopieren“, so der Unternehmensberater: „Spielen sie die Stärken aus, die es hier in der Region gibt.“ Für die Unternehmen könne dies schon bald zu einer Existenzfrage werden: „Sie sind es, die in die Hufe kommen müssen. Und sie müssen sich zusammensetzen.“

Als Beispiel führte Markus Wessel die „Fachkräfteoffensive“ des Landkreises Verden in Niedersachsen an. Ein zentraler Punkt: Bei jungen Menschen müssten die Wissenslücken um Chancen für Ausbildung und Karriere im heimischen Raum geschlossen werden – „Öffentlichkeitsarbeit muss für Unternehmen eine richtige Vertriebsaufgabe werden.“ Soziale Medien wie Facebook oder Youtube müsse man als Privatmann nicht mögen – um junge Menschen zu erreichen, seien sie unerlässlich: „Man muss die Jugendlichen da ansprechen, wo sie sich bewegen.“ Auch hier reiche es nicht, einfach präsent zu sein – Konzepte müssen her. Markus Wessel: „Es kostet Zeit und sicher auch Einsatz und Geld. Aber man muss anfangen.“ Denn Nichtstun sei noch teurer – es könne die Zukunft kosten.

„Wir müssen mehr über unsere Qualitäten reden“, resümierte denn auch Bürgermeister Wolfgang Fischer. Ein modernes Bildungsangebot gehöre auf jeden Fall dazu: „Kein Kind darf zurückbleiben – jeder kann ein Baustein für die Zukunft der Region werden.“ Die anwesenden Firmenvertreter nutzten die Veranstaltung, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Das Unternehmerfrühstück sei so zu einem echten Forum für Dialog und Austausch geworden, unterstrich Elisabeth Nieder, als Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters auch zuständig für den Bereich Wirtschaftsförderung – Wiederholung nicht ausgeschlossen.

 

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