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Digitale Fertigungstechnik reichert die berufliche Bildung an

Die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) konnten sich im Rahmen ihrer Sitzung im Berufskolleg Technik hautnah davon überzeugen, wie stark die digitale Technik die berufliche Bildung verändert.

jarmoluk / pixabay.com

Siegen. Die Mitglieder des Berufsbildungsausschusses der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) konnten sich im Rahmen ihrer Sitzung im Berufskolleg Technik hautnah davon überzeugen, wie stark die digitale Technik die berufliche Bildung verändert. Projektleiter Thorsten Krämer stellte den Berufsbildungsexperten das neu eingerichtete Labor „Industrie 4.0“ vor. Er demonstrierte anschaulich, wie digitale Fertigungsprozesse funktionieren und welche hochkomplexen Programmier- und Steuerungsvorgänge die angehenden Facharbeiter zukünftig beherrschen müssen. Schulleiter Manfred Kämpfer ergänzte, dass das Labor ab dem kommenden Schuljahr für die Auszubildenden in den Metall- und Elektroberufen zur Verfügung steht. 

Ingo Degenhardt, Vorsitzender des Berufsbildungsausschusses, nahm die Präsentation zum Anlass, auf die auch in der lokalen Presse vorgestellte Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zu sogenannten Substituierbarkeitspotenzialen einzelner Berufe überzuleiten. Diese Studie führe zu einer großen Verunsicherung von Schulabgängern, da dort festgestellt werde, dass z.B. der Beruf des Zerspanungsmechanikers vollständig durch computergesteuerte Maschinen ersetzt werden könne. Frank Schmidt, Leiter der Agentur für Arbeit, relativierte die Aussagekraft der Studie, indem er darauf hinwies, dass die Forscher des IAB lediglich Ersetzungspotenziale auf Grundlage bisher ausgeübter Tätigkeiten untersucht hätten. Für die erst kürzlich inhaltlich weiterentwickelten Berufsbilder im Metall- und Elektrobereich könnten hieraus keine Folgen abgeleitet werden. Es werde aber deutlich, dass sich insbesondere die Qualifizierungspotenziale von Helfern den modernen Herausforderungen anpassen müssten. Hierbei könne die Agentur für Arbeit wertvolle Unterstützung leisten. Einigkeit bestand sowohl bei den Fachleuten der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite als auch der Berufsschulen darin, dass die schon heute komplexen Aufgaben der Facharbeiter in der Studie verkürzt dargestellt würden und diese Berufe insbesondere in unserer von der Metallbearbeitung geprägten Region auch in Zukunft von herausragender Bedeutung seien. Dies gelte es in allen Formaten der Berufsorientierung verstärkt zur Geltung zu bringen. 

IHK-Geschäftsführer Klaus Fenster stellte anschließend die Entwicklung der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse dar. Hier sei ein Zuwachs um 2,2 % festzustellen. Dieser spiegele sich insbesondere in den Metall- und Elektroberufen wider. Carmen Hölper, Teamleiterin der Agentur für Arbeit, bestätigte die positive Entwicklung des regionalen Ausbildungsmarktes. Rein rechnerisch seien in diesem Jahr auf jeden Bewerber 1,35 gemeldete Ausbildungsstellen gekommen. 

Zum Ende der Sitzung verabschiedete Ingo Degenhardt den Leiter des Berufskollegs Wittgenstein, Joseph van Stephoudt, und dankte ihm für seine achtjährige engagierte Mitarbeit im Berufsbildungsausschuss.

 

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